Der Mann im Mond, Himmel und Hölle und das Schlaraffenland in der mittelalterlichen englischen Literatur
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
21.04.2011
Verlag
GRINSeitenzahl
128 (Printausgabe)
Dateigröße
1323 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640898459
Das `Mittelalter¿ - bei genauerer Betrachtung ein wenig aussagekräftiger Name für eine Ära in der Geschichte, welche eine alles andere als kurze Zeit - nämlich etwa 1100 Jahre - umfasst. Doch nicht nur, dass diese despektierlich als "medium aevum" (`mittleres Zeitalter¿) bezeichnete Zeit in den Augen einiger Humanisten des 14., 15. und 16. Jahrhunderts, wie Poggius Florentinus (1380-1459) und Ludwig Vives (1492-1540), den "Niedergang der Literatur" (Varga 1978, 87) repräsentierte und damit den Status einer "Überbrückungszeit" zwischen der hoch verehrten Antike einerseits und der Renaissance andererseits einnahm - vielmehr erhielten die ersten fünf Jahrhunderte des Mittelalters den Beinamen "finster", um die vermeintliche literarische Unproduktivität und den schwarzen Fleck auf der historischen Zeitleiste in eine Metapher zu fassen. Einige Humanisten sahen sich in diesem Zusammenhang selbst als "Vetreiber" dieser Finsternis (Varga 1978, 88).
Erst schätzungsweise seit den letzten beiden Jahrhunderten geniesst das Mittelalter - und es soll im Folgenden ausnahmslos wertungsfrei als Begriff gebraucht werden - durch das Zutun von Historikern wie August Potthast , Theodor E. Mommsen und Horst Fuhrmann wieder immer grösser werdenden Respekt - obgleich es auch im 20. Jahrhundert die Konnotation des "Barbarentums" noch nicht vollends abgelegt zu haben scheint (Le Goff 1984, 11). Doch auch der unwürdige Begriff `Dunkles Zeitalter¿ verschwindet zusehends (Mommsen 1959, 107), und dies alles nicht zuletzt weil gerade das frühmittelalterliche Europa durchaus eine Vielzahl literarischer Meisterwerke hervorbrachte - man denke nur an das in altenglischer Sprache verfasste epische Heldengedicht Beowulf. Dieses von einem unbekannten Autor geschaffene Werk ist nicht nur deshalb so kostbar, weil es uns lediglich in einer einzigen Handschrift, der in der British Library in London aufbewahrten Cotton Vitellius A.XV, überliefert ist, sondern vor allem deshalb, weil es nicht nur eine faszinierende Geschichte erzählt, sondern auch sprachlich, metrisch und stilistisch von grösster Bedeutung für die heutige Linguistik ist.
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