Nach der Revolution ziehen Jakow und Marussja mit ihrer kleinen Familie nach Moskau. Während Marussja der neuen Regierung vertraut, erkennt Jakow bald die Missstände. Unter Stalin wird er nach Sibirien verbannt. Seine Frau lässt sich scheiden, auch der Sohn wendet sich von ihm ab, und seine Enkelin Nora sieht er nur einmal als Kind. Sie, die ein bewegtes Leben führen wird – Bühnenbildnerin, alleinerziehend, georgische Liebschaft – lernt ihren Grossvater erst aus seinen Liebesbriefen an die Grossmutter kennen. Angeregt durch den Briefwechsel ihrer eigenen Grosseltern hat Ljudmila Ulitzkaja einen Roman geschrieben, der die Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert aus unmittelbarer Nähe erzählt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
4/5
13.02.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zeitgeschichte pur!
Was für eine pralle Geschichte über ein Jahrhundert Russland tut sich beim Lesen dieses Romans auf!
Nora findet beim Auflösen der Wohnung ihrer Großmutter alte Briefe und erfährt so endlich ihre Familiengeschichte. Die Zeit vom Zarenreich über die Oktoberrevolution bis zu Stalins Diktatur - besonders ihr Großvater erlebte die volle Härte jeglicher Herrschenden.
Natürlich begleitet man auch Nora selbst in ihrem Leben in der 2. Hälfte des 20.Jahrhunderts. Man sieht auf der Lebensleiter die vergangenen Generationen vor uns und nach uns kommen die Nächsten...und Russland rückt beim Lesen näher, indem man am Leben der Generationen Anteil nimmt, dem alltäglichen und dem in Zeiten von Leid und Verleumdung.
Ein beeindruckendes Buch, das man nicht aus der Hand legen möchte!