Dass Jane Gardam hinreissende Romane schreibt, ist bekannt. Nun ist ein weiterer Schatz zu heben: Gardams Erzählungen, für die sie berühmt ist und mit Alice Munro und Katherine Mansfield verglichen wird. Hetty, die Familienmutter, die bei der Begegnung mit ihrem ehemaligen Liebhaber in einen somnambulen Zustand gerät. Annie, die Schriftstellerin, die sich gegen Neugier und Gier entscheidet und ein Geheimnis dem Meer übergibt. Der verstummte chinesische Junge, der in England einen vom Himmel gestürzten Schwan rettet und plötzlich zur Sprache zurückfindet. Sie alle berühren uns und entwickeln ein Eigenleben, das über die Geschichten hinausgeht – in jeder dieser Erzählungen steckt die Verheissung eines Romans.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
27.10.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wunderschöne Kurzgeschichten mit...
Wunderschöne Kurzgeschichten mit ganz verschiedenen Protagonisten, die wir als Momentaufnahme ihres Lebens erleben. Der Blick durchs Schlüsselloch mit Potential für mehr.
Bewertung
5/5
02.10.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Very british !!!
Ich hoffe, Sie haben alle die wunderbare Trilogie um Betty und Old Filth gelesen.
Jetzt legt der Hanser Verlag mit Erzählungen von Jane Gardam nach, und was soll man sagen - einfach nur wunderschön. Am besten genießen Sie diese Kleinode mit einem Tässchen englischen Tee und ein paar Scones.
Man muss hier auch die wunderbare Übersetzerin Isabel Bogdan erwähnen, die mittlerweile auch selbst ein Buch veröffentlicht hat. Aber jetzt müssen Sie erstmal diese Erzählungen genießen, in denen auch Betty und Old Filth wieder auftauchen.
Bewertung
4/5
08.10.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Überwältigende Unmittelbarkeit
Gleich die erste Erzählung "Hetty, schlafend" ist ein Beispiel für die Großartigkeit der Geschichten in diesem Buch. Ein unverhofftes Wiedersehen zweier sich ehedem (und immernoch Liebender, in wenigen Sätzen entfaltet sich ihr Schicksal und überwältigt die Lesenden unmittelbar.
F. Himmerich
aus Neuhofen an der Krems
4/5
13.04.2019
eBook (ePUB)
Jane Gardams Untergang des Empire:
Nachdem die Trilogie um „Old Filth“ verschlungen war, habe ich mich sehr über ein neues Buch von Jane Gardam gefreut.
Und dann noch ein Kurzgeschichten Band, die Kür der Literatur.
Angeblich soll sie ja Kurzgeschichten am liebsten schreiben, was ihr auch wie sie gezeigt hat hervorragend liegt.
Die 16 Geschichten (eine in 3 Episoden geteilt) kreisen um eine inzwischen antiquierte Gesellschaftsklasse der Kolonialzeit die genau wie das alte England dabei ist zu verschwinden. Kultiviertheit, Rückgrat und diese Härte sich selbst gegenüber, auf die sich das Empire stützte. Jede Gardam Figur hat ihren eigenen Aspekt, ihre eigene unerreichte Sehnsucht die sie geprägt von Tradition und Kultur teilweise sogar vor sich selbst versteckt.
Ich liebe Gardams trockenen, britischen Humor, der einen elegant und mit Charme um die Kurven ihrer Geschichten lockt und eine unerwartete Kurve gibt es immer. Doch nie plötzlich. Sanft gleitet man in die Wendung, die einen auf das eigentliche Thema der Geschichte zuführt.
Und auch wenn der gute Filth und sein Widersacher Veenering wieder auftauchen bin ich davon überzeugt, dass man die wirklich wunderbare Trilogie nicht gelesen haben muss um „Privilege Hill“ bei einer guten Tasse Tee, mit einem würdevoll zurückgehaltenen Lächeln, zu genießen.