Wer das Gras wachsen hört
Band 14
Jahrbuch für Geschichte des ländlichen Raumes Band 14

Wer das Gras wachsen hört

Wissensgeschichte(n) der pflanzlichen Ressourcen vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert

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Beschreibung

In der Frühen Neuzeit entwickelte sich ein technisch-ökonomischer Blick auf die Natur. Seit dem späten 17. Jahrhundert begannen sich naturhistorische Beschreibungen mit kameralistischen Ideen zu verbinden. In weiterer Folge intensivierte die Bewegung der Ökonomischen Aufklärung den nutzenorientierten Umgang mit der Natur und machte diesen zum Gegenstand der öffentlichen Debatte. Diese spezifische Innovationskultur war von entscheidender Bedeutung für die folgenreiche Neuordnung agrarischen Wissens im 19. und 20. Jahrhundert.

Die einzelnen Beiträge stellen je eine unterschiedliche Pflanzengruppe - Gemüse, Obst, Tabak, Futter-, Heil- oder Textilpflanzen - ins Zentrum. Im Fokus stehen Fragen nach der Interaktion zwischen den verschiedenen Akteuren wie Bauern, Gelehrte, Gutsbesitzer, Magistrate oder Pfarrherren. Besonders interessiert das Verhältnis der unterschiedlichen (praktischen, administrativen, gelehrten usw.) Wissensbestände. Gerade in der Perspektive der longue durée lösen sich dabei die einfachen Dichotomien auf, vielmehr erscheinen vielfältige Wechselbeziehungen, etwa zwischen agrarwissenschaftlicher Theorie und agrarischer Praxis.

Aus dem Inhalt:
Dorothee Rippmann Tauber: Aneignung von "Wildem" und Neuem durch Sprache - im Lichte von Agrarschriften und Kräuterbüchern
Ulrike Kruse: Von Kraut und Rüben. Nutzpflanzen in den Gärten der Hausväter
Sophie Ruppel: Von der Phythotheologie zur Ökologie. Kreislauf, Gleichgewicht und die Netzwerke der Natur in Beschreibungen der Oeconomia naturæ im 18. Jahrhundert
Simona Boscani Leoni: Die Debatte um den Torfabbau im 18. Jahrhundert. Die Gebrüder Scheuchzer zwischen Johannes von Muralt und Johann I. Bernoulli
Meike Knittel: "Dominus creavit ex Terra Medicamenta". Heilpflanzenwissen in Johannes Gessners Phytographia sacra
Regina Dauser: Konkurrierendes Wissen. Debatten über den Tabakanbau in der Zeit der Ökonomischen Aufklärung
Sarah Baumgartner: "Nützliche Gras-Arten und Kräuter". Die Zürcher Ökonomische Kommission und das Wissen vom Klee- und Wiesenbau
Gerrendina Gerber-Visser: Hanf - Flachs - Brennessel. Wie die Oekonomische Gesellschaft Bern die Kultur der Textilpflanzen förderte
Martin Stuber: Von der patrizischen Gartenkultur zum systematischen Sortenkatalog. Bernischer Obstbau in der longue durée
Juri Auderset/Peter Moser: Metamorphosen der Züchterblicke. Zur Interaktion bäuerlicher und wissenschaftlicher Paradigmen in der Getreidezüchtung der agrarisch-industriellen Wissensgesellschaft, 1850-1920
Marcus Popplow: Wissensgeschichte der pflanzlichen Ressourcen in der longue durée. Kommentar

Die HerausgeberInnen

Simona Boscani Leoni ist seit Oktober 2013 Förderungsprofessorin des Schweizerischen Nationalfonds an der Universität Bern und leitet das Projekt Kulturen der Naturforschung. Akteure, Netzwerke, Orte und Themen der wissenschaftlichen Kommunikation in der Frühen Neuzeit (17. Jahrhundert bis ca. 1830). Verschiedene Lehraufträge in Luzern, Heidelberg, Paris, Aix-en-Provence und Marseille.

Martin Stuber ist am Historischen Institut der Universität Bern seit 2016 Co-Leiter der Editions- und Forschungsplattform Haller online und forscht im interdisziplinären SNF-Projekt Sustainable Commons Adaptations to Landscape Ecosystems in Switzerland (SCALES).

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

14.12.2017

Herausgeber

Simona Boscani Leoni + weitere

Verlag

Studien Verlag

Seitenzahl

256

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

14.12.2017

Herausgeber

Verlag

Studien Verlag

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

23.3/15.6/2 cm

Gewicht

395 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7065-5658-3

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