Die erste Realisierungsphase des "Generalplans Ost" in der Zamojszczyzna
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
18.07.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
30 (Printausgabe)
Dateigröße
528 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638206402
Herrenmenschenideologen des Dritten Reiches auch die Zuversicht, ihre Träume zur
dauerhaften Aneignung der eroberten Gebiete durch "Germanen" in die Praxis
umzusetzen. Bevölkerungspolitische Gesamtkonzeption dafür war das Projekt
"Generalplan Ost"- seit 1941 diskutiert, am 12. Juni 1942 durch Heinrich Himmler
gebilligt. Danach waren eine Handvoll grösserer deutscher Siedlungsmarken in
Osteuropa und als Siedlungsbrücken zwischen ihnen und dem Deutschen Reich drei
Dutzend Siedlungsstützpunkte anzulegen. Auch auf diese Weise sollten die
geschlossenen ethnischen Einheiten der slawischen Völker zerstört und der
germanischen Herrenrasse die Hegemonie im östlichen Europa gesichert werden. Einen
grossen Teil der ansässigen slawischen Bevölkerung beabsichtigten die
Nationalsozialisten nach Sibirien auszusiedeln. Der andere Teil sollte zur Sklavenarbeit
herabgewürdigt in den entsprechenden Gebieten vorerst verbleiben dürfen. Die geplante
Bevölkerungsverschiebung hätte zwischen 30 und 90 Millionen Menschen erfasst,
wobei der Tod eines Teils dieser "Masse" einkalkuliert war. Die Realisierung des
Generalplans Ost, dessen Entstehungsgeschichte und genauer Inhalt hier nicht referiert
werden sollen, blieb glücklicherweise Utopie. Sie war für die Zeit nach dem erhofften
Endsieg vorgesehen. In seinen Anordnungen im Oktober und November 1939 hatte sich
Himmler auch betreffs der Ansiedlung von Reichsdeutschen dahingehend
ausgeprochen.3 Allerdings wurde noch während des Krieges mit der ersten Phase der
"Umvolkung" begonnen. Himmler war seit dem 7. Oktober 1939 als Reichskommissar
für die Festigung deutschen Volkstums für ... die Gestaltung neuer deutscher
Siedlungsgebiete durch Umsiedlung, im besonderen durch Sesshaftmachung der aus dem
Ausland heimkehrenden Reichs- und Volksdeutschen verantwortlich. Es scheint, dass
er in dieser Funktion ungeduldig mit der Umsetzung seines "Lieblingsplanspiels"
beginnen wollte und deshalb mit seinem SS-Apparat an einigen Stellen losschlug. Dabei
ignorierte er die Kompetenzen anderer Institutionen des Reichs. Jedoch wird es für den
verhältnismässig raschen Beginn der Aktion auch rationalere Überlegungen gegeben
haben, denn je schneller Himmler seinem Führer formal hervorragende Pläne vorlegte,
desto eher konnte er sich als Garant ideologischer Fernziele des Regimes profilieren und
den Anspruch der SS auf den Osten untermauern. [...]
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