Dietrich Bonhoeffer - Ein Märtyrer und protestantischer Theologe im 20. Jahrhundert
-
- Einzelkauf Download ausgewählt
-
Sprache:Deutsch
Fr. 13.90
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
03.12.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
20 (Printausgabe)
Dateigröße
525 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638235570
Seine überragende Bedeutung liegt nach Meinung des Neffen Hans-Walter Schleichers "nicht in erster Linie im Politischen, denn Bonhoeffer war kein Politiker und wollte nicht ,politisch' handeln, sondern als Mensch und Christ, der an der Stelle, an die ihn Gott gestellt hat, Verantwortung übernimmt."
Allein seine von Weitsicht und Mut zeugenden Äusserungen, die zu Lebzeiten an die Öffentlichkeit gelangten, werden neben denen Karl Barths (1886-1968) zu den "klassischen Zeugnissen kirchlich-evangelischer Besinnung in dieser Zeit" gezählt. Über Bonhoeffers Dissertation, die er als Dreiundzwanzigjähriger unter der Überschrift "Sanctorum Communio. Eine dogmatische Untersuchung zur Soziologie der Kirche" eingereicht hatte, schrieb Karl Barth fast 30 Jahre später: "Ich gestehe offen, dass es mir Sorge macht, die von Bonhoeffer damals erreichte Höhe (...) wenigstens zu halten (...) nicht schwächer zu reden, als dieser junge Mann es damals getan hat."
"Das Religiöse wird", tröstete uns Heidegger, "niemals durch die Logik zerstört, sondern immer nur dadurch, dass der Gott sich entzieht." Was können wir Geschöpfe also dafür, wenn uns Gott verlässt oder verlassen hat? Bonhoeffer lässt uns diesen billigen Trostversuch nicht durchgehen, im Gegenteil, er peinigt uns mit dem radikalen Schlüsselsatz seiner "Nachfolge": "Nur der Glaubende ist gehorsam, und nur der Gehorsame glaubt."
In den Haftanstalten der Gestapo bewegte Bonhoeffer weniger das eigene Schicksal als vielmehr die Frage, wer Christus für uns heute eigentlich sei. Ihn befielen Zweifel, ob dem Menschen alles nur durch Worte zu übermitteln sei; ebenso hielt er "die Zeit der Innerlichkeit und des Gewissens" für überholt, "und das heisst eben die Zeit der Religion überhaupt..." Er machte sich Gedanken, wie Christus auch von den Religionslosen erkannt und anerkannt werden könne; oder er fragte sich, ob es auch religionslose Christen gebe. Seine Fragen bleiben uns also erhalten und befruchten unseren notwendigen Zweifel im Glauben.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.