Friedrich Nietzsches Begriff der "Schuld" und des "schlechten Gewissens" in "Jenseits von Gut und Böse" und "Zur Genealogie der Moral"
-
- Taschenbuch
- eBook ausgewählt
-
Form:Einzelkauf Download
-
Sprache:Deutsch
Fr. 13.90
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
19.07.2005
Verlag
GRINSeitenzahl
22 (Printausgabe)
Dateigröße
157 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638399678
1.0 Einleitung
Der Text "Jenseits von Gut und Böse. Vorspiel einer Philosophie der Zukunft", welcher unmittelbar auf "Also sprach Zarathustra" (1983/85) folgte, ist der späten Schaffensphase Nietzsches zuzuordnen und wurde im Jahr 1886 vom Verfasser selbst publiziert. Die Schrift "Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift" gab Nietzsche 1887 heraus.(1) Diese beiden Texte bilden die Grundlage für die Betrachtung der Phänomene "Schuld" und "schlechtes Gewissen" in dieser Hausarbeit.
Bereits die Titel von Nietzsches oben genannten Schriften, verraten eine programmatische Ausrichtung. Ein Synonym für den Ausdruck "Streitschrift" könnte Manifest lauten, was auf die gesellschaftskritische Intention der Schrift "Zur Genealogie der Moral" hinweist. Die Selbsteinschätzung Nietzsches, eine "Philosophie der Zukunft" zu beschreiben und in Gang zu setzen, spricht für sein Vorhaben an den Verhältnissen in der Praxis grundlegend etwas zu verändern und nicht nur eine philosophische Theorie entwickeln zu wollen. Gleichzeitig kündigt sich der utopische Charakter seiner Gedanken an, indem es heisst "Philosophie der Zukunft". Diese Philosophie entspricht dem Wunschdenken Nietzsches, das besagt, wie die Philosophie und die Menschen, die sie betreiben, in Zukunft sein sollten. Die Notwendigkeit einer Philosophie der Zukunft ergibt sich für Nietzsche aus jenem gesellschaftlichen Kränkel- und Verfallszustand, welchen er, in den genannten und anderen Texten, vielschichtig darstellt. Die Hauptursache, (neben Demokratisierung und Zivilisierung), für die Schwächung des Menschen und seiner Tatkraft als Genie sei die christliche Religion als Schuldgefühl gegenüber Gott und das verinnerlichte schlechte Gewissen als sublimierte Form dieses Schuldbewusstseins:
[...]
______
(1) Vgl. das Nachwort von Giorgio Colli [Hrsg.] in: "Friedrich Nietzsche. Jenseits von Gut und Böse. Zur Genealogie der Moral." Hrsg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari, Kritische Studienausgabe, Band 5, München 1988, S. 415-421.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.