Beschreibung
Produktdetails
Verkaufsrang
49324
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
11.09.2018
Verlag
SuhrkampSeitenzahl
590
Maße (L/B/H)
20/12/3.1 cm
Gewicht
580 g
Auflage
1
Originaltitel
Puskinskij domÜbersetzt von
Rosemarie Tietze
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-518-24169-1
Leningrad, November 1961. Am Morgen nach den Revolutionsfeierlichkeiten tobt der Wind durch die ausgestorbene Stadt, reisst das Fenster eines kleinen Palais auf und entdeckt den Philologen Ljowa Odojewzew tot am Boden seines verwüsteten Arbeitszimmers liegend, eine Duellpistole Puschkins in der Hand.
Mit dieser Szene beginnt Andrej Bitows legendärer Roman, der neben Nabokovs Gabe , Bulgakows Meister und Margarita und Jerofejews Moskva – Petuški zu den prägenden Büchern einer neuen Autorengeneration in Russland gehörte. Ljowa, Spross eines Adelsgeschlechts, ein indifferenter „Held unserer Zeit“, zwischen verschiedenen Frauen hin- und hergerissen, hat sich in der Gelehrtenexistenz eingerichtet. Erschüttert von der Begegnung mit dem Grossvater, der dreissig Jahre in Arbeitslagern zugebracht hat, wählt Ljowa dennoch den Weg seines Vaters. „Väter und Söhne“ verbindet die Einsicht, dass Flucht, Untreue und Verrat lebensnotwendig sind…
Es sei das grösste Übel, in einer fertigen und erklärten Welt zu leben, heisst es auf den letzten Seiten. Deshalb wurde der Literatur selten soviel zugetraut wie im Puschkinhaus : Gestalten, Motive, Fragen russischer Dichter bevölkern das "Romanmuseum" mit seinen vielräumigen Abteilungen. Held und Autor erleiden eine widernatürliche Gegenüberstellung. Die Gegenwart wehrt sich dagegen, permanent Vergangenheit oder Zukunft sein zu sollen. Seit Lawrence Sterne, für Bitow neben Puschkin der grösste Avantgardist, hat es kaum ein so ironisches, originelles Romanwerk gegeben.
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