Wie soll man dieses Buch bewerten? Sicher ist, Nietzsche macht süchtig, er sollte aber auch vorsichtig und mit Distanz gelesen werden. Seine Umwertung aller Werte - ganz antigriechisch-antisokratisch, antichristlich und immoralisch - rechnet Nietzsche wieder einmal ab, kurz vor seiner eigenen Verstandesdämmerung. Der Feind ist die Vernunft entgegen des intinktiven Willens zur Macht. Ist der erste Teil dieses Buches tatsächlich hochinteressant und gewährt Einblicke in das Denken des zerstörerischen Hammerschwingers, grenzen die "Streifzüge eines Unzeitgemäßen" teilweise an Absurdität. Ein Beispel wäre der "Anti-Darwin", was mangels - typisch für Nietzsche - wissenschaftlicher Fundierung ausgemachter Blödsinn ist. Der Meisterdenker aphorisiert zu gern, doch dabei flattern seine geflügelten Worte manchmal wirr umher und verlieren dabei an Anmut und Beschaulichkeit...