Nach vielen Jahren in Flüchtlingsheimen und Notunterkünften kann Salima endlich in ein Hochhausapartment umziehen. Das Gebäude ist zwar neu, aber damit fangen die Probleme erst an: Der intelligente Toaster gibt auf einmal den Geist auf und nimmt nur noch das Brot der Toastermarke an. Dann fällt der Kühlschrank aus. Als Salima feststellt, dass selbst der Fahrstuhl die ärmeren Mieter benachteiligt, fasst sie einen Entschluss. Es muss doch einen Weg geben, sich in die Haushaltsgeräte zu hacken und sie wieder frei verfügbar zu machen! Gesagt, getan ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
5/5
04.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nutzen wir Technik oder benutzt...
Nutzen wir Technik oder benutzt Technik uns? Wie wir uns vom Überwachungskapitalismus emanzipieren und in unserer vom Internet der Dinge und sozialen Netzwerken bestimmten Umwelt freier bewegen können, erklärt Cory Doctorow toll in dieser Novelle.
Bewertung
5/5
09.11.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mit dem Toaster fängt es an... doch dann?
Als Flüchtling kam sie nach Amerika, jetzt lebt Salima seit mittlerweile zehn Jahren im Land. In einem Auffanglager in Arizona angekommen und in einem Ladengeschäft in einem ehemaligen Einkaufszentrum vorerst untergebracht, lernte sie Nadifa und deren Kinder kennen. Nach einigen Jahren im Auffanglager freuen sich die beiden Frauen sehr, als jeder von ihnen eine Sozialwohnung in einem Apartmentgebäude zugeteilt wird – und die beiden sollen nur sechs Stockwerke auseinanderwohnen!
Die Wohnungen können sich die armen Immigranten nur deshalb leisten, weil ihre Wohnungen mit voreingebauten Geräten wie Toaster, Ofen, Geschirrspüler und Waschmaschinen subventioniert sind, die mit einer Erkennungs-Software ausgestattet sind und ausschließlich die Produkte der eigenen Marke erkennen. Firmen und Vermieter verdienen an der Alternativlosigkeit mit, da die Bewohner der Wohnungen keine günstigen Varianten verwenden können. Auch müssen sie bei der Benutzung der Aufzüge den Vollzahlern, welche auf der anderen Seite des Apartmentkomplexes wohnen, Vorrang lassen, denn die Türen öffnen sich für die Armen nur, wenn auf der anderen Seite gerade kein Wohlhabender den Fahrstuhl benutzt. Sie müssen manchmal eine geschlagene Stunde warten, um in den 40. Stock zu kommen.
Die Freude über die bezahlbare Wohnung verebbt spätestens dann komplett, als die Herstellerfirma der eingebauten Toaster Konkurs anmeldet und kein Brot mehr akzeptiert – nicht mal das eigene. Kurze Zeit später reicht es Salima und sie erkundigt sich im Darknet nach Lösungen für das Problem. Tausende anderer Kunden sind ebenfalls erbost darüber, dass die Geräte ihnen den Dienst verwehren, und so wird Salima schnell fündig und macht sich an die Arbeit mit einem Jailbreak ihr Gerät gefügig zu machen. Sie genießt nun wieder Brot, sogar firmenfremdes, und stellt fest wie viel Geld sich dadurch einsparen lässt, dass man eine Wahl hat. Ihrer Freundin Nadifa modifiziert sie ebenfalls den Toaster, was deren Sohn neugierig beobachtet, und gemeinsam beschließen sie auch allen anderen Nachbarn zu helfen, damit diese ihre Geräte wieder benutzen können. Dann jedoch erfährt Salima, dass das Toasterunternehmen reaktiviert wird und die Führung der Firma allen Hackern ihrer Geräte das Handwerk legen will. Salima erkennt, dass sie ihre Mitmenschen in Gefahr gebracht hat, denn jeder würde seine Wohnung verlieren, wenn den Vermietern die Gerätemanipulation bekannt wird. Salima will ihren Fehler wieder in Ordnung bringen. Sie stößt bei den Nachbarn, die sich der Gefahr nicht wirklich bewusst sind, auf Unverständnis, denn diese wollen die neu gewonnene Freiheit natürlich nicht aufgeben.
Cory Doctorow hat einen interessanten Einblick in ein mögliches Zukunftsszenario gegeben, in der der Kauf eines technischen Geräts einer Heirat gleich kommt, die man prüfen muss, bevor man sich ewig bindet.
Die Kürze dieser Novelle erlaubt keinen großen Detailreichtum; die Vorgehensweise z.B. bei den Hacks ist sehr vereinfacht dargestellt. Aber auch ohne reichlich Technobabble wird die Richtung, die Doctorow aufzeigen will, klar. Wer tiefgehendes Technikwissen erwartet, sollte dieses Buch nicht lesen – wer hingegen kurzzeitig von einer Aussicht in eine mögliche Zukunft unterhalten werden möchte, der sollte sich der Geschichte hingeben.
Ich hab mich jedenfalls gut unterhalten gefühlt!
Bewertung
aus Wohlen b. Bern
5/5
09.04.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
passt in die heutige Zeit
Die weitergedachte Gesellschaftsentwicklung mit praktischer Umsetzung regt zum Nachdenken an und führt dem Leser einige Absurditäten vor Augen, welche im Ansatz heute schon erkennbar und daher auch nachvollziehbar sind. So gibt es zum Beispiel eine Möglichkeit, wie leerstehende Shopping-Malls weitergenutzt werden - nämlich als Flüchtlingsunterkunft, um nur eine der Gedankenspiele zu verraten.
Bewertung
5/5
13.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Science Fiction der alten Schule:...
Science Fiction der alten Schule: Genau so könnte unsere nahe Zukunft aussehen. Gleichzeitig ist Corys Gesellschaftskritik aktuell wie nie.
Bewertung
4/5
24.07.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannend, gesellschaftskritisch...
Spannend, gesellschaftskritisch und zwischendurch emotional - alles was ich gehofft hatte. Einige Szenen hätte man ruhig noch etwas ausbauen können während andere Stellen sehr von technischen Details überschwemmt wurde. Eine wenig optimistische Zukunftvorhersage.