Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Verkaufsrang
56599
Erscheinungsdatum
05.02.2019
Verlag
Schöffling & Co.Seitenzahl
264 (Printausgabe)
Dateigröße
807 KB
Auflage
1
Sprache
Deutsch
EAN
9783731761556
"Klara ist überstürzt nach Utrecht gezogen. Hier will die Ex-Berlinerin, die eine zerbrochene Beziehung und eine gescheiterte Karriere als Kneipenwirtin hinter sich lässt, ein neues Leben anfangen. In Zeiten, wo Flüchtlingsströme durch Europa ziehen, verarbeitet sie ihre persönliche "Flucht" im Kleinen. In einem >dagboek< hält sie die verwirrenden Unterschiede zwischen ihrem alten und neuen Leben fest. So hat sie nicht nur der deutschen Sprache und Kultur, sondern auch Hauke den Rücken gekehrt. Zwar war diese Trennung längst überfällig, doch erst als sie von Erinnerungen übermannt wird, beginnt sie sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Eine wichtige Rolle für den Neubeginn spielt ihre Zuneigung zum jungen Thijs. Doch ihre Selbstbestimmung findet sie durch ihn nicht. Als sich die Lage zuspitzt, wird ihr klar, dass sie sich ihre Freiheit erobern muss - und Geborgenheit nur in sich selbst finden kann.Ein kluger Roman über die manchmal unerträgliche Leichtigkeit des Seins im heutigen Europa."
Kundinnen und Kunden meinen
Wendepunkt
Bibliomarie aus Düsseldorf am 11.02.2019
Bewertungsnummer: 1172130
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Klara verlässt Hals über Kopf Berlin und landet in Utrecht. Schon die Wahl des neuen Wohnorts ist eher zufällig. Wichtig ist ihr nur, dass es wenig Ähnlichkeit mit der Berliner Szene hat. Sie will neu anfangen, ein neues Land und eine neue Sprache, aber auch nicht ganz so fremd und exotisch, deshalb fiel die Wahl auf das Nachbarland.
Sie macht ihre ersten Schritte in einer neuen Sprache, notiert sich Gedankenfetzen in ihrem Dagboek. Sie flaniert und plaudert und nimmt den Leser mit in ihre neue Umgebung. Sie will keine Gedanken mehr an ihre zurückgelassene Beziehung in Berlin zulassen. Hauke, nur noch der Name an der gemeinsamen betriebenen Kneipe im Kiez. Die Liebe hat sich schon lange verflüchtigt, innerlich hat sie sich schon seit Jahren getrennt, nur für den letzten Schritt hat sie lange gebraucht. Vielleicht weil sie sich immer schon schwer tat mit Entscheidungen und Dinge zu Ende zu bringen.
Doch allmählich schleicht sich ein anderer Ton ein, sie vermeint Hauke zu sehen, Erinnerungen verfolgen sie und sie beginnt ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Ein Anstoß und eine Hilfe ist auch Thjis, ein junger Niederländer, der ihr gefällt und den sie bewundert, weil er genau weiß, was er will. Ein Wesenszug, der der Mitdreißigerin Klara in den vergangenen Jahren gefehlt hat, sie hat Unverbindlichkeit und mangelnde Entscheidungsfreudigkeit mit Freiheit verwechselt.
„Freiheit aushalten“ der Spruch, der auch an der Wand von Klaras Kneipe hing, ist eigentlich das Schlüsselwort. Klara muss es auf wirklich schmerzhafte Weise lernen, damit umzugehen und zu sich zu finden.
Mir hat der leichte, aber nie seichte, oder belanglose Ton gefallen, den Julia Trompeter für ihre Protagonistin findet. Die Sprache ist lebendig und bildhaft. Der Lernprozess, den Klara durchmacht, ist sicher vielen Lesern aus eigener Erfahrung bekannt. Es ist ein treffsicher geschildertes Bild einer Generation, die alle Möglichkeiten hat und der Schwierigkeit sich für die richtige zu entscheiden.
In vier Jahreszeiten hat Julia Trompeter ihren Roman gegliedert und als der Sommer endet, hat Klara ihren Weg gefunden. Wohin er führt, das wird dann eine andere Geschichte.
Oberflächlich
Bewertung aus Neu Darchau am 04.07.2019
Bewertungsnummer: 1225562
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Zunächst hatte ich den Eindruck, den Versuch einer Neuauflage von „Frau Antje und Herr Mustermann“ vor mir zu haben, denn auch ich habe mich schon mit der Niederländischen Sprache auseinandergesetzt.
Während der ersten Seiten konnte ich mich von dem Eindruck nicht freimachen, dass es der Hauptperson mehr darum ging, sich über Banalitäten und Ausdrucksmöglichkeiten der Niederländischen Sprache lustig zu machen, denn ihre Bemerkungen gehen über die reinen Beobachtungen hinaus.
Nachundnach wird jedoch deutlich, dass Klara mit ihren Beobachtungen und Andeutungen ihre Trennung verarbeiten will. Ob ihr dieses nun gelingt, indem sie sich einem wesentlich jüngeren Freund zuwendet oder sich doch in das Niederländischen Alltagsleben integriert, sei dahingestellt.
Ich kann mich weder in die Geschichte noch in die Hauptfigur hineinversetzen. Bei dem Versuch dieses zu erreichen, hilft auch die Einteilung der Kapitel nicht, denn dieses suggeriert, das es sich um einzelne Kurzgeschichten handelt, obwohl die Kapitel aufeinander aufgebaut sind.
Das Buch ist sicherlich für jemand unterhaltsam, der die Niederlande aus dem Urlaub kennt oder der Niederländer auf dem Campingplatz kennengelernt hat. Aber jemand der sich ernsthaft mit den Niederlanden und der Niederländischen Sprache auseinander ein „Nogo“.