Über das Buch:Der 82-jährige Universalwissenschaftler hat Mathematik, Physik und Philosophie studiert. Vor allem aber war er schon immer ein neugieriger, unerschrockener Mensch, der die Grenzen suchte. Vieles, was er anpackte, hört sich abenteuerlich an, in Tat und Wahrheit war es ein Spiel mit dem Leben. Natürlich gab es nebst den nervenkitzelnden Zielen unter Wasser und in der Luft auch weniger dramatische Unternehmungen. Da ist zum Beispiel der begnadete Musiker mit dem grossen Flügel, die Erfindung der automatischen Rechtschreibekorrektur, die ersten Schreib- und Übersetzungsprogramme, die neuartigen eng anliegenden, wasserundurchlässigen Tauchanzüge.Für Hannes Keller ist wichtig, dass man einfach drauflosdenkt. Die Motivation seines Schaffens ist stets das Sprengen von Grenzen. Der Kommerz ist ihm zutiefst zuwider. Sein Leben hört sich an wie eine permanente Horizont-Erweiterung.Aus dem Inhalt:• Tiefentod• Theo Lieven• Tartarov• Schule• Scheitern• Rolls- Royce• Motorrad• Monster• Militär• Hans Hess• Einstieg• Bühlmann
Kundinnen und Kunden meinen
3.7/5.0
Bewertung
aus Embrach
5/5
26.11.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tiefenrausch
Dieses Buch gefällt mir sehr gut. Bei mir kommen lauter Kindheitserinnerungen auf. Mein Vater hat für Hannes Keller sehr vieles gebaut und so habe ich Hannes Keller auch kennengelernt.
Aber auch die anderen Abschnitte sind sehr interessant und ich habe das Buch richtig verschlungen.
Bewertung
5/5
16.06.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine wunderbare Geschichte!
Welch positive Überraschung. Ich bin eher zufällig auf dieses Buch gestoßen und habe Hannes Keller nicht gekannt. Aber seine Geschichte ist schlicht grandios. Sehr lesenswert!
Bewertung
aus Esslingen
1/5
25.07.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Verliert der Autor professionelle Distanz?
Ein interessantes Büchlein, welches spannende, und für mich unbekannte Facetten aus Hannes' Leben sowie interessante s/w Bilder von den Mischgasexperimenten bringt.
Ein paar kleinere handwerkliche Fehlerchen trüben allerdings das Bild:
- so auf S. 15 der Tod von Peter Small ist zeitlich falsch zugeordnet;
- S. 88: Profil (Bild #6) gehört nicht zum Brissago TG von 1960 sondern zum USN / NEDU TG in 1961
- S. 97: wenn die Jahreszahl in Zeile 10 von 1984 auf 1948 gedreht wird und die Tiefe von 184 m auf 163 m (535 feet) dann wird ein Schuh draus':
und der Rekordtauchgang von Wilfred Bollard, Royal Navy.
Allerdings wurde m.E. mit dem Buch eine Chance vertan, die für uns Taucher wirklich interessanten Hintergründe einmal geschlossen darzustellen:
die essentielle Verbindung zur IBM in Zürich um mit dem Computer automatisiert viele Tabellen zu berechnen und
(S. 115) die Rollen von GERS bzw. Cousteau, USN, RNPL und später dann Details zum Forschungsauftrag von Shell, SSOS und Micoperi.
Die auf S. 112 gepriesenen "Grundlagen" sind mit differenziertem Blick auf die tatsächlichen Ereignisse viel früher
und auch von anderen gelegt worden: um ca. 1907 von John Scott Haldane und seinen Mitarbeitern.
Die weiteren Verbesserungen von den Herren Workman, Schreiner (ca. 1960) und auch 2 deutschen Professoren (Müller & Ruff)
sowie die Arbeiten des Mathematikers Jolly V. Dwyer der USN / NEDU in den 50iger Jahren lieferten Grundlagen für Hannes & Albert Alois.
Auch für die wirkliche "Weltveränderung" (S. 186) waren keineswegs irgendwelche "Keller"-Tabellen notwendig,
sondern, nach übereinstimmender Meinung vieler, auch internationaler und unabhängiger Experten,
die Serie der 5 Editionen "Dekompression / Dekompressionskrankheit"-Monographien von Bühlmann aus dem Springer Verlag, beginnend mit 1983.
Letztenendes hat der Autor wohl die professionelle Distanz zu seinem Subjekt verloren: die geschilderte Euphorie im Zuge des
praktischen Einsatzes bei kommerziellen Unternehmungen ließ rasch nach, da die DCS Raten zu hoch waren. So zu finden,
unter Anderen, z.B. in: Diving & Subaquatic Medicine", Carl Edmonds, Lowry, Pennefather, Walker, 4 th. Ed., Arnold, ISBN 0-340-80630-3, S. 648 oder aber in: Edmonds, Carl; Bennett, Michael et al.(2016) Diving and Subaquatic Medicine, Fifth Edition, CRC Press; ISBN 978-1-4822-6012-0, S. 739 ff:
(Zitat:) "Hannes Keller ... and this approach did not become popular with commercial divers .. because ... the risk of severe DCS."
Oder aber auch da: Bennett, Peter B., Elliott, David H.(eds.) (1982) The Physiology and Medicine of Diving, Third Edition, Best Publishing Co, San Pedro, CA, ISBN: 0-941332020, S. 364, Zitat:" ... it appears that during early development in the 1960s, helium and multiple inert gas schedules
were short and used a great deal of oxygen (see, e.g. Keller & Bühlmann 1965). But in recent years have
become longer and use less oxygen as the emphasis in the industry has shifted from speed to safety."
Und in Hannes' eigenen Worten (aus: Underwater Physiology: Proceedings of the Third Symposium, edited by Christian J. Lambertsen, (Hardcover, 497 pages) The Williams & Wilkins Company, Baltimore 1967 S. 273 ), Zitat: " ... wir haben keinen abschliessenden Beweis für die Gültigkeit der
Gaswechsel-Methode ... und wir sind uns im Klaren, daß die so beschriebene Dekompression nicht sicher genug ist ..."
Die echten "Bühlmann Tabellen", entwickelt aus dem Mischgas-Experimenten von 1964 bis 1981 wurden dann lediglich als "back up procedure"
für Notfälle benutzt. Tatsächlich kommen heute proprietäre Verfahren zum Einsatz die kaum Ähnlichkeiten mit den damaligen Tabellenwerken aufweisen.
Sowohl die COMEX Experimente bei 520 m ab 1970 als auch die Atlantis-Serie ab 1979
im Bereich von 460 bis 650 m waren wegen dem sog. "HPNS"-Syndrom anders aufgebaut.
Relativ neutrale Darstellung dieser Zusammenhänge in der Übersicht von:
J Wendling, P Nussberger and B Schenk: SPUMS Journal Volume 29 No.2 June 1999, S. 91 - 98
MILESTONES OF THE DEEP DIVING RESEARCH LABORATORY ZURICH
Ebenso relativ neutrale, aber dafür sehr umfangreiche Darstellungen, auch von damaligen Kollegen und Betroffenen sind da zu finden:
https://www.divetable.info/BS_ZH/index.htm
Fazit: der Wert des Büchleins aus tauch-historischer Sicht ist überschaubar.