Themenheft »Toleranz« Glaube und Lernen 1/2011
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Ja
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
27.09.2017
Herausgeber
Edition Ruprecht + weitereVerlag
Edition RuprechtSeitenzahl
116 (Printausgabe)
Dateigröße
1143 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783846998489
»Der Begriff »Toleranz« wird im Alltag sehr unscharf gebraucht. In der Regel ist er positiv besetzt, so wie »Intoleranz« zumeist kritisch angemerkt wird. Bei genauerer Betrachtung stösst man schnell auf die Aporie, dass auch Toleranz nicht immer konstruktiv ist, wenn sie nämlich der Intoleranz gegenüber schwach bleibt. Dieses Problem zwingt zu einer genaueren Fassung des Begriffs: Was ist Toleranz und wo liegen die Grenzen der Toleranz? Toleranz ist nicht zu verwechseln mit Indifferenz. Das Problem tritt erst auf, wenn mir eine Einsicht oder Haltung so wichtig ist, dass ich sie um keinen Preis revidieren will. Wie begegne ich dann aber anderen Personen, die gerade diese Einsicht oder Haltung ablehnen? Toleranz erweist sich in der Spannkraft, diesen Konflikt auszuhalten, die eigene Position zu vertiefen, vielleicht auch zu relativieren, und eine entsprechende Reflexion dem Gegenüber zuzumuten. Die theologische Zuspitzung liegt in der Frage, ob der biblische Gottesglaube als Monotheismus immer schon zur Intoleranz neigt. Friedhelm Hartenstein zeigt auf, wie im Bereich der alttestamentlichen Rede von Gott gerade der Glaube an einen transzendenten Schöpfer die eigenen Geltungsansprüche relativiert. Dieser Gottesglaube weiss um die eigene Vorläufigkeit und ist daher bereit zur Selbstkritik. Dazu gehört auch die Einsicht, dass die israelitische Religion nicht aus sich selbst ihre Kraft bezieht, sondern immer wieder auf das rettende Handeln Gottes angewiesen ist. Unduldsam, d.h. auf den ersten Blick intolerant, verhält sich der alttestamentliche Glaube daher nach innen, gegenüber allen Tendenzen, den universalen Gott festzulegen, etwa durch Bilder. So wird der biblische Monotheismus vor dem Anspruch auf absolute Wahrheit bewahrt. In der Geschichte des Christentums ist diese fruchtbare Spannung an entscheidenden Punkten hervorgetreten, aber auch immer wieder in den Hintergrund getreten. Das zeigt der Beitrag von Michael Basse auf. [...]
Frank Surall geht von der positiven Sicht aus, wonach Religionsfreiheit als grundlegendes Menschenrecht gilt. Dann sollte der Begriff »Toleranz« nicht im Sinne eines Zugeständnisses verstanden werden - was der Wortsinn »Duldung« ursprünglich nahe legt. Vielmehr wird die Toleranz zur Tugend. ...« (Aus dem Vorwort von Ernstpeter Maurer)
Frank Surall geht von der positiven Sicht aus, wonach Religionsfreiheit als grundlegendes Menschenrecht gilt. Dann sollte der Begriff »Toleranz« nicht im Sinne eines Zugeständnisses verstanden werden - was der Wortsinn »Duldung« ursprünglich nahe legt. Vielmehr wird die Toleranz zur Tugend. ...« (Aus dem Vorwort von Ernstpeter Maurer)
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