In seinen Träumen begegnet der ehemalige „Charlie Hebdo“-Zeichner Luz seinen früheren Kollegen, die bei dem Terroranschlag vom 7. Januar 2015 ums Leben kamen. Er selbst entging dem Massaker nur durch Zufall, denn er hatte an dem Tag Geburtstag und kam zu spät in die Redaktion. In einer langen, schlaflosen Nacht lässt er seine Zeit bei der französischen Satirezeitung wieder aufleben: die Persönlichkeiten, die es prägten, die hitzigen Diskussionen – und natürlich den Humor, die raffinierten Pointen wie die beiläufigen Zoten.
Luz zeichnet ein intimes, ungeschminktes und höchst lebendiges Porträt von „Charlie Hebdo“ vor dem Anschlag: die getriebenen, idealistischen Journalisten und die begabten Künstler der Redaktion, kritische Geister, Respektlosigkeiten und Tabubrüche, politische Debatten und verlorene Kämpfe. Ganz nebenbei entfaltet er dabei ein Panorama Frankreichs in den Neunziger- und Nullerjahren.
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Der tödliche Anschlag auf "Charlie...
Bewertung am 10.01.2020
Bewertungsnummer: 280253
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Der tödliche Anschlag auf "Charlie Hebdo" ist bereits 5 Jahre her!
Luz gedenkt in seinen sehr lesenswerten Cartoons seinen ermordeten Kollegen und Mitstreitern!
Lassen Sie uns gemeinsam erinnern!
Ein sehr witziges und lebendiges Denkmal für Charlie Hebdo
helena aus Potsdam am 22.10.2019
Bewertungsnummer: 1259132
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich habe mich zuerst von Luz` Vorgängerwerk "Katharsis" begeistern und berühren lassen, in dem er den Anschlag unmittelbar verarbeitet. Schon hier mochte ich seine Nahbarkeit, seine Ehrlichkeit, seinen Witz, seine selbstironische Komik und auch seine Wärme.
4 Jahre später erzählt Luz nun von seiner Zeit bei Charlie Hebdo. Seit 1992 war er dort tätig, bis er 2015 ausschied. 23 Jahre! 23 Jahre, die er mit Charb, Cabu, Tignous und all den anderen verbracht hat. Wie schmerzvoll muss dieser Verlust (gewesen) sein...
Im Grunde bringt der Klappentext alle Wesentlichkeiten wunderbar auf den Punkt. Luz zeigt sehr authentisch den normalen, manchmal aber gar nicht so normalen Redaktionsalltag mit all seinen Witzeleien, Frotzeleien und Diskussionen. Er erzählt von Reportagen in den Pariser Banlieus, in Bosnien während des Krieges, im rassistischen Texas und einiges mehr.
Immer wieder erfährt man natürlich auch das politische Klima in Frankreich, Charlie Hebdo war links, idealistisch, couragiert, politisch handelnd.
Es waren vor allem Männer, einige Frauen gab es aber auch, vor allem in den späteren Jahren. Respekt- und liebevoll, dennoch selbstironisch und auf die Schippe nehmend werden alle Figuren mitsamt ihrer Eigenarten und besonderen Begabungen gezeichnet. Damit hat er ein wundervoll lebendiges und sympathisches Denkmal für die damaligen Mitarbeiter geschaffen. "Jeder war auf andere Weise begabt...Der Eine politisch, Der Andere grafisch, der Nächste humoristisch...Jeder auf seine Art besessen...Das macht die Vielfalt von "Charlie" aus." (S.94)
Grosses Highlight für mich war, als Cabu Luz zeigte, wie er bei Undercover Reportagen in der Jackentasche zeichnen könne...Grosses Kino!
Luz gelang wieder ein berührendes und beeindruckendes Werk, voller Witz, Komik und Selbstironie, scharfsinnig, warmherzig, spannend, dabei sehr authentisch und politisch.
Große Leseempfehlung samt Vorgängerwerk!