Es ist der Winter 1704 und der Tod sitzt auf dem Wipfel einer Tanne und wartet geduldig auf die Geburt eines Kindes. Er ist nicht der einzige - ein Raunen wandert um die Welt und die Schatten lauschen mit gespitzten Ohren. Schon in jungen Jahren macht sich Vida auf den Weg, um die Wahrheit zu finden. Sie hört den Ruf der Toten und begegnet ihrer eigenen Zukunft. Mit dreizehn lehren ihre Tanten sie die Mudras der Verbannung und sich ohne Waffen zu verteidigen. Denn Vida wurde geboren, um das Licht auf die Welt zurückzubringen. Aber niemand rechnet damit, dass sie ihren eigenen Weg geht und selbst dem Tod die Stirn bietet.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
06.10.2021
eBook (ePUB)
Jedes Buch von Zoran Drvenkar ist ein Ereignis, kein Buch gleicht dem anderen, Vergleiche mit anderen Autoren sind müßig, denn Drvenkar spielt in seiner eigenen Liga. So erweist er sich auch dieses mal als wahrer Weltenschöpfer. "Licht und Schatten" ist, ganz anders als der Titel suggeriert, ein facettenreiches Abenteuer, das den Ursprüngen des Bösen, der Dunkelheit, nachspürt und dem Leser einmal mehr gehörig viel abverlangt. Stellt euch mutig der Dunkelheit und bringt Licht in das Leben, haltet die Flamme in euch am Brennen, seid klug und habt Furcht, aber niemals Angst! Wie immer ein Lieblingsbuch. Unbedingt Lesen. Ab 14 Jahren
Himmelsvogel
5/5
15.10.2020
eBook (ePUB)
Düster und anders
Das Buch ist optisch ein Hingucker, da es neben dem wunderschönen, hochwertigen Umschlag, sowie im Innenbereich mit liebevoll gestalteten Linien versehen wurde, welche ,,Licht und Schatten" sehr anschaulich machen.
Mit ,,Licht und Schatten" entführt Zoran Drvenkar ins Russland des angebrochenen 18. Jahrhunderts.
Im Winter des Jahres 1704, da schenkt Yrma einem Kind das Leben, welches schon seit Ewigkeiten erwartet wird. Vida beginnt bereits in jungen Jahren ihre Welt zu erkunden und zu begreifen, welch großes Erbe ihre Mutter ihr hinterlassen hat. Mithilfe ihrer drei Tanten: Asha, Riva & Eka und ihrem Vater Solomon entführt das kleine Mädchen in eine Welt in der man die komplette Schöpfungsgeschichte infragestellt, da einst Mütter die Welt geformt haben und ein Architekt der Zeit Vidas Welt durcheinanderbringt.
Doch man lernt in dieser Geschichte nicht nur Vidas Sicht auf die Dinge kennen, sondern die unzähliger Beteiligter, welche Einfluss auf die Story nehmen, sodass man mehr und mehr versteht. Die Spannung um Vidas Geschichte steigert sich bis zum Ende hin und endet, nach vielen unerwarteten Wendungen, in einem Knall, den man trotz vorheriger Ankündigung so nicht erwartet hatte.
Eine wundervolle Geschichte mit beeindruckendem Schreibstil, der sehr angenehm zu lesen ist.
Bewertung
4/5
19.03.2020
eBook (ePUB)
Fließende Grenzen
Alljährlich im November findet in Berlin-Steglitz das Literaturfestival der Berliner Literaturinitiative “LIN” statt. Die LIN setzt sich sich seit Jahren intensiv für Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen ein. Zoran Drvenkar ist ein regelmäßiger und gern gesehener Gast. Einer, der sofort Sympathie-Alarm auslöst, in erster Linie natürlich wegen seiner Schreibkunst, aber auch, weil er seinen Lesern (und Buchhändlern) nahbar und großherzig begegnet. //
Drvenkar wählt für seine starken Geschichten eher nicht den üblichen, schnurgeraden Weg. Unter gleich zwei Pseudonymen erschien vor einer gefühlten Ewigkeit (2004) “Die Kurzhosengang” – vergeblich war die Suche nach dem kanadischen Original. Sein Freund und Co-Schelm Andreas Steinhöfel trat witzigerweise als (übrigens vorwitziger) Übersetzer auf. //
“Licht und Schatten” richtet sich an junge Erwachsene, wobei die Grenzen wie immer fließend bleiben, doch mit einem anspruchsvollen, klugen Roman ist dabei allemal zu rechnen. “Fließende Grenzen” ist überhaupt eine treffende Bezeichnung von “Licht und Schatten.” Teils historischer Roman, Coming-of-Age Erzählung, teils Fantasy, nordischer Mythos, russisches Märchen, Allegorie uvm., führt der Roman an der Hand der jungen Protagonistin Vida durch faszinierende Landschaften, durch Raum und Zeit. “Es war eine harte, bittere Zeit, in der man sich erzählte, die Götter seien der Menschen müde geworden und hätten die Sonne ausgeblasen.” //
Dabei geht es nicht selten brutal und ziemlich gruselig zu. Stellenweise drängen sich Visionen wie von Hieronymus Bosch auf, Szenen, die auf geniale Weise zum Leben erwachen: “Sie hatten ihre spinnenartigen Beine um die Oberkörper geschlungen und ihre Klauen tief in ihrer Brust vergraben. Sie zerrten an den Organen und bemächtigten sich der Seelen, die sie dann quälten und peinigten. Sie pflügten mit ihren Krallen durch die Emotionen und peitschten die Wut der Menschen an. … Es war ein unsäglich trauriges Bild, weil die Männer und Frauen nicht wussten, was sie plagte und malträtierte.” //
Das Buch hat derzeit an Aktualität noch gewonnen. “ Jede Schwäche des Körpers ist eine Schwäche der Seele … jeder Mensch ist in seinem Kern gesund, sobald aber das Böse einen Einlass in seinen Körper findet und Wurzeln schlägt, blühen die Krankheiten auf wie giftige Pilze, die im Schatten gedeihen. Erst dann finden die Viren und Bakterien ein Zuhause, erst dann kommt es zu einer Infektion.” “Angst ist das kalte Feuer, das deinen Schutz niederbrennt… Die Geschichte der Menschheit ist davon geprägt. Viele suchen die Schuld bei anderen oder verschreiben sich dem Bösen, um ihr eigenes Leid zu lindern… Das Böse ist darin sehr geschickt, ein gutes Geschäft zu seinen Gunsten zu machen. Es reicht den Hilflosen die Hand, um den Schaden zu beheben, den es selbst verursacht hat, während es mit der anderen Hand neuen Schaden zufügt.” Dabei sind natürlich in erster Linie gewisse Archetypen gemeint. Die grundlegende Botschaft liegt in der Bedeutung der Seele, für die der Körper nur ein temporäres und vielleicht nicht das wichtigste Gefäß ist. Was zusammengehört, kann auch durch den Tod nicht getrennt werden und wird sich durch Raum und Zeit immer wieder finden. “Die Seele der Frau stieg in den Nachthimmel auf und drehte sich wie eine glitzernde Schwalbe, die ein letztes Mal das Morgenlicht auf ihren Flügeln einfangen will, ehe sie zwischen den Wolken verschwindet.” //
“Licht und Schatten” ist ein weises Buch über Menschheit und Menschlichkeit, von dem sich zusammenfassend sagen lässt: “Wenn wir nicht ein wenig Güte zeigen, verliert das Leben seinen Wert.”
Bewertung
aus Marsberg
4/5
20.08.2019
eBook (ePUB)
Märchenhaftes
Es ist der Winter 1704 und der Tod sitzt auf dem Wipfel einer Tanne und wartet geduldig auf die Geburt eines Kindes. Er ist nicht der einzige – ein Raunen wandert um die Welt und die Schatten lauschen mit gespitzten Ohren.
Schon in jungen Jahren macht sich Vida auf den Weg, um die Wahrheit zu finden. Sie hört den Ruf der Toten und begegnet ihrer eigenen Zukunft. Mit dreizehn lehren ihre Tanten sie die Mudras der Verbannung und sich ohne Waffen zu verteidigen. Denn Vida wurde geboren, um das Licht auf die Welt zurückzubringen. Aber niemand rechnet damit, dass sie ihren eigenen Weg geht und selbst dem Tod die Stirn bietet.
Der Roman Licht und Schatten hat einen wunderschönen Einband ist ein einem bildhaften märchenhaften Stil geschrieben. Die Handlung spielt in Russland und verweilt sehr lange in der Kindheit der Hauptfigur Vida. Sie ist sympathisch, eigensinnig, mutig, ein tolles kleines Mädchen. Sie wächst bei ihren Tanten auf und soll das Licht in die Welt zurückbringen. Da ihr Erzfeind sie bald entdeckt, muss sie geschützt werden.
Was spannend klingt, ist leider nicht sehr spannend. Die Erzählung ist zäh und langatmig und konnte mich leider nicht fesseln. Sehr schade, weil die Idee an sich mir gut gefallen hat.
Bewertung
aus Bad Liebenwerda
4/5
21.07.2019
eBook (ePUB)
Eine fantasievolle Hommage an die russische Literatur
Das neue Werk von Autor Zoran Drvenkar ist auf dem Markt. Gebunden im Schutzumschlag fällt zuerst das Cover auf, welches ein Landschaftsgemälde mit Landwirtsschaftsfelder zeigt. Für das gerne ist dies definitiv mal etwas anderes aber passend zum Autor. Drvenkars Bücher lassen sich ebenso wenig in ein Schema reinpressen.
Die Handlung spielt beginnt 1704 in Sibirien und verlagert sich dann nach Russland. Im Mittelpunkt steht das Mädchen Vida, welches die Rolle ihrer Mutter einnehmen soll, da diese bei der Geburt des Mädchens verstarb. Ihre Mutter ist die Lehrerin des Todes und so erhält Vida die Gabe die Verstorbene zu sehen, zu hören und ins Licht zu führen.
Durch die Handlung führt ein neutraler Erzähler, welches dem Buch einen leicht märchenhaften Charakter verleiht. Über die Gedankenwelt und das Gefühlsleben wird vor allem von Vida berichtet.
Die anderen Charaktere wie Solomon, Vidas Tanten sind in dieser Hinsicht etwas vernachlässigt wurden, aber trotzdem stimmig und interessant.
Das Besondere an dem Buch ist, dass esoterisches Wissen/asiatische Weisheitslehren sehr gut in die Handlung verwoben wurden. Das Wissen, dass Materie aus Licht besteht, Chakren, Mudras, energetische Entstehung von Krankheitsbildern...
Der erste Teil des Buches ist jedoch deutlich stärker. Zum Ende hin ist mir die Kapitelaufteilung unklar gewesen.
Daher vergebe ich 4 Sterne für eine fantasievolle Hommage an die russische Literatur.