Produktbild: Zeitung für Deutschland

Zeitung für Deutschland Die Geschichte der FAZ

1

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inkl. gesetzl. MwSt.

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

19.09.2019

Verlag

Benevento

Seitenzahl

600 (Printausgabe)

Dateigröße

11138 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783710950902

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

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Erscheinungsdatum

19.09.2019

Verlag

Benevento

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600 (Printausgabe)

Dateigröße

11138 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783710950902

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detaillreiche Zeitungsgeschichte

annlu am 13.01.2020

Bewertungsnummer: 1283028

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Über 50 Jahre lang gehört die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu den wichtigsten Medien Deutschlands. Basierend auf einer großen Anzahl an Quellen stellt der Autor die große Zeitung und ihre Entwicklung in Bezug zu den geschichtlichen Geschehnissen vor, zeigt, wer für ihr Werden eine große Rolle gespielt hat und gibt einen umfassenden Einblick in ihre Ressorts und Artikel. Die Hauptkapitel sind chronologisch geordnet und bringen nicht nur einen Blick in die Geschichte der Zeitung, sondern auch in die politischen und historischen Umstände, die die Zeitung geprägt haben. Um die Vielzahl an Informationen, die der Leser hier erhält, zu verdeutlichen, möchte ich einen kurzen Einblick in die einzelnen – sehr ausführlichen – Kapitel geben. Zu Beginn steht die Gründung der Zeitung, aber auch die Problematik der knappen finanziellen Unterstützung, die dazu geführt hat, dass die Herausgeber auf Geldgaben besonders aus der Wirtschaft angewiesen waren. Dies führte zu einem Kampf um Unabhängigkeit, der nicht immer von Einigkeit geprägt war. Von der Wirtschaftszeitung entwickelte sich die FAZ zu mehr Ressorts und einem international angesehenem Blatt. Sehr interessant war das Kapitel um die Vergangenheitsbewältigung. Die NS-Vergangenheit wird aufgenommen. Die Frage, wie einzelne Journalisten zum Regime standen, zeigt die unterschiedliche Einstellung auf. Hier stehen auch Einzelpersonen (Journalisten, Herausgeber und Unterstützer) im Mittelpunkt, da ihre Vergangenheit beleuchtet wird, aber auch die Stellungnahme der Zeitung selbst. Ein weiterer Punkt sind die Berichterstattungen wichtiger NS-Prozesse und die Aufarbeitung von Massakern. Ganz im Griff des Kalten Krieges geht es weiter. Die Spaltung Deutschlands und die Bindung an die USA werden kritisch gesehen. Dekolonialissierung, Atomwaffen und Wiederbewaffnung Deutschlands werden zu Themen „In der Nachkriegsmoderne“ wendet sich ab von der Politik hin zur Literaturkritik, betrachtet die Wende zur (kulturellen) Moderne samt Experimenten und Kritik durch konservativem Geschmack vor. Die Sechziger bringen das Jahr 1968 und die Reaktionen auf die Studentenrevolte ins Spiel. Einerseits gibt es Sympathiezusprüche, andererseits werden die Aktionen als Angriff auf das Grundgesetz gesehen. Die Roten Siebziger stehen im Zeichen eines internen Streits, der zu Polarisierungen führt. Ein Herausgeber muss gehen und die Redakteure fordern mehr Mitbestimmungsrechte. Die Achtziger bringen nicht nur politische Reformen (hier gehen sie auch auf Reagan und Thatcher ein) mit sich, sondern auch einige Wechsel in der Zeitung. Im nächsten Kapitel wird das Feuilleton näher betrachtet und dabei besonders auf Diskussionen eingegangen. Diese arten mitunter in Streits aus, die über die Zeitung hinausgingen. Der bekannteste unter ihnen ist wohl der Historiker-Streit. Kapitel 8 zeigt die Herausforderungen der Jahrtausendwende, zu denen nicht nur ein kritischer Blick auf den Euro gehören, sondern auch Krisenjahre für die Zeitung. Ein Blick in die Gegenwart mit ihren großen Fragen, von denen manche verschlafen (Internetpräsenz) und andere schon frühzeitig (Einwanderung) behandelt wurden. Das letzte Kapitel nimmt den Blick vom historischem Hintergrund und zeigt die Organisation der FAZ noch einmal detailreich auf – inklusive einem Blick auf die Frauen, die sich in einer strukturierten, wenn nicht elitären, Männerdomäne zurechtfinden müssen. Zusätzlich zum geschichtlichen Einblick gibt es drei Exkurse. Sie beschäftigen sich mit den Kritikern der FAZ und ihre Einflüsse auf das Zeitungsgeschehen, mir dem Sprachwandel und den neuen Themen, mit der Aufnahme der spärlichen Bilder in die Zeitung und mit den Ressorts abseits von Wirtschaft/Politik/Literatur (samt Feuilleton). Eingeleitet werden die Kapitel durch eine kurze Übersicht, die die historische/politische Situation erläutert. Doch schon bald geht es wieder direkt zur Zeitung. Nicht nur viele angesprochene Artikel nehmen das Thema auf, besonders auch die Mitarbeiter/Herausgeber dienen als wichtige Akteure. Eine Vielzahl von ihnen wird genannt, andere mit kurzer Biografie versehen, konfliktreiche Personen bekommen einen größeren Hintergrund. Einige von ihnen kommen selbst zu Wort und erzählen in Abschnitten ihre Sicht auf das Geschehene. Über verschiedene maßgebliche Journalisten werden unterschiedliche Meinungen zum Thema vorgestellt und aufgezeigt, wie sich diese in den verschiedenen Sparten der Zeitung niederschlagen. Zwar nimmt die Zeitung als Ganze eine bestimmte Haltung ein, dennoch kommen auch kritische Artikel und besonders Feuilletons zu Wort. Die Analyse ist sehr umfassend, wie ausführlich die Recherchen sind, die hinter dem Buch stehen, sollen ein paar Zahlen verdeutlichen: Zusätzlich zu den detailreichen Fakten (samt einer großen Anzahl an Zitaten) in den Kapiteln werden unglaubliche 150 Seiten an Anmerkungen geboten. Das Literaturverzeichnis besteht aus 20 Seiten und die Liste der vorkommenden Personen aus 12 Seiten. Fazit: Die Ausführungen sind in einem wissenschaftlichen Stil gehalten, der dem Autor als Professor für Neueste Geschichte eigen ist. Wenn man sich auf diesen einlässt, bekommt man zahlreiche Fakten und Details zur FAZ präsentiert, die einen umfassenden Einblick in die Geschichte und die Arbeit der Zeitung geben.

detaillreiche Zeitungsgeschichte

annlu am 13.01.2020
Bewertungsnummer: 1283028
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Über 50 Jahre lang gehört die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu den wichtigsten Medien Deutschlands. Basierend auf einer großen Anzahl an Quellen stellt der Autor die große Zeitung und ihre Entwicklung in Bezug zu den geschichtlichen Geschehnissen vor, zeigt, wer für ihr Werden eine große Rolle gespielt hat und gibt einen umfassenden Einblick in ihre Ressorts und Artikel. Die Hauptkapitel sind chronologisch geordnet und bringen nicht nur einen Blick in die Geschichte der Zeitung, sondern auch in die politischen und historischen Umstände, die die Zeitung geprägt haben. Um die Vielzahl an Informationen, die der Leser hier erhält, zu verdeutlichen, möchte ich einen kurzen Einblick in die einzelnen – sehr ausführlichen – Kapitel geben. Zu Beginn steht die Gründung der Zeitung, aber auch die Problematik der knappen finanziellen Unterstützung, die dazu geführt hat, dass die Herausgeber auf Geldgaben besonders aus der Wirtschaft angewiesen waren. Dies führte zu einem Kampf um Unabhängigkeit, der nicht immer von Einigkeit geprägt war. Von der Wirtschaftszeitung entwickelte sich die FAZ zu mehr Ressorts und einem international angesehenem Blatt. Sehr interessant war das Kapitel um die Vergangenheitsbewältigung. Die NS-Vergangenheit wird aufgenommen. Die Frage, wie einzelne Journalisten zum Regime standen, zeigt die unterschiedliche Einstellung auf. Hier stehen auch Einzelpersonen (Journalisten, Herausgeber und Unterstützer) im Mittelpunkt, da ihre Vergangenheit beleuchtet wird, aber auch die Stellungnahme der Zeitung selbst. Ein weiterer Punkt sind die Berichterstattungen wichtiger NS-Prozesse und die Aufarbeitung von Massakern. Ganz im Griff des Kalten Krieges geht es weiter. Die Spaltung Deutschlands und die Bindung an die USA werden kritisch gesehen. Dekolonialissierung, Atomwaffen und Wiederbewaffnung Deutschlands werden zu Themen „In der Nachkriegsmoderne“ wendet sich ab von der Politik hin zur Literaturkritik, betrachtet die Wende zur (kulturellen) Moderne samt Experimenten und Kritik durch konservativem Geschmack vor. Die Sechziger bringen das Jahr 1968 und die Reaktionen auf die Studentenrevolte ins Spiel. Einerseits gibt es Sympathiezusprüche, andererseits werden die Aktionen als Angriff auf das Grundgesetz gesehen. Die Roten Siebziger stehen im Zeichen eines internen Streits, der zu Polarisierungen führt. Ein Herausgeber muss gehen und die Redakteure fordern mehr Mitbestimmungsrechte. Die Achtziger bringen nicht nur politische Reformen (hier gehen sie auch auf Reagan und Thatcher ein) mit sich, sondern auch einige Wechsel in der Zeitung. Im nächsten Kapitel wird das Feuilleton näher betrachtet und dabei besonders auf Diskussionen eingegangen. Diese arten mitunter in Streits aus, die über die Zeitung hinausgingen. Der bekannteste unter ihnen ist wohl der Historiker-Streit. Kapitel 8 zeigt die Herausforderungen der Jahrtausendwende, zu denen nicht nur ein kritischer Blick auf den Euro gehören, sondern auch Krisenjahre für die Zeitung. Ein Blick in die Gegenwart mit ihren großen Fragen, von denen manche verschlafen (Internetpräsenz) und andere schon frühzeitig (Einwanderung) behandelt wurden. Das letzte Kapitel nimmt den Blick vom historischem Hintergrund und zeigt die Organisation der FAZ noch einmal detailreich auf – inklusive einem Blick auf die Frauen, die sich in einer strukturierten, wenn nicht elitären, Männerdomäne zurechtfinden müssen. Zusätzlich zum geschichtlichen Einblick gibt es drei Exkurse. Sie beschäftigen sich mit den Kritikern der FAZ und ihre Einflüsse auf das Zeitungsgeschehen, mir dem Sprachwandel und den neuen Themen, mit der Aufnahme der spärlichen Bilder in die Zeitung und mit den Ressorts abseits von Wirtschaft/Politik/Literatur (samt Feuilleton). Eingeleitet werden die Kapitel durch eine kurze Übersicht, die die historische/politische Situation erläutert. Doch schon bald geht es wieder direkt zur Zeitung. Nicht nur viele angesprochene Artikel nehmen das Thema auf, besonders auch die Mitarbeiter/Herausgeber dienen als wichtige Akteure. Eine Vielzahl von ihnen wird genannt, andere mit kurzer Biografie versehen, konfliktreiche Personen bekommen einen größeren Hintergrund. Einige von ihnen kommen selbst zu Wort und erzählen in Abschnitten ihre Sicht auf das Geschehene. Über verschiedene maßgebliche Journalisten werden unterschiedliche Meinungen zum Thema vorgestellt und aufgezeigt, wie sich diese in den verschiedenen Sparten der Zeitung niederschlagen. Zwar nimmt die Zeitung als Ganze eine bestimmte Haltung ein, dennoch kommen auch kritische Artikel und besonders Feuilletons zu Wort. Die Analyse ist sehr umfassend, wie ausführlich die Recherchen sind, die hinter dem Buch stehen, sollen ein paar Zahlen verdeutlichen: Zusätzlich zu den detailreichen Fakten (samt einer großen Anzahl an Zitaten) in den Kapiteln werden unglaubliche 150 Seiten an Anmerkungen geboten. Das Literaturverzeichnis besteht aus 20 Seiten und die Liste der vorkommenden Personen aus 12 Seiten. Fazit: Die Ausführungen sind in einem wissenschaftlichen Stil gehalten, der dem Autor als Professor für Neueste Geschichte eigen ist. Wenn man sich auf diesen einlässt, bekommt man zahlreiche Fakten und Details zur FAZ präsentiert, die einen umfassenden Einblick in die Geschichte und die Arbeit der Zeitung geben.

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Zeitung für Deutschland

von Peter Hoeres

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