Ananke is dead. What do the gods do? Whatever they want. What can go wrong? Everything. Literally, everything.
The final volume of the commercial pop sensation is so momentous it can't be held in one volume. Join us for this two-book package that brings our cycle to an end. It's going to be okay.
Oversized hardcover edition in two joint volumes collecting issues 34 to 45, including the six Specials and supplementary material.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Klaudia Szabo
5/5
13.01.2021
Buch (Taschenbuch)
Unsterblichkeit heißt nicht, dass du ewig lebst ...
Inhalt
Alle 90 Jahre werden 12 Götter in Jugendlichen reinkarniert. Sie sind Popstars, Musen, die Helden ihrer Zeit und innerhalb von zwei Jahren tot. Als Laura im Jahr 2014 alle Konzerte ihrer Götterhelden abklappert, trifft sie auf Luci und wird mitten hineingezogen in die grausame Welt der Götter ihrer Zeit. Doch Laura will nicht fort und helfen, Lucifers Unschuld an einem Mord zu beweisen. Doch die Uhr tickt gegen sie, und auch die übrigen Götter meinen es mit dem Fangirl nicht nur gut
Meine Bewertung
Ich weiß nicht mehr, wann ich das letzte Mal bei einer Rezension vor Aufregung gezittert habe. Am liebsten würde ich in die Welt hinausschreien, dass jeder diesen Comic lesen soll, denn ich habe ihn innerhalb weniger Stunden verschlungen und will mehr! Aber was habe ich von den Machern meiner bisherigen liebsten Comicserie, der Young Avengers, auch anderes erwartet?
Die Story um die 12 Götter, die alle 90 Jahre wiederbelebt werden und auf der Erde gefeiert werden, stand so lange auf meinem Wunschzettel, dass ich es richtig bereue, sie nicht früher ausgegraben zu haben. Was mir bei dem Comic als erstes ins Auge gesprungen ist, sind natürlich die wahnsinnigen Zeichnungen. Ich liebe es, dass die einzelnen Panels nicht zu klein geraten sind und sich auch der Textanteil in Grenzen hält, aber immer noch genug über die Story verrät. Die Bilder sind je nach Stimmung extrem farbenfroh oder auch mal sehr düster, haben aber immer etwas mystisches an sich. Das hat meiner Meinung nach gut zu den Göttern gepasst und das Thema hervorragend aufgegriffen.
Ich muss sagen, dass ich anfangs gar nicht so richtig wusste, was mich erwartet, was das Ganze aber umso spannender für mich gemacht hat. Und das soll es auch sein, denn der Comic lädt den Leser förmlich zum Miträtseln ein und das auf mehreren Ebenen. Im Vordergrund steht natürlich Lucifer, die Reinkarnation des Teufels. Sie ist eine wahnsinnig coole Socke, schreckt nicht davor zurück, sich an brennenden Menschen mal eine Zigarette anzustecken, und verbringt den Großteil ihrer Zeit im Gefängnis, weil sie angeblich den Kopf eines Richters hat explodieren lassen was sie aber bestreitet. Hier kommen auch die restlichen Gottheiten ins Spiel. Wer hat den Richter wirklich getötet? Und wer hat es darauf abgesehen, auch die Götter zu ermorden?
Ich empfand die gesamte Darstellung der skurrilen, aber faszinierenden Storyline als sehr komplex, weshalb man durchaus auch fundierte Englischkenntnisse haben sollte, um mitzukommen. Leider wurde der Comic (nach meinem Kenntnisstand) bisher nicht ins Deutsche übersetzt. Das hindert aber nicht daran, die hervorragenden Wendungen mitzuerleben, verschiedenste Götter kennenzulernen und auch mal in andere Mythologien einzudringen. Meine Favoritin war neben Lucifer eindeutig Amaterasu, wobei ich Sakhmet und Morrigan auch sehr interessant fand. Alle haben sehr ausgeprägte, unterschiedliche Persönlichkeiten und gehen anders mit ihrer Göttlichkeit um, wobei sie ein Wissen verbindet: Innerhalb von zwei Jahren werden sie alle sterben. Denn der Preis ihrer Kräfte, mit denen sie Wunder wirken können (oder auch nicht?) ist ihr Tod. Um sie zu unterstützen, wacht Ananke über sie eine sehr mysteriöse Figur, die durchaus auch mal ins Geschehen eingreift und es komplett wenden kann.
Was mich besonders fasziniert hat, waren neben der Storyline und den wahnsinnig schönen Zeichnungen (ja, ich schwärme, aber man sieht einfach die Arbeit, die reingeflossen ist, in jedem Panel!) die Trennseiten. In diesem Sammelband sind die ersten fünf Folgen zusammengefasst und zwischendurch mit einer großflächigen Zeichnung einer Gottheit abgetrennt. Außerdem werden zum Wechsel von Zeiten oder Handlungsorten auch Trenner verwendet, die in schlichtem Schwarz gehalten sind und die Symbole der jeweiligen Gottheiten beinhalten wobei man über manche echt rätseln muss, wem sie gehören. Auch das hat mich noch stärker in die Story reingezogen und mitfiebern lassen, denn auf einem Schmierzettel habe ich inzwischen die einzelnen Gottheiten und ihre Symbole für mich festgehalten, da man leicht den Überblick verlieren kann.
Wen ich in dem ganzen Drumherum noch gar nicht erwähnt habe, ist Laura die eigentliche Protagonistin. Man merkt, dass sie von ihrem Leben irgendwie angekotzt ist und mehr will. Trotzdem bleibt sie sehr undurchsichtig, was ich aber in diesem Fall wirklich faszinierend fand. Sie ist ein Fangirl der Götter und besucht jedes Konzert, macht auch einigen Teenagerklischees alle Ehre, aber trotzdem ist da etwas an ihr, das den Leser oft stocken lässt, weil man manchmal etwas länger braucht, um ihre Entscheidungen nachzuvollziehen. Doch ihr Ehrgeiz hat mich begeistert und auch ihre Denkweise war sehr faszinierend.
Alles in allem ist The Wicked + The Divine, Vol. 1 The Faust Act ein Comic, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Er ist stellenweise ziemlich blutig, aber hat eine sehr interessante Storyline, vielschichtige Charaktere und einige krasse Wendungen, die ich absolut nicht habe kommen sehen. Ich bin begeistert und habe mir direkt die nächsten Teile bestellt. Ein grandioses Highlight!
Klaudia Szabo
4/5
29.01.2021
Buch (Taschenbuch)
Das Spiel um göttliche Kräfte ...
Inhalt
Nach dem tragischen Tod einer Gottheit des Pantheons geht das Leben weiter das sollte es zumindest. Doch Laura versinkt in ihrer Trauer, die nur noch gesteigert wird, da sie an sich selbst zweifelt. War es eine bloße Illusion? Eine Täuschung, die ihre Zigarette gezündet hat? Die 12 Götter erheben sich und fallen mit der Verheißung des Prometheus
Meine Bewertung
Der zweite Sammelband von The Wicked + The Divine beinhaltet gleich sechs der einzelnen Hefte und ist damit seinem Vorgänger gegenüber noch besser gefüllt. Nach dem Faust Act wollte ich sofort weiterlesen, und auch Fandemonium war für mich ein Sammelband, den ich kaum aus der Hand legen konnte.
In diesem Band hatte ich das Gefühl, dass zumindest Laura eine sehr große Charakterentwicklung macht. Man lernt die Schattenseiten ihres Lebens, aber auch der Leben der Götter kennen nach Lucifers Ermordung ist nichts mehr so, wie es mal war. Das Pantheon zerbricht, bevor es überhaupt vollständig war, allerdings sind die neuen Götter nicht auf sich allein gestellt.
Laura war mir als Protagonistin in diesem Buch deutlich sympathischer. Sie ist kritisch, zerstört damit aber auch ihre eigenen Hoffnungen, die sie am Ende von The Faust Act noch hatte. Ihre Recherchen führen sie tief hinab in die Dunkelheit des Pantheons, aber auch in die Dunkelheit in ihr selbst. Man merkt hier sehr klar, dass sie durchaus depressive Züge hat, deren Bekämpfung auch angedeutet wird. Alles, was sie will, ist dazuzugehören dem Drängen in ihr Platz zu geben und mit den Göttern auf einer Stufe zu stehen. Ihre Motive dazu werden im zweiten Sammelband sehr viel klarer, aber auch ihre Stärke knickt durch alles, was sie bereits mit angesehen hat, ein wenig ein. Ihre Storyline empfand ich als unheimlich realistisch gestaltet, was die Emotionen angeht, und ich konnte sie sehr gut nachvollziehen.
Das Rätsel um die Götter bleibt weiterhin ein Mysterium, ebenso wie Ananke. Ein bisschen schade fand ich es, dass man in diesem Band nur wenige ins Scheinwerferlicht gedrückte Götter wirklich gesehen hat, denn ich hätte mir mehr von Amaterasu und Minerva gewünscht die bleiben jedoch eher im Hintergrund. Dafür haben Baphomet und Inanna sehr starke, tragende Rollen, was einen sehr interessanten Konflikt ergeben hat, der am Ende einen gewaltigen Cliffhanger hinterließ.
Ananke, die Wächterin der Götter, ist für mich bisher immer noch am undurchschaubarsten. Ihr Charakter ist seltsam, widersprüchlich, und das soll auch so sein, damit sich keiner in Sicherheit wägen kann. Hier war für mich ganz viel Nervenkitzel zu spüren, sobald sie auftauchte, denn auch ihre Warnung vor der Prometheus-Gefahr war sehr drastisch und hat die Geschichte noch einmal in Fahrt gebracht. Töte einen Gott, dann wirst du ein Gott kann das wirklich stimmen? Ich bin immer noch am Zweifeln, aber es gibt so viele Interpretationsmöglichkeiten für die Charaktere und den Leser, dass es faszinierend ist, ins Rätseln zu versinken.
Die Zeichnungen fand ich in diesem Band noch außergewöhnlicher, faszinierender. Hier kommen so viele verschiedene Stile zusammen, mal sehr bunt, mal so düster es passt zu den Figuren, zur ständig wechselnden Stimmung der Storyline, und ich bin fasziniert davon, wie gut dies umgesetzt wurde. Auch das Bonusmaterial am Ende hat mir unheimlich gut gefallen, gibt es doch auch einen Einblick in die Machart des Comics und die Hintergründe, mit denen sich die Entwickler beschäftigen.
Alles in allem war The Wicked + The Divine, Vol. 2 Fandemonium ein grandioser, epischer Fortsetzungsband zum ersten Teil und hat vom künstlerischen Aspekt her noch eins draufgesetzt. Auch wenn es handlungstechnisch nicht so schnell vorangeht wie in Band 1, war viel Charakterentwicklung dabei und der Cliffhanger am Ende ist wieder einmal nicht zum Aushalten. Ich freue mich schon auf den nächsten Band!