Rezension
Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg gehörte zweifelsohne zu den bedeutendsten Fürsten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Über fünf Jahrzehnte (1539-1592) regierte er seine drei Herzogtümer sowie die zugehörigen Grafschaften Mark und Ravensberg mit bemerkenswerter Souveränität und führte diesen gewaltigen Territorienkomplex aus den mittelalterlichen Herrschaftsverhältnissen in die Welt vormoderner Staatlichkeit. Der 500. Geburtstag dieses Fürsten war ein vorzüglicher Anlass, sein Wirken und Schaffen zu würdigen. Namhafte Autoren haben nicht nur biografische Daten zusammengetragen, sondern aufschlussreiche Analysen zu Herrschaft und Hof verfasst, die Einblicke in die oftmals geheimnisvoll anmutende Zeit der Renaissance und des Humanismus bieten. Der Tagungsband lässt sich als ein absolut gelungenes Werk bezeichnen, das viele aktuelle Forschungsthemen aufgreift und für künftige Studien richtungsweisende Impulse gibt.
Die Trias von Herrschaft, Hof und Humanismus führt die wichtigsten Facetten zusammen, in denen das Bild des Fürsten und seiner Handlungsspielräume sichtbar wird. Der Band trägt wesentlich dazu bei, die Konturen der politischen Biografie Wilhelms V. zu schärfen und neue Impulse für die künftige Auseinandersetzung mit dem Herzogtum Jülich-Kleve-Berg im Zeitalter der Konfessionalisierung zu geben.Sabine Arend, in: sehepunkte 18, 2018Wilhelms Leben wird im Kontext des komplexen Kosmos seiner Zeit, der politischen Verhältnisse, religiösen Auseinandersetzungen, Denkstrukturen und kulturell-höfischen Mechanismen dargestellt. Das erweist sich als methodisch transparenter, erhellender und spannender als der Ansatz einer klassischen Biographie.Stefan Pätzold, in: Der Märker 67/68, 2018/2019
Portrait
Prof. Dr. Ralf-Peter Fuchs, geb. 1956 in Witten. Georg Mölich, geb. 1956 in Winningen/Mosel. Leiter der Fachstelle für Regional- und Heimatgeschichte des LVR-Institutes für Landeskunde und Regionalgeschichte Bonn.