"wir waren engel vil gemeit". Das Wesen der neutralen Engel in der Reisefassung der Brandanlegende
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
21.01.2020
Verlag
GRINSeitenzahl
44
Maße (L/B/H)
21/14.8/0.4 cm
Gewicht
79 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-346-09904-4
Für die mittelalterliche Welt ist das irdische Paradies ein realer Ort im Osten hinter Jerusalem, der fast unerreichbar, aber real existiert. In der "Reise"-Fassung des Brandan aus dem zwölften Jahrhundert trifft der Protagonist mit seinen Gefährten gleich auf zwei paradiesische Orte. Das zweite Paradies im Osten der Reise wird dabei von monströsen Mischwesen mit menschlichen und tierischen Attributen bewohnt. Ihre Erscheinung erinnert an die mittelalterliche Vorstellung der Antipoden, monströser, menschlicher bzw. menschenähnlicher Mischwesen, die an den Rändern der damals bekannten Welt entlang des Äquators vermutet wurden.
Doch die Hybride geben sich als neutrale Engel zu erkennen, die bei der Auflehnung Luzifers gegen Gott parteilos geblieben sind. Auch in anderen literarischen Texten des Mittelalters sind diese entscheidungsscheuen, ehemaligen Himmelsdiener zu finden. Während Dante sie in seiner Commedia den farblosen Seelen der Vorhölle zuordnet, sind sie in Wolframs Parzival ehemalige Gralshüter, die auf Gottes Urteil am Tag des Jüngsten Gerichts erwarten, wobei die Frage nach ihrem Schicksal in der Literatur angeregt diskutiert wird.
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