Letzte Ehre

Roman

Friedrich Ani

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Beschreibung


Die siebzehnjährige Finja Madsen ist nach einer Party nicht nach Hause gekommen. Es gibt keine Zeugen, keine äusseren Anhaltspunkte dafür, was mit ihr passiert ist. Die Ermittlungen stecken fest. Oberkommissarin Fariza Nasri vernimmt Personen aus dem Umfeld der Vermissten, darunter auch den Freund der Mutter, Stephan Barig. In dessen Haus hat die Party stattgefunden, während er das Wochenende mit zwei Bekannten auf dem Land verbrachte. Barig gibt gewissenhaft Auskunft. Nasri hört zu, stellt Fragen – und ist sich mit einem Mal sicher, dass der Mann lügt. Doch hat er wirklich etwas mit dem Verschwinden der jungen Finja zu tun, oder verbirgt er etwas ganz Anderes?

Die Suche nach einem verschwundenen Mädchen wird mehr und mehr zu einem Horrortrip durch die Abgründe männlicher Machtfantasien und die Verwüstungen, die sie hinterlassen. Fariza Nasri gerät in einen Strudel der Gewalt, der sie immer weiter mitreisst, bis sie darin zu ertrinken droht. Ein packender, schmerzhafter und düsterer Roman.

Produktdetails

Verkaufsrang 9532
Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 10.05.2021
Verlag Suhrkamp
Seitenzahl 270
Maße 21.3/13.2/3.2 cm
Gewicht 434 g
Auflage 1
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-42990-7

Kundenbewertungen

Durchschnitt
74 Bewertungen
Übersicht
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Großartiger Roman, der allerdings den Titel Krimi verdient.
von Manfred Fürst aus Kirchbichl am 26.08.2021

Die Suche nach einer vermissten siebzehnjährigen Schülerin durch die Münchner KOK Fariza Nasri ist der Katalysator eines Horrortrips durch menschliche Abgründe: Kindesmissbrauch, männliche Gewalt und sexuelle Ausbeutung. Fariza Nasri, mit fast unfehlbarer Fähigkeit, Lügen ihrer Befragten zu erkennen, hat ein beinahe sadistisc... Die Suche nach einer vermissten siebzehnjährigen Schülerin durch die Münchner KOK Fariza Nasri ist der Katalysator eines Horrortrips durch menschliche Abgründe: Kindesmissbrauch, männliche Gewalt und sexuelle Ausbeutung. Fariza Nasri, mit fast unfehlbarer Fähigkeit, Lügen ihrer Befragten zu erkennen, hat ein beinahe sadistisches Vergnügen diese in die Enge zu treiben; ein Geständnis reicht ihr nicht, sie will, dass ihre Opfer sich vor ihr entblößen. Jeden Morgen blickt sie in den Spiegel und spricht mit ihrem Spiegelbild und dieses spricht mit ihr. Mehrere Fälle sind in einander verwoben, wobei es nicht verwunderlich ist, dass der Täter eines bestialischen Frauenmordes, der … ist. Wieder ist es Nasri, der Ani DIE dominante Rolle in seinem Krimi zuschreibt, die zur Aufklärung essentiell beiträgt. Der Cliffhanger am Ende lässt auf einen nächsten Krimi mit KOK Fariza Nasri von Ani hoffen. Ani hat in seinem Krimi neben der Charakterzeichnung von Fariza Nasri und der sie betreffenden Geschichte wenig Platz für anderes gelassen. Dem Leser bleibt dadurch kaum Luft zum Durchatmen. Verstärkt durch den dichten und präzisen Erzählstil, der vollkommen auf Banalitäten und Plattitüden verzichtet. NB. Dass die türkische Spirituose nicht Raki geschrieben wird, geschweige so ausgesprochen wird, ist den Lektoren anzurechnen. Richtig geschrieben wird dieser Anisschnaps wie Rakı, dem ı ohne Punkt, ausgesprochen als ungerundeter geschlossener Hinterzungenvokal.

Aufwühlender Roman
von bookloving am 09.08.2021

Mit seinem neuen Werk „Letzte Ehre “ legt der deutsche Erfolgsautor Friedrich Ani einen fesselnden und äußerst tiefgründigen Roman vor, der mich mit den angeschnittenen Themen und intensiven Einblicken in die Abgründe der menschlichen Seele sehr bestürzt, aufgewühlt und nachdenklich zurückgelassen hat. Die sehr subtil angeschnit... Mit seinem neuen Werk „Letzte Ehre “ legt der deutsche Erfolgsautor Friedrich Ani einen fesselnden und äußerst tiefgründigen Roman vor, der mich mit den angeschnittenen Themen und intensiven Einblicken in die Abgründe der menschlichen Seele sehr bestürzt, aufgewühlt und nachdenklich zurückgelassen hat. Die sehr subtil angeschnittenen Themen wie Gewalt, männliche Machtfantasien, Kindesmissbrauch und Vergewaltigung gehen sehr unter die Haut. Anis anspruchsvolle und genial verschachtelte Erzählweise fordert dem Leser zwar einiges an Aufmerksamkeit und Mitdenken ab, doch ist es sehr spannend mitzuerleben, wie die Hintergründe und Verbindungen allmählich immer deutlicher zu Tage treten und sich schließlich zu einem erschütternden Gesamtbild zusammenfügen. Dem versierten Autor ist es in seinem in drei Teile untergliederten Roman sehr überzeugend gelungen, verschiedene, zunächst vermeintlich nicht zusammenhängende Kriminalfälle ineinander fließen zu lassen und genial miteinander zu verknüpfen. Im Mittelpunkt des Krimis steht die faszinierende Protagonistin Oberkommissarin Fariza Nasri, die im Münchner Referat 101 für Tötungsdelikte arbeitet und anfangs mit Ermittlungen zu einer verschwundenen Schülerin befasst ist. Nach und nach wird klar, dass ihr aktueller Fall mit einem alten, noch nicht aufgeklärten Fall verknüpft ist. Sehr fesselnd ist es mit zu verfolgen, wie geschickt die 58-jährige Verhörspezialistin Fariza Nasri ihre Vernehmungen führt, beharrlich ihre Nachforschungen trotz vieler Widerstände vorantreibt und allmählich ungeahnte Verbindungen und Abgründe aufdeckt. Sehr vielschichtig und beeindruckend zeichnet Ani seine verschiedenen Charaktere. In den mit verschiedenen Zeugen, Opfern und Tätern geführten Gesprächen beleuchtet Ani geschickt die interessanten und äußerst nachdenklich stimmenden Hintergrundgeschichten der verschiedenen Frauenfiguren und gewährt uns eindringliche und mitunter verstörende Einblicke in die persönlichen Schicksale der Opfer. Schrittweise führt er uns zugleich beklemmende, düstere Abgründe der menschlichen Psyche der Täter vor Augen. Sehr faszinierend hat Ani auch seine bemerkenswerte Protagonistin Fariza Nasri angelegt, die wir bereits in seinem Roman „All die unbewohnten Zimmer“ kennengelernt haben. Nach und nach wird deutlich, dass auch die Ermittlerin mit ihrer belastenden Vergangenheit zu kämpfen hat und bisweilen von ihren traumatischen Erinnerungen eingeholt wird. Die schrittweise Beleuchtung ihres facettenreichen, sehr empathischen sowie unerschrockenen Charakters, der dennoch eine höchst beschädigte Persönlichkeit erkennen lässt, hat einen sehr nachhaltigen Eindruck auf mich hinterlassen, so dass ich einer Fortsetzung mit dieser interessanten Hauptfigur mit enormem Potential sehr gespannt entgegensehe. Ani ist wieder ein faszinierendes, glaubhaft ausgearbeitetes Kaleidoskop aus verschrobenen Einzelgängern, Extremisten, Gescheiterten, (Über-)Lebenskünstlern und den vielen traurigen Verlierern in dieser Gesellschaft gelungen. Er versteht es hervorragend, Stimmungen und Bilder mit viel Feingefühl und Eindringlichkeit einzufangen und anschaulich zu beschreiben. FAZIT Ein fesselnder, sehr tiefgründiger und aufwühlender Roman mit einer sehr faszinierenden Ermittlerin!

Ein beührendes, großartiges Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Burghausen am 09.08.2021

Ich habe schon viele Bücher von Friedrich Ani gelesen, besonders die Süden Reihe und war um so gespannter auf das Buch „Letzte Ehre“. Toll finde ich auch, dass es diesmal eine weibliche Hauptkommissarin gibt. Kurz zum Inhalt: Ein siebzehnjähriges Mädchen ist nach einer Party nicht nach Hause gekommen. Keiner hat etwas bemerkt... Ich habe schon viele Bücher von Friedrich Ani gelesen, besonders die Süden Reihe und war um so gespannter auf das Buch „Letzte Ehre“. Toll finde ich auch, dass es diesmal eine weibliche Hauptkommissarin gibt. Kurz zum Inhalt: Ein siebzehnjähriges Mädchen ist nach einer Party nicht nach Hause gekommen. Keiner hat etwas bemerkt und keiner was passiert ist. Oberkommissarin Fariza Nasri ist mit den Ermittlungen vertraut und vernimmt auch Stephan Barig, den Freund der Mutter. In seinem Haus hat die Party stattgefunden, während Barig nicht zuhause war. Barig gibt brav Auskunft, doch die Kommissarin glaubt das er lügt und etwas zu verbergen hat. Immer weiter gerät sie in einen Strudel voller Gewalt... Ich wusste schon, dass dieses Buch keine leichte Kost werden würde und so habe ich mich schon beim Lesen darauf eingestellt. Im Mittelpunkt des Romans steht männliche Gewalttätigkeit, Frauenhass und Übergriffe auf Kinder. Der Roman ist sehr düster, beunruhigend und viele dieser Szenen spielen sich im Kopf des Lesers ab. Dies gelingt durch die exakte Sprache und genau beschriebenen Personen, die man sich so sehr gut vorstellen kann. Auch der Spagat, dass ein männlicher Autor eine weibliche Erzählstimme in den Mittelpunkt rückt ist perfekt gelungen. Am Schluss bleibt man erschüttert, aber auch ein bisschen versöhnt mit der Situation, zurück. Fazit: Dieser Roman ist keine leichte Kost, aber auch jeden Fall lesenswert.


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