Kontroverse um Adornos Diktum "Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch."
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
17.11.2020
Verlag
GRINSeitenzahl
40
Maße (L/B/H)
21/14.8/0.4 cm
Gewicht
73 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-346-27009-2
Diese Aussage führte zu einer heftig geführten Debatte im Kulturbetrieb der noch jungen Bundesrepublik. Zahlreiche Künstler*innen und Kulturschaffende ausserten sich entsetzt über das Diktum, das als Zensurversuch, als allgemeines Sprechverbot oder Verbot der Darstellung von den Graueltaten des nationalsozialistischen Regimes in den Vernichtungslagern wahrgenommen wurde. Vor allem Uberlebende der Shoah sahen sich durch die Ausserung Adornos in ihrer künstlerischen Reflexion und Verarbeitung des Erlebten eingeschrankt. Doch war Adornos Motivation tatsachlich ein Verbot oder eine Zensur? Er war einer der Autoren der "Dialektik der Aufklarung", die das Umschlagen der gescheiterten Aufklarung in die Barbarei zum Thema hatte. Zudem war er beteiligt an der Studie "The Authoritarian Personality", die eine von autoritaren Charakteren gepragte Gesellschaft als Brutstatte des Faschismus untersuchte. Betrachtet man Adornos Vorgehensweisen und Forschungsfelder, erscheinen die Vorwürfe verdachtig.
Die Tendenz der verkürzten Betrachtung von komplexen Theorien ist heute, vor allem im Hinblick auf das Erstarken des Populismus, als Ersatz für fundierte Betrachtungen von Relevanz.
Die vorliegende Arbeit soll sich eingehend mit der Frage beschaftigen, ob jenes kontrovers diskutierte Diktum Adornos eine direkte Anweisung an den Kulturbetrieb Nachkriegsdeutschlands ist oder ob es sich nicht viel mehr um eine allgemeine Kulturkritik handelt. Und ob diese Kulturkritik nicht ausserst prazise und weiterhin aktuell eine Tendenz beschreibt, die durch die Verzahnung von Kultur und Kapitalismus Kunst nicht mehr von Konsumgütern unterscheidbar macht.
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