Verzerrte Gesichter
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Sprache:Deutsch
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inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
01.12.2020
Verlag
Trubel & HellerSeitenzahl
287 (Printausgabe)
Dateigröße
710 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783969534533
Notar Marc Staiger hat sein Leben überzeugend eingerichtet: erfolgreiche Kanzlei, Frau, Sohn, Sexaffären und diese unverrückbare Höflichkeit. Doch eigentlich widmet er sein Dasein einem alles überschattenden Vergeltungsplan. Getrieben von traumatischen Erinnerungen, verübt er seit fünfundzwanzig Jahren kontinuierlich Attentate auf scheinbar willkürlich ausgewählte Personen. Bis Staigers Sohn Max ungewollt in die Anschlagsserie seines Vaters verwickelt wird und Ermittlerin Milena Novak auf verstörende Ungereimtheiten in den Biografien sämtlicher Beteiligter stösst.Unter Mithilfe von Staigers Frau gelingt es Novak nicht nur, die Vorkommnisse der vergangenen Jahre zu entwirren, gleichzeitig deckt auch Max einige monströse Geheimnisse seines schlagartig alarmierten Vaters auf. Und ab da jagt eine bizarre Wendung die nächste.Rache. Hätte ich gewusst, was sie aus mir macht, hätte ich sie dann gewählt?Eine Geschichte von Besessenheit und Loyalität, Wahrheit und Wirklichkeit, Schuld und Vergänglichkeit.Halsbrecherisch temporeich, schonungslos klug, verblüffend amüsant und abgrundtief analytisch.Gegen die Ausdauer und Konsequenz von Dr. Marc Staiger wirkt der Graf von Monte Christo wie ein müder Kurzstreckenläufer.
Kundinnen und Kunden meinen
Psychopath oder nicht? Marc löste eine düster-morbide Faszination auf mich aus
annlu am 16.03.2021
Bewertungsnummer: 1438063
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Der Notar Marc Staiger ist nicht nur hochbegabt und ein Kontrollfreak, sondern hat auch ein Geheimnis: Sein eigener Racheplan lässt ihn Menschen verstümmeln. Als sein Teeniesohn Max ihm eines abends folgt und dabei beobachtet, gerät nicht nur dieser unter Mordverdacht, sondern auch das Leben der Familie gehörig durcheinander.
Neben Marc sind es sein Sohn Max und die Polizeibeamte Milena Novak, die einen Teil der Handlung einnehmen. Da Marc selbst als Erzähler fungiert, bekommt der Leser einen genauen Einblick in seinen Charakter. Dieser ist nicht leicht zu beschreiben. Er bezeichnet sich selbst als aus der Zeit gefallen – legt Wert auf Höflichkeit und gutes Benehmen. Dabei ist er hochintelligent und sieht alle anderen als dumm an. Allerdings schert er sie nicht alle über einen Kamm, sondern kann die Dummheit und Unterlegenheit der anderen an Handlungen und Aussagen festhalten. Natürlich wirkt er dadurch arrogant und wenig sympathisch. Hinzu kommt seine Gefühlskälte. Emotionen kann er kognitiv nachvollziehen, fühlt sie aber nicht. Er scheint alle zu durchschauen und entsprechend zu reagieren, was sehr danach wirkt, dass er Menschen manipuliert. Marcs Leben dreht sich um seine Rache. Dieser hat er sich seit Jahrzehnten verschrieben. Welches Ausmaß diese wirklich angenommen hat, wird dem Leser erst langsam klar – ebenso wie das Motiv, das über Blicke in seine Vergangenheit aufgezeigt wird.
Hatte ich mir von den Abschnitten rund um Max und Milena noch erwartet, dass sie einen Gegenpol zu Marcs Wesen bilden würde, so wurde ich überrascht. Max wirkte auf den ersten Blick noch sympathisch, Milena nicht. Beide zeigen Gedanken und Handlungen an sich, die ihre schlechten Seiten hervorheben. Man ist als Leser fast schon geneigt, Marcs Abscheu gegen alle anderen zuzustimmen. Dabei wirft er einiges an Kritik und sarkastische Bemerkungen auf, die gegen die Entwicklung der Gesellschaft (und Jugend) zielt, die überspitzt dargestellt wird, deshalb aber nicht weniger wahr ist.
Marc kann man nicht wirklich mögen. Je weiter die Geschichte aber voranschreitet umso faszinierender fand ich seinen Charakter. Sein Motiv wird ebenso offengelegt, wie seine brutalen Taten. Und doch blieb ich als Leser hin und hergerissen, ob ich mir wünschen sollte, dass er entlarvt wird oder lieber doch nicht. Dabei ist es nicht Sympathie, Mitgefühl oder Verständnis, die er hervorruft, vielmehr eine fast schon morbide Faszination für das was er denkt und getan hat.
Fazit: Im ersten Moment fand ich den Charakter von Marc skurril. Je mehr ich von ihm gelesen habe umso faszinierter war ich - auch wenn es eine düster-morbide Faszination blieb, die die Geschichte auf mich auswirkte.