Das deutsche Pachtgebiet Kiautschou. Zwischen "Musterkolonie" und Gewalteskalation
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
19.11.2020
Verlag
GRINSeitenzahl
21 (Printausgabe)
Dateigröße
657 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783346299499
Ausgehend von der Analyse des Handbuchs für das Schutzgebiet Kiautschou, in dem alle geltenden Verordnungen aufgeführt sind, sowie einiger überlieferter Schreiben geht diese Arbeit der Fragestellung nach, in welchem Mass das Konzept der deutschen ,Musterkolonie' in China die Wahrnehmung kolonialer Gewalt beeinflusste.
Dabei wird zuerst auf den historischen Kontext eingegangen, um die Rahmenbedingungen, sprich das imperialistische Interesse der westlichen Mächte in China sowie das deutsche Vorgehen bei der Erlangung ihrer Musterkolonie, zu umreissen. Anschliessend sollen wesentliche Aspekte des Handbuchs für das Schutzgebiet Kiautschou hinsichtlich der Gewaltanwendung und dessen Zweck in der ,Musterkolonie' analysiert werden, bevor die Realität der kolonialen Gewalt anhand überlieferter Telegramme zwischen chinesischen Beamten und der militärischen Führung im ,Marine-Hauptsitz' Qingdao dargestellt wird.
Die aus der Gegenüberstellung dieser Perspektiven gewonnenen Erkenntnisse sollen schliesslich Auskunft darüber geben, inwiefern das Ziel, in Kiautschou eine ,Musterkolonie' zu errichten, die Wahrnehmung kolonialer Gewalt beeinflusste. Aufgrund der Komplexität der dieser Arbeit zu Grunde liegenden Thematik und des umfangreichen Literatur- und Quellenbestandes liegt der Fokus der Untersuchung auf den Anfangsjahren bis 1900, in denen das Konzept der ,Musterkolonie' entstanden ist. Des Weiteren eigenen sich die ausgewählten Quellen gut für eine derartige Untersuchung, da mit dem Handbuch eine Art Überblick über die Marine-Akten, die die "Hauptquelle zur jüngsten deutschen Militärgeschichte" sind, während die erhaltenen Telegramme den Gegenpol zu der deutschen Herrschaftsperspektive bilden. Auf diese Weise soll mit den einseitig tradierten Bildern einer ,Musterkolonie' aus deutscher Sicht und eines "imperialistischen Aggressionsaktes" aus chinesischer Perspektive gebrochen werden.
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