Der Untergang des Weströmischen Reiches in "Romulus der Große" von Friedrich Dürrenmatt und der Altertumswissenschaft (Pazifistische) Wende oder Fortführung des Status quo?
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Erscheinungsdatum
09.02.2021
Verlag
GRINSeitenzahl
21 (Printausgabe)
Dateigröße
609 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783346342287
Die Literatur des 19. und 20. Jahrhundert hat sich mit vielen Ereignissen aus der antiken Geschichtsschreibung beschäftigt. Friedrich Dürrenmatt hat mit der Komödie "Romulus der Grosse" versucht, mithilfe eines Ereignisses aus der Antike das gesellschaftliche Umfeld nach dem 2. Weltkrieg zu charakterisieren. Sein Drama stellt jedoch auch aus althistorischer Sicht eine bemerkenswerte Wahrnehmung über den Untergang des Weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert n. Chr. dar.
Als These lässt sich formulieren, dass das Drama und die Geschichtsschreibung das Ende des Weströmischen Reiches durch die Vertreibung des letztes weströmischen Kaisers Romulus und durch die Ernennung des Skiren Odoaker zum König Italiens aufgreifen. Allerdings sind die Darstellung von Romulus und die Rahmenbedingungen, die zum Ende des Weströmischen Reiches führen, in beiden Varianten jeweils unterschiedlich dargestellt. Dürrenmatt bezieht ebenso anachronistische Aspekte in das Drama ein, wie z. B. Romulus' Passion für die Hühnerzüchtung. Ausserdem versucht Dürrenmatt darzustellen, dass der Untergang des Weströmischen Reiches keinen Wandel hervorruft und Romulus' Hoffnungen, mehr Pazifismus und das Ende einer alten Weltordnung zu ermöglichen, sich durch die Fortsetzung eines neuen Gewaltregimes unter Theoderich nicht erfüllt. Auch in der Altertumsforschung kann festgestellt werden, dass das Ende des Weströmischen Reiches durch die Aufrechterhaltung von römischen Institutionen und des römischen Einflusses aus Konstantinopel keinen Wandel hervorbringt, sondern die bestehenden römischen Herrschaftsverhältnisse fortsetzt.
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