Produktbild: Der Untertan
Band 20665

Der Untertan Roman

Aus der Reihe Reclam Heinrich Mann
16

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.05.2022

Verlag

Reclam, Philipp

Seitenzahl

470

Maße (L/B/H)

18.9/12/3.2 cm

Gewicht

403 g

Farbe

Beige / Grau

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-15-020665-2

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.05.2022

Verlag

Reclam, Philipp

Seitenzahl

470

Maße (L/B/H)

18.9/12/3.2 cm

Gewicht

403 g

Farbe

Beige / Grau

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-15-020665-2

Herstelleradresse

Reclam Philipp Jun.
Siemensstr. 32
71254 Ditzingen
DE

Email: auslieferung@reclam.de

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  • buch.pilot

    4/5

    08.04.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Nach oben buckeln, nach unten treten

    Heinrich Manns „Der Untertan“ erzählt die Lebensgeschichte des Opportunisten und Karrieristen Diederich Heßling. Der Leser folgt dem verwöhnten Fabrikantensohn von dessen Kindheit bis hin zur Sicherung seiner Stellung in der wilhelminischen Gesellschaft des deutschen Kaiserreichs um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Heßling ist einerseits ein Mitläufer ohne Rückgrat und damit der perfekte Untertan, andererseits ist er aber auch ein Choleriker, ein Lebemann, Egoist und Tyrann. Er lebt nach dem Prinzip: Nach oben buckeln, nach unten treten! Heinrich Mann wollte seinen „Untertan“ als Sinnbild des wilhelminischen Reiches verstanden wissen. Mit beißendem Witz übt seine Satire unverhohlene Kritik am Kaiserreich sowie am kaiserfanatischen Bürgertum. Das fand Manns Bruder Thomas ursprünglich gar nicht gut. Er warf seinem Bruder unter anderem „nationale Ehrabschneiderei“ vor. Heute gilt der Roman als wichtiges literarisches Dokument über das Kaiserreich, in dem eine mustergültige Zeichnung des zeittypischen Männertypus steckt. Darüber hinaus findet man darin bereits das Vorspiel zum Ersten Weltkrieg und nicht nur das: In seinem Protagonisten Diederich Heßling hat Mann bereits 1918 den Archetypus des idealen Nationalsozialisten gezeichnet. Doch „Der Untertan“ übt nicht nur Kritik am von Diedrich so häufig beschworenen „nationalen Geist“. Auch den politischen Gegner, die Sozialdemokratie, zeichnet Heinrich Mann ambivalent. Er hebt nicht nur die Errungenschaften für die Arbeiterschaft hervor, sondern zeigt durch die Entwicklung seiner Figur Napoleon Fischer, Vorarbeiter in Heßlings Fabrik und später sozialdemokratisches Reichstagsmitglied, dass kein politisches Lager vor der Gefahr der Korrumpierbarkeit durch Macht und Kapitalismus geschützt ist. Angesichts der politischen Entwicklungen der vergangenen Jahre muss man (leider) festhalten: „Der Untertan“ ist heute wieder aktueller als in den Jahrzehnten davor. Der Typus des Protagonisten Diederich Heßling ist ohnehin zeitlos.

  • Bewertung

    5/5

    30.12.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Hervorrandes Buch

    Ich mag den Schreibstil von Heinrich Mann. Die klare und präzise Beschreibung von Menschen und ihre Taten, Einfach toll!

  • MaWiOr

    aus Halle

    5/5

    15.10.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Zwei Monate vor Ausbruch des…

    Zwei Monate vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges hatte Heinrich Mann seinen Roman „Der Untertan“ beendet. Die satirische Entlarvung des Untertans und Emporkömmlings Diederich Heßling, der schwächliche Spross eines kleinen Papierfabrikanten, bildet den Mittelpunkt des Romans. Vom Vater gedemütigt, findet Heßling seinen Platz im bierseligen Kollektiv einer Burschenschaft und wird schließlich zum skrupellosen Fabrik-Erben, der nach oben buckelt und nach unten tritt. Minderwertigkeitskomplexe und Größenwahn gehen bei Heßling Hand in Hand. Seine Sucht zur lustvollen Unterwerfung gipfelt in absoluter Hörigkeit dem Kaiser gegenüber, der sich in imperialistischem Größenwahn zum Weltenherrscher berufen sieht. Heßling ist das Paradebeispiel eines feigen Opportunisten, eine »Vorgestalt des Nazi«, wie Heinrich Mann später einmal sagte. „Der Untertan“ gilt als das berühmteste Portrait des wilhelminischen Kaiserreiches, das aber erst nach Aufhebung der Zensur im Dezember 1918 als reguläre Buchausgabe erscheinen konnte. Heinrich Mann erzählt mit ironischer Distanz das Leben eines opportunistischen Aufsteigers und analysiert daran beispielhaft und visionär die nationalistische Politik der Vorkriegszeit. „Der Untertan“ ist zwar im wilhelminischen Zeitalter verortet, aber der Weg und die Charakterisierung Diederich Heßlings hat bis heute nichts an Aktualität eingebüßt: Obrigkeitshörigkeit, fehlende Zivilcourage, Angst vor dem Überhandnehmen von Notleidenden, Effizienzdenken oder wirtschaftlicher Opportunismus sind Phänomene der Gegenwart. Ergänzt wird die Penguin-Taschenbuchausgabe durch die legendäre Buchkritik von Kurt Tucholsky, die am 20. März 1919 in der „Weltbühne“ erschien.

  • Bewertung

    aus St. Gallen

    5/5

    19.05.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Beklemmend

    Über dieses Buch gibt es nichts mehr anzufügen, was nicht bereits vielfach reflektiert wurde.

  • Mandurah

    aus Wunstorf

    5/5

    26.02.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Unangenehme Wahrheiten über das deutsche Mitläufertum

    Angezogen von der Macht wie die Motte vom Licht entwickelt sich der Protagonist Diederich Heßling vom „weichen Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt“ zu einem autoritären Charakter, der schließlich als Papierfabrikant der reichste und mächtigste Mann des Ortes wird. Gab es in seiner Kindheit, Jugend und Studentenzeit noch Momente in denen Heßling die Möglichkeit gehabt hätte, seinen eigenen Weg zu suchen und zu finden, folgt er alsbald nur noch der Macht, die über ihm Stehende – allen voran der von ihm vergötterte Kaiser Wilhelm II. – symbolisieren. Auch viele seiner Mitmenschen, seien es einfache Arbeiter, brave Bürger oder Adlige verfallen mehrheitlich dem „Untertanenprinzip“ – nach oben buckeln, nach unten treten. Auf der Strecke bleiben dabei gedeckt vom Mantel des deutschen Spießbürgertums sämtliche Skrupel gegenüber den Mitmenschen und sich selbst. Liebe, Mitleid und Demokratie werden zusehends für den Protagonisten und viele andere zum Fremdwort. Auch heute noch - leider – ein allzu aktuelles Problem…

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    Anhang
    Zu dieser Ausgabe
    Der Untertan – Klassiker und hochaktuell
    Zeittafel