Ein erschütternder Kriminalroman vor dem historischen Hintergrund der Massenverhaftungen japanischer US-Bürger nach Pearl Harbor
1944: Die 22-jährige Aki Ito und ihre Eltern werden aus dem kalifornischen Internierungslager Manzanar entlassen, wo sie wie viele Tausend andere japanisch-amerikanische Bürger nach dem Angriff auf Pearl Harbor gefangen gehalten worden waren. Das Leben der Itos, wie sie es kannten, ist vorbei. Sie werden ins weit entfernte Chicago geschickt, wo bereits Akis ebenfalls umgesiedelte Schwester Rose auf sie wartet. Doch am Abend der Familienzusammenführung im neuen japanisch-amerikanischen Viertel an der Kreuzung Clark und Division wird Rose von einem U-Bahn-Zug erfasst und stirbt. Die Polizei stuft den Todesfall als Selbstmord ein, doch Aki kann nicht glauben, dass ihre geliebte, makellose, optimistische Schwester sich das Leben genommen haben soll, und trifft bald auf ungeahnte Abgründe...
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Monika
aus Augsburg
5/5
06.01.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Roman „Clark & Division“…
Der Roman „Clark & Division“ von Naomi Hirahara ist ein spannender historischer Kriminalroman und zugleich eine fesselnde Familiengeschichte. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor 1944 wird die junge japansch-amerikanische Aki Ito zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester in das Internierungslager Manzanar in Kalifornien gebracht. Schon bald wird die große Schwester Rose aus dem Lager entlassen und in das weit entfernte Chicago geschickt. Dort bereitet sie alles auf die Entlassung der restlichen Familie und der Familien-zusammenführung vor, der die ganze Familie mit großer Ungeduld und Freude sehnt. Am Abend der Ankunft von Aki und ihren Eltern in Chicago wir Rose in der U-Bahn-Station Clark & Division von einem Zug überfahren. Der Unfall wird als Selbstmord deklariert und zu den Akten gelegt. Aber Aki kennt ihre Schwester als optimistische und lebensfrohe Person und ist sich sicher, dass diese sich nicht das Leben genommen hat. Auf eigene Faust beginnt sie mit Nachforschungen. Dabei stößt sie bald auf erschreckende Abgründe und Verbrechen. Das Buch ist sehr ergreifend und spannend. Aki versucht ein geregeltes Leben zu führen, findet eine Arbeit und kümmert sich um das Wohl und Glück ihrer Eltern. Gleichzeitig begibt sie sich in große Gefahr bei der Aufklärung des Todes ihrer Schwester. Sie bekommt Unterstützung von Freunden und findet ihre erste große Liebe. Mich hat der Roman sehr gefesselt. Die Geschichte ist sehr spannend und fesselnd und lässt sich gut und flüssig lesen. Es ist eine gelungene Mischung aus Familiengeschichte und Thriller, die einen guten Einblick in die historischen Ereignisse und das Leben der japanisch-amerikanischen Bürger vermittelt. Vorne und hinten im Buch ist ein Stadtplan mit den wichtigen Stationen von Aki bei ihrer Aufklärung des Todes abgedruckt. So konnte ich die Wege, die sie zu Fuß und auch mit der U-Bahn zurücklegt nachverfolgen. 5 Sterne für diesen spannenden und sehr ergreifenden Roman.
Manu
aus Herbolzheim
4/5
31.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman war mein erster…
Dieser Roman war mein erster der Autorin. Der Klappentext und das Cover haben mich neugierig werden lassen und ich wurde nicht enttäuscht. Aki ist eine japanisch amerikanische Bürgerin und sie verschlägt es nach Chicago. Dort geht sie dem Tod ihrer Schwester nach, der als Selbstmord abgetan wird, was Aki jedoch nicht glaubt. Um herauszufinden, ob es ihr gelingt, die Wahrheit des Todes ihrer Schwester zu erfahren, müsst ihr das Buch am Besten selbst lesen. Der Schreibstil war flüssig und daher gut zu lesen. Man erfährt auch historische Hintergründe über das Leben japanischer Menschen in den USA. Viele dieser Fakten waren für mich neu, jedoch interessant. In Aki konnte ich mich gut hineinversetzen. Ein toller und lesenswerter Kriminalroman, für den ich gute vier Sterne vergebe.
http://i-am-bookish.blogspot.com
4/5
11.02.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mein erster Gedanke, noch…
Mein erster Gedanke, noch bevor ich überhaupt die Inhaltsangabe las, war, dass "Clark & Division" irgendwie klingt wie ein Detektiv-Ermittlerpärchen, die in einem kleinen schrammeligen Büro unliebsame Fälle übernehmen muss. Aber... nein, darum geht´s nicht, wirklich gar nicht. Obwohl es durchaus detektivistisch wird. Tatsächlich ist Clark & Division aber eine U-Bahn-Station in Chicago. Und nach Chicago verschlägt es die 22-jährige Aki und ihre Eltern für einen Neuanfang, nach ihrer Entlassung aus einem Internierungslager in Kalifornien. Für mich war viel Neues in diesem Buch enthalten; Themen und historische Fakten, mit denen ich mich kaum oder auch gar nicht wirklich ausgekannt habe zuvor. Die ganzen Geschehnisse nach dem Angriff auf Pearl Harbour durch die Japaner, was Auswirkungen haben sollte auf alle japanisch-stämmigen Einwohner in den USA - das war etwas, über das ich vor dem Lesen wirklich so gut wie nichts wusste. Durch das Buch bekommt man einen ziemlich guten Eindruck, unter welchen Umständen Japaner damals in den USA leben mussten, wie diese zwangsweise gewissermaßen "eingesperrt" wurden in Internierungslager, von denen sie dann nach einigen Monaten bis Jahren irgendwo anders hin geschickt wurden - und sich damit ungewollt einem Neuanfang stellen mussten. Genau so geht es Aki und ihren Eltern. Sie sind auf dem Weg nach Chicago, um sich dort eigentlich mit Akis älterer Schwester Rose für den Beginn eines neues Lebens zu treffen, als sie die Nachricht erhalten, dass Rose gestorben ist - überfahren von einer Subway an der Station "Clark & Division". Aki will nicht glauben, dass es sich um einen Selbstmord handelt und fängt an, im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst zu ermitteln. Diese Möglichkeiten sind begrenzt, und auch das fand ich interessant zu lesen. Das Bild und die Rolle der Frau in den USA der 40ern, noch dazu einer mit japanischen Wurzeln, hat die Autorin anschaulich wiedergegeben. Hauptsache sittsam und tugendhaft, dezent im Hintergrund und bloß nicht auffallen, das ist die Maxime. Das ist Aki auch, aber ich hätte sie mir gern etwas mutiger und forscher gewünscht. Sie bleibt sehr in ihrem vorgegebenen Rahmen, und vermutlich war es auch das, was ich letztlich ein bisschen ermüdend am Buch fand. Die Story an sich ist nicht schlecht und durchaus lesenswert - eben schon allein aufgrund des historischen Bildes, das man geboten bekommt -, aber für mich hat sich die ganze Geschichte um den (Selbst-)Mord an Rose hier und da ganz schön gezogen. Es ist ein sehr langsames und stückhaftes Bild, das sich da zusammenfügt, und manchmal hat das meine Aufmerksamkeit ein wenig gekostet. Noch dazu haben mich manche japanische Formulierungen oder Wörter im Lesefluss gestört, wenn sie wie selbstverständlich in den (deutschsprachigen) Satz eingebaut sind, ohne aber so richtig erklärt zu werden. Bei manchen Wörtern war das Fall und ich muss gestehen, dass mich das manchmal arg genervt hat. "Clark & Division" ist ein Kriminalfall, ein ruhiger und bedächtiger, mit interessanten historischen Fakten rund um eine nicht ganz so ausdrucksstarke Hauptprotagonistin. Aki hat bei mir leider wenig Eindruck hinterlassen, die Aufdeckung des Todesfalls ist dennoch gut umgesetzt.
Book-addicted
aus www.book-addicted.blogspot.com
4/5
01.02.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
*Meine Meinung* Gerade weil…
*Meine Meinung* Gerade weil ich bisher nicht wirklich etwas über japanische Auswanderer in Amerika gelesen habe, fand ich die Lektüre erfrischend anders. Besonders weil man neben der Aufklärung des Kriminalfalls auch viel vom Familienleben der Itos mitbekommt, taucht man viel mehr in deren Familienleben ein, als man es anfangs gedacht hätte. Die einzelnen Charaktere selbst bleiben einem jedoch eher fremd, denn jeder einzelne von ihnen ist ruhig, zurückhaltend, wenig emotional und eher distanziert. Damit hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, denn ich mag gerade Charaktere die Auffallen und sich von der Masse abheben besonders gerne. Familie Ito jedoch verschwindet in der Masse und fällt nicht gerne auf. Der Schreibstil ist ruhig und klar, gut lesbar und trägt vielleicht sogar wegen der Nüchternheit zur Erhöhung der Spannung bei. Der Plot gefiel mir nämlich wirklich gut, denn er wirkt durchaus realistisch - und damit irgendwie erschütternd. Obwohl mir das Buch gefallen hat, habe ich immer wieder meine Zeit gebraucht, um wirklich weiterzulesen, was vielleicht auch daran liegen mag, dass ich es mir nicht unbedingt selbst ausgesucht hätte. Dennoch mag ich es, in neue Genre oder Thematiken abzutauchen, weil man jedes Mal eine Menge mitnimmt. Wertung: 4 von 5 Sterne!
mesu
5/5
20.01.2026
eBook (ePUB 3)
Ein schweres Leben Die junge…
Ein schweres Leben Die junge Aki Ito und ihre Eltern sind japanisch-amerikanische Bürger und werden im Schicksalsjahr 1944 aus dem Internierungslager Manzanar freigelassen und nach Chicago umgesiedelt. Hier ist alles anders, neu, aber nicht unbedingt einfacher. Akis ältere Schwester Rose ist bereits dort hingelangt. Doch als die Familie Chicago erreicht, ist Rose tot. Angeblich hat sie Selbstmord begangen, sich vor einen Zug geworfen. Aki glaubt nicht daran und versucht auf eigene Faust den Tod ihrer Schwester aufzuklären und zu begreifen. Es ist gefährlich, zermürbend, und fast ausssichtslos. Doch Aki ist eine Kämpferin und gibt niemals auf..... Eindringlich und glaubhaft schildert die Autorin das Leben der Menschen die von heute auf morgen alles hinter sich lassen müssen, verbannt, eingesperrt und wieder neu anfangen, aber niemals aufgeben. Egal wie schwer das Schicksal es auch mit ihnen meint. Absolut lesenswert!