Auf der Suche nach seiner Identität reist Ayo nach seinem Abitur von Deutschland aus ins bolivianische Amazonasbecken, wo eine Vielzahl undurchschaubarer Konflikte um Land und Kultur seine Werte und Normen auf den Kopf stellen. Dazu kommt noch der mysteriöse Tod seines Grossvaters. Ob die Legende des Arawak-Volkes wohl wahr ist? Die Suche nach Klarheit verwickelt ihn in ein undurchdringliches Geflecht aus Umweltzerstörung und Korruption. Wenn er der Legende auf den Grund gehen könnte und ihn doch nur einmal sehen könnte, Abu, den Jaguar, bevor die grossen Waldbrände ihn für immer auslöschten...
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Bewertung
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04.09.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein höchst informatives Buch in Form eines Kriminal-Romans!
Ein höchst informatives Buch in Form eines Kriminal-Romans! Die Indigenen-Problematik im ost-bolivianischen Tiefland wird realistisch und sachkundig in die Geschichte eingebunden. Man leidet mit, wie Regenwald zerstört wird. Man erlebt die schwelenden Feuer in der Trockenzeit und die Übertölpelung der lokalen Indigenen. Man schüttelt den Kopf über die Ausbreitung der großen Viehzuchtbetriebe und das ungestüme Vordringen der Hochland-Indigenen.
Die Autorin hat sich seit Beginn ihres Studiums mit indigenen Völkern beschäftigt, mit dem Schicksal autochthoner Gruppen in der Kordillere genauso wie mit den Konflikten am Anden-Fuß. Diese sind durch das Aufeinandertreffen von Zuwanderern aus dem Hochland und örtlicher Bevölkerung entstanden. So wird die Autorin nach ihrer Dissertation zehn Jahre lang als Konflikt-Moderatorin im bolivianischen Oriente tätig .Sie kennt die Thematik aus ihrer eigenen Arbeit und aus ihrem familiären Umfeld
Die Sprache des Krimis ist mitreißend und ausgesprochen differenziert. Die benutzten Bilder sind originell und man bewundert die Präzision der Schilderung. Das berührt insbesondere die fachlichen Zusammenhänge, die sich auf die Vernichtung von Natur, Mensch und Psyche erstrecken. Man fragt sich, wie in einem solchen Umfeld Entwicklung gelingen kann!
Und es gibt die Geschichte des Buches: Der Enkel eines Arawak-Indigenen begibt sich auf die Suche nach seiner Familie. In Deutschland aufgewachsen, verfügt er über die technischen Möglichkeiten der digitalen Welt, sei es ein Satelliten-Kartenprogramm oder ein WhatsApp mit Deutschland (von einem günstig gelegenen Hügel aus). Er trifft auf die Geisteswelt seines Volkes, auf Legenden und lebendige Stories. Das Buch ist ein Entwicklungsroman, der den Youngster an den Problemen unserer Welt und am Schicksal seines Volkes reifen lässt. Er trifft auf Wärme, Ungereimtheiten und Bedrohung. Ob er sein Ziel erreicht?
Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Schoop (August 2022)