Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB 3
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
12.09.2022
Verlag
Verlag Kremayr & ScheriauSeitenzahl
304 (Printausgabe)
Dateigröße
2973 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783218013376
Wie hart muss frau sein, um Karriere zu machen? Als Kuratorin eines renommierten Museums sorgt Regina Steinbruch für Aufsehen in der Kunstwelt. Sie ist Karrierefrau durch und durch; um ihre Ziele zu erreichen, geht sie rücksichtslos ihren Weg - flink vorbei an den verachteten männlichen Kollegen. Als Regina bei einem One-Night-Stand schwanger wird, gerät ihre Welt aus den Fugen, und selbst, als sie entscheidet, das Kind ihrer besten Freundin zur Adoption zu übergeben, findet sie nicht zur Ruhe. Baby Toms unwiderstehlicher Geruch bringt die knallharte Fassade der Kuratorin zum Bröckeln und Stück für Stück tritt ein empfindsamer und verletzlicher Mensch in Erscheinung.
Norbert Maria Krölls dritter Roman ist eine schwarzhumorige Satire auf den Kunst- und Kulturbetrieb und stellt provokant weibliche und männliche Rollenzuschreibungen infrage. "Die Kuratorin" erzählt vom Mut, stark zu sein, und von der manchmal noch grösseren Herausforderung, auch Schwäche zeigen zu können.
"Es ist herrlich, als Frau kann man Männer, jedenfalls die gebildeten Exemplare, schlagen, so oft und so fest man möchte, sie werden sich nicht wehren. Als wüssten sie, tief vergraben in ihren Kleinhirnen, dass sie die Schläge im Grunde mehr als verdient haben."
Norbert Maria Krölls dritter Roman ist eine schwarzhumorige Satire auf den Kunst- und Kulturbetrieb und stellt provokant weibliche und männliche Rollenzuschreibungen infrage. "Die Kuratorin" erzählt vom Mut, stark zu sein, und von der manchmal noch grösseren Herausforderung, auch Schwäche zeigen zu können.
"Es ist herrlich, als Frau kann man Männer, jedenfalls die gebildeten Exemplare, schlagen, so oft und so fest man möchte, sie werden sich nicht wehren. Als wüssten sie, tief vergraben in ihren Kleinhirnen, dass sie die Schläge im Grunde mehr als verdient haben."
Kundinnen und Kunden meinen
Karrierefrau
Bewertung am 07.04.2023
Bewertungsnummer: 1916809
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Karrierefrau
Erfreulich, dass es auch im Kunst- und Kulturbetrieb Kuratorinnen gibt. Karrierefrauen, ganz wie ihre männlichen Kollegen, mit den verschiedensten Charaktereigenschaften. Regina Steinbruch heisst sie. Rücksichtslos schräg, hart, bösartig sorgt sie für Aufsehen in der Branche. Was ihr in den Weg kommt, räumt sie weg. Dass sich Furchtlosigkeit und Zuneigung nicht widersprechen, dass Kraft und Herzlichkeit sich nicht ausschliessen, knallharte Fassaden gelegentlich bröckeln und darunter ein empfindsamer Mensch erscheint, erzählt Norbert Kröll satirisch, vergnüglich und provokant. Lesenswert.
Frau mit Karriere im Kunstbetrieb
Bewertung am 07.11.2022
Bewertungsnummer: 1821449
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Wir können die Kuratorin auf den ersten Seiten nur abstoßend finden. Sie ist kalt, kalkulierend, hart, ehrgeizig und sie möchte immer höher hinaus. Sie verachtet fast alles. Die Kuratorin hat nur eine Freundin und sie ist überzeugt, wenn jemand Sex mit ihr will, dann nur, weil er sich einen Vorteil erhofft. Doch dann passiert ein Unfall mit einem jungen Künstler. Ein Kondom platzt, die Pille danach versagt und etwas in ihr entscheidet sich gegen eine Abtreibung. Ihre einzige Freundin wünscht sich schon lange ein Kind, so scheint sich eine perfekte Lösung aufzutun.
Ja, der Plot erinnert auf den ersten Blick an einen schlechten Fernsehfilm, auch noch aus der Feder eines Mannes, auf den ersten Blick, denn erst vor Kurzem hat Norbert Maria Kröll sich als nonbinär geoutet. Ich lauerte darauf, mich fürchtend, dass die Kuratorin sich in den Vater des Kindes verliebt, ihre Karriere aufgibt und wenn sie nicht gestorben ist... Zum Glück haben wir es aber mit einer komplexen Figur und mit einer guten Geschichte zu tun.
Der Text ist rhythmisch, schnell, kühl und laut am Anfang im Kunstbetrieb, wechselhaft leise, fein und dann wieder trotzig in ihrer Familie. Die Kuratorin wird weicher, nachdenklicher im Verlauf und beginnt ihre Strategien in Frage zu stellen. Sie akzeptiert die Rolle der einsamen harten Kuratorin nicht mehr und sucht nach neuen Regeln.
Kunstbetrieb und Care-Arbeit, Kröll zeigt eine ganz eigene Mischung zwischen Subversion und Konservativismus auf. Wie treffend doch Abramović dazu zitiert wird, Nachkommen wären ein Desaster für ihre Arbeit gewesen und Frauen seien in der Kunstwelt nicht so erfolgreich, weil sie Kinder bekämen. Spannen wir den Bogen noch weiter, steckt in diesem Roman die Kontrastierung eine alten mit einem neuen Feminismus. Der Kuratorin die Zuwendung zu einer radical softness anzudichten, das wäre zu viel, aber sie bewegt sich darauf zu.
Der Kuratorin die Zuwendung zu einer radical softness anzudichten, das wäre zu viel, aber sie bewegt sich darauf zu.
Sehr gern gelesen, auch wegen des Humors, wegen der eingearbeiteten Kunstdiskurse, dem Bansky-Bashing, der -Idee und wegen der Einblicke in den Kunstbetrieb.