Produktbild: Auch die Toten

Auch die Toten Roman

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inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

PDF

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Nein

Altersempfehlung

15 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

29.08.2022

Verlag

Secession Verlag Berlin

Seitenzahl

496 (Printausgabe)

Dateigröße

1834 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783966390590

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PDF

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Altersempfehlung

15 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

29.08.2022

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Secession Verlag Berlin

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496 (Printausgabe)

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1. Auflage

Sprache

Deutsch

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9783966390590

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  • Bewertung

    4/5

    18.10.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die postkoloniale Geschichte Mexikos

    Sein »Roman muss als Mythos der Moderne gelesen werden, der uns das Grauen lehrt, auf dem sie fußt ...« Ja, ich habe darin tatsächlich sprachlich wie inhaltlich eine Odyssee vorgefunden. Es geht vordergründig um eine Mission, bei der Juan, ein ausgedienter spanischer Soldat, einen Indio mit gleichem Namen im Auftrag der Krone aufspüren soll. Dieser besitzt angeblich ein Buch, dass sowohl dem König als auch der Inquisition ein Dorn im Auge ist. Das Buch ist eine fünfhundert Jahre andauernde Reise durch postkoloniale Geschichte Mexikos. Wie auch in der Odyssee ist Zeit keine messbare Einheit, alles verschwimmt zwischen Fantasie und Wahrnehmung, die auch der Held irgendwann nicht mehr auseinanderhalten kann. Eine düstere Reise durch ein Land, das geprägt ist von Leid, Armut und Tod. Vor allem vom Tod – in Form von tausenden Kreuzen, an denen Indios sterben. Juan erliegt den Verlockungen des Goldes, das ihm versprochen wird, so wie es wohl vielen Spaniern ging. Doch schon bald wird ihm das Gold zu einer Last, von der er sich aber nicht mehr befreien kann. Bleiben ihm die eigentlichen Gründe seiner Mission anfangs nebulös, so erfährt er – vornehmlich von Geistlichen, denen er begegnet – die Hintergründe. Bei der Missionierung des Landes bediente man sich gern der Kinder, die leicht formbar waren. Doch der Indio Juan wird sehr schnell unbequem, weil er Widersprüche in der Bibel aufdeckt und offen ausspricht. Sein größter Frevel war aber, dass er die Bibel in seine Landessprache übersetzte, damit wurde er zur Zielscheibe der Inquisition. Er begegnet zahlreichen Menschen, die den Indio Juan kannten, ihn sogar Vater nannten. Doch auch von ihnen erfährt er nur Bruchstücke. Desto weiter die Geschichte voranschreitet, umso resignierter werden die Spanier, denen langsam klar wurde, dass sie sich hier in einer Hölle befinden. Einer Hölle, die sie selbst erschaffen haben. Juans Reise ist eine Reise durch Zeit und Raum, in der der Indio Juan seine Rolle ändert. Aus dem Ketzer wird ein Prophet, ein Ausbeuter und zuletzt ein Mafioso. Wir begegnen Migranten auf dem Weg in die USA und enden mit dem heutigen Rassismus. Doch der Gejagte bleibt bis zum Schluss ein Phantom. Einfühlsam erzählt Bárcena von einem Volk, das durch die Eroberung, Unterdrückung und Ausbeutung zu Verlieren wurde. Er scheut sich nicht, Gräueltaten anzuklagen und Schuldige zu benennen. Durch die Verwandlung des Gejagten zeigt er das Bild eines voranschreitenden, skrupellosen Kapitalismus. Der Jäger Juan ist im Gegensatz dazu eine menschliche Figur, voller Zweifel und Mitgefühl, ein Sympathieträger. Bárcenas Roman ist inhaltlich wie sprachlich sehr anspruchsvoll. Die düstere Atmosphäre entwickelte mit jeder Seite einen stärkeren Sog und hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Ich konnte das Buch tatsächlich nur mit mehreren Unterbrechungen lesen. Letztlich war er eine Herausforderung für mich, der ich mich aber gern gestellt habe. Fast möchte ich sagen, dass es ein Trip in die Hölle war. Dank der sehr guten Übersetzung von Matthias Strobel wurde die Reise zu einem Gesamtbild, das an Wortgewaltigkeit und grandiosen Bildern nicht zu übertreffen ist. Alles im allem kein leichtes Werk, sondern große Literatur, das all jene begeistern wird, die eine intensive Auseinandersetzung mit Worten und der Historie Mexikos nicht scheuen.

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