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Zusammenkunft Roman | Vom Rassismus und der Klassengesellschaft in Großbritannien

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.05.2023

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

113

Maße (L/B/H)

19.1/12/1.2 cm

Gewicht

122 g

Farbe

Graublau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Assembly

Übersetzt von

Jackie Thomae

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-47322-1

Beschreibung

Rezension

»Natasha Browns schmales Buch enthält eine scharfsinnige Gesellschaftsdiagnose, die sie ihrer Protagonistin gleichsam in Geist und Körper schreiben wollte – mit jagendem Puls, mit ruhig beobachtendem Adlerblick und in sarkastischer Reflexion.« ("der Freitag")
» Zusammenkunft erzeugt eine schneidende Form von Klarheit.« ("Der Tagesspiegel")
»Eine stilbildende Erforschung von Klasse, Arbeit, Geschlecht und Herkunft.« ("Harper's Bazaar")
»Deine neue literarische Obsession.« ("VOGUE")
»Prosa so scharf wie ein Diamant. Über Mikroaggressionen am Arbeitsplatz, die Realität in einer feindlichen Umgebung, das Erbe des britischen Kolonialismus.« ("The Observer")
»Brown verwendet Sprache wie eine Waffe. Und sie trifft ihr Ziel wieder und wieder mit verheerender Eleganz.« ("The Times")
»Eine gnadenlose Demontage des britischen Klassensystems sowie des Umgangs mit Ethnie, Immigration und Genderpolitik. Aus Zusammenkunft spricht eine aufstrebende Stimme, die gehört werden möchte – und sich Anerkennung verschaffen wird!« ("The Washington Post")
»Ein bemerkenswertes Debüt. Formbewusst, genau gearbeitet, und dort bildstark, wo es sich auf seine Bilder verlässt.« ("Bayerischer Rundfunk")
»Mit exzellenter Treffsicherheit nimmt [Natasha Brown] den Zusammenhang von White Supremacy, Rassismus, Sexismus und Klassismus ins Visier.« ("Der Tagesspiegel")
»Nur 113 Seiten hat Zusammenkunft . Doch die haben es in sich: Liebe, Rassismus und die Klassengesellschaft in Grossbritannien.« ("Deutschlandfunk Kultur")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.05.2023

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

113

Maße (L/B/H)

19.1/12/1.2 cm

Gewicht

122 g

Farbe

Graublau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Assembly

Übersetzt von

Jackie Thomae

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-47322-1

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

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  • Bewertung

    aus Bielefeld

    5/5

    30.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    300 Seiten komprimiert auf 113 wortgewaltige Seiten

    „Zusammenkunft“ von Natasha Brown, wirklich grandios übersetzt von Jackie Thomae, hat mich wütend zurückgelassen. Ich habe diese 113 Seiten verschlungen, brauchte etwas, um in ihren Erzählstil reinzukommen, aber war dann so gefesselt und oft entsetzt, dass ich dieses Buch an einen Stück gelesen habe. Trotz, oder gerade durch die Kürze des Romans hat dieser eine unglaubliche Wirkung, eine ganz besondere Kraft. Wir haben viele Gedankensprünge, sehr kurze prägnante Sätze, die aber definitiv nicht länger sein müssten um ihre Aussage zu verstärken. Die Autorin schafft es einen gefühlt 300 Seiten langen Roman auf das wirklich nötigste und somit das wichtigste herunterzubrechen. Natasha Brown benötigt oft nur einen kurzen Satz um mit ihrer sprachgewaltigen Ausdrucksweise eine Emotion, oder eine Situation perfekt einzufangen. Dieses Buch zeigt die Gedankenwelt ihrer schwarzen Protagonistin, verwirrend, verstörend und vor allen Dingen schonungslos. Eine Frau, die ihrer Umgebung eigentlich überlegen ist, aber durch Anpassung, die von ihr gefordert wird und Äußerungen ihres Umfeldes immer gedeckelt wird. Wir lernen außer der Protagonistin auch noch andere Personen kennen, ein paar Kolleg:innen, ihren Freund, der nur als „Sohn“ deklariert wird und seine Eltern. Hier ist es aber so, dass die Charaktere nicht in die Tiefe ausgearbeitet wurden, sondern nur in die Breite und somit mit all ihren offensichtlichen Klischees und Vorurteilen gegenüber einer schwarzen Frau beschrieben werden. Dies ist nötig, um der Gefühlswelt und den Gedanken der Protagonistin näher zu treten. In vielen Situationen sind wir mit ihr hilflos, aber besonders oft sind wir wütend, in Situationen in denen sie nur noch resigniert. Anpassen ist hier das große Thema, das immer wieder aufschlägt, das was ihr seid ihrer Kindheit eingebläut wurde, pass dich an, fall nicht auf. Als (weiße) Frau kann man viele der Situationen aus ihrem Berufsleben nachvollziehen, aber Natasha Brown zeigt in ihrem Buch auf, mit wie viel mehr Problemen man konfrontiert wird und wie unfair das Leben ist, wenn man als immigrierte Frau und BIPoC diesen Hürden entgegentritt. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

  • Bewertung

    5/5

    29.05.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Arbeit, Geld, Geschlecht und Herkunft

    Ein Buch über die komplexen Gefühle einer jungen, die Rassismus und Frauenfeindlichkeit in einem Finanzjob mit großer Männerdomäne ausgesetzt ist. Starke Worte und viel Inhalt, ohne viel zu schreiben. Damit drückt die Autorin aus, was sich viele junge Frauen denken. Dieses Buch ist nichts für Leser, die es gerne seicht und einfach haben. Denn es gibt Gedankensprünge und Zeilen, deren Schwere der Worte man nicht gleich zu erkennen vermag. Die Gefühle sind stark zu vernehmen und sie drücken ein starkes Gefühl von Resignation und dem Aufgeben aus. Es berichtet von den Anstrenungen der heutigen Zeit und den Bürden der Vergangenheit in einer toxisch männlichen Arbeitswelt, sowie den Anstregungen die man als Frau leisten muss, um ebenfalls dort hin zu gelangen. Dabei vernachlässigt die Charakterin sich selbst und ihren Körper mit Folgen. Ein aufregender Roman, nichts für einen gemütlichen Leseabend, sondern zum nachdenken und um darüber zu reden und zu diskutieren.

  • Bewertung

    5/5

    28.05.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eindringliche starkes Debüt

    Zusammenkunft von Natasha Brown. Ein Debüt, das einen Nerv trifft, nicht nur in Großbritannien. Auf nur 114 Seiten folgen wir der Bewusstwerdung einer jungen Schwarzen Frau, die alles dafür getan hat aufzusteigen, die es geschafft hat. Sie hat gekämpft, hart gearbeitet, um oben anzukommen, im Londoner Hochfinanz. Sie hat einen Weißen Freund aus der Upper-Class, einen Erben des weißen schmutzigen Empires. In der Form spielt Zusammenkunft mit der klassischen Erzählform, streut Wörterbucheinträge, Tweets, lyrische Elemente ein, fordert uns, indem sie vieles unkommentiert stehen lässt. Die beobachtende Erzählstimme folgt der Protagonistin in ihren Konversation und Gedanken. Distanziert, fast entfremdet wirken die ersten Seiten. Sie teilt sich kaum mit, auch wenn sie voll mit allem ist, bis sie krank wird. Ist sie angekommen? Ihre Position ist fragil, irgendein Weißer Mensch kann sie anspucken, beschimpfen, ihr befehlen, sie in Frage stellen. Befreundete Kolleg:innen können klagen und schimpfen über die Ungerechtigkeit von "Quotenfrauen", die Männlichen sie nötigen Kaffee zu kochen, Flüge zu buchen. Und sie können alle die Augen verschließen vor der Geschichte, sie fiktionalisieren, dass sie erträglich und fern ist. Die Protagonistin macht mit, sie eignet sich gut als "Beweis", dass alles in Ordnung und "divers" ist. Ist es zu Beginn ein leises entfremdetes Stimmchen, dem wir lauschen, wird sie immer lauter und deutlicher, der zuvor stockende Text beginnt zu fließen. Klar und eindringlich zieht sie Linien, die überzeugen, bis ins Privateste hinein reichen. Das Empire, der Kolonialismus, der Rassismus, der Klassismus und die Mysogynie durchdringen alles. Die Linien verknüpfen sich, ergeben ein unschmeichelhaftes Bild von England, Großbritannien, dem Empire, dem alten Geld. In der Protagonistin wächst eine Entscheidung, deren Konsequenzen offen bleiben. »Doch weiterzumachen, jetzt, wo ich die Wahl habe, heißt, sich für Mittäterschaft zu entscheiden. Das Überleben mach mich zur Mitwirkenden ihres Narratives. Es schaffen oder scheitern, meine Existenz bestätigt dieses Konstrukt nur. Das lehne ich ab. Ich lehne diese Option ab. Ich lehne dieses Leben ab.«

  • Isa.Literature.Love

    aus Hamburg

    5/5

    24.03.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Starkes Debüt über Rassismus, Seximus und Leistungsgesellschaft - eine brilliante Gesellschaftskritik

    In «Zusammenkunft» (im Original: Asseemby; übersetzt ins Deutsche von Jackie Thomae) analysiert und kritisiert die Autorin Natasha Brown in erzählerischen Handlungsfragmenten den Rassismus, Sexismus und den enormen Leistungsdruck in der britischen Gesellschaft und insbesondere der Upper Class. Die namenlose Ich-Erzählerin ist schwarz und hat sich ihre Führungsposition in einem Finanzdienstleistungsunternehmen nach ihrem Oxford-Studium hart erarbeitet. Oberflächlich scheint alles gut zu laufen im Job, mit der eigenen Wohnung in London, in der Partnerschaft mit ihrem Upper-Class Freund und dessen Familie. Dennoch zeigen die geschilderten Gedanken der Protagonistin ganz pointiert, was alles nicht gut läuft und wie stark der hohe Leistungsdruck und die Diskrimmierungen belasten und welchem psychischen Druck und Belästigung sie dadurch ausgesetzt ist. Dies zeigt sich vor allem in ihrem Umgang mit dem bei Ihr diagnostizierten Krebs. In kurzen Szenen und brilliant formuliert gelingt es Natasha Brown den allgegenwärtigen Rassismus, Seximus und Leistungsdruck herauszustellen und pointiert zu kritisieren. Ein starkes Debüt, das es auf wenigen Seiten schafft, viel Emotion und gerechtfertigte Kritik zu transportieren!

  • Sabine Mach

    aus München

    5/5

    24.02.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dieses Buch muss man lesen

    Natasha Brown hat mit ihrem kurzen Roman ein einzigartiges Kunstwerk geschaffen. Noch nie habe ich ein ähnliches Buch gelesen. Mit einem ungewöhnlichen, knappen und präzisen Schreibstil, der gleichzeitig verblüfft und schockiert, erzählt sie uns die Geschichte einer jungen, schwarzen Frau, die ihr ganzes Leben um Anerkennung und Gleichberechtigung kämpft. Die einfach nur dazu gehören möchte, auch wenn sie im falschen Geschlecht und in der falschen Hautfarbe geboren wurde. Die dann, als sie endlich erreicht hat, was sie möchte, auch noch mit einer schrecklichen Diagnose konfrontiert wird. Sich mit ihr zu identifizieren ist einfach für mich, obwohl ich zwar nie mit Rassismus kämpfen musste, aber als Frau natürlich oft genug Sexismus und Ungerechtigkeiten erfahren habe. Und auch wenn das Buch nur knappe 113 Seiten umfasst und schnell gelesen ist, lässt es mich atemlos und wütend zurück. Die Autorin braucht nicht viele Worte, um das ganze Elend zu beschreiben. Aber die, die sie verwendet, sind äußerst geschickt gewählt. Sie peitscht sie förmlich heraus und trifft mühelos Punkt für Punkt. Trifft mit einer gnadenlosen Härte, so dass es fast weh tut und den Leser zum Nachdenken bringt. Wir haben zwar erst Ende Februar, aber der Roman gehört jetzt schon zu meinen diesjährigen Highlights und ich kann ihn nur jedem ans Herz legen.

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    Melina Bossart

    Orell Füssli Rösslitor St.Gallen

    Buchhändler*in

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    4/5

    29.11.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zusammenkunft - Natasha Brown 2022

    Ein echt komplexes Buch. Natasha Browns Schreibstil ist kurz und knapp, springend, von einem Ereignis zum nächsten. Sie schildert das Leben im Finanzsektor als schwarze Frau, eine Leben geprägt durch Vorurteile und Rassismus. Das Zusammenleben mit ihrem Freund, der aus einer alt-reichen Familie kommt und sie nie richtig verstehen wird. Sie schildert die Freundschaft zu Kollegen und Mitarbeitern und wie es für sie nicht darum geht, gut zu sein, was sie ohne Zweifel ist, sondern darum, keinen Fehler zu machen. Die Angst, dass sonst alles, was sie sich aufgebaut hat, für nichts war, wegbricht. Und dann kommt da noch eine Diagnose hinzu, die alles auf den Kopf stellt.

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