Man muss es mögen, auf der Meta-Ebene zu lesen und nicht auf der reinen Story-Ebene. Man muss auch offen sein für bestimmte politische Themen (wie Kolonialisierung, strukturelle Benachteiligung etc). Ich habe es sehr genossen.
best book I've read this year
Bewertung am 22.12.2025
Bewertungsnummer: 2682927
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Everyone needs to read this. It's phenomenal. Don't let the length or academic feeling discourage you. It's very well written, and worth every page. I loved this and will absolutely read it again.
Meinung aus der Buchhandlung
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Set in a fictional Oxford in 1828. Robin Swift, an orphaned Cantonese boy, is brought to Oxford by a mysterious professor named Professor Lovell. Robin is to be educated in the studies of transaltion, so that one day, he can attend Oxford University's prestigious Royal Institute of Translation, otherwise known as Babel. Babel is home to the greatest translaters and silver workers: the art of manifesting meanings that were lost in translation and engraving them into silver bars. These magic silver bars have made the British Empire impossibly wealthy and aids their evergrowing colonial expansion. When this expansion sets its eyes onto China, Robin must decide, on which side he want to stand; on that of the British Empire which raised him and provided him with an education, or with his homeland of China...
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Ein gelungener & gesellschaftskritischer Fantasy-Roman
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Silberwerken: Die Kunst, Silbergegenstände mit Magie aufzuladen, damit andere Gegenstände besser funktionieren, z. B. Fischerboote mehr Gewinn abwerfen.
Und je weniger Silber, desto schneller muss der Zauber aufgefrischt werden, womit das Institut erst einmal richtig Geld verdient. Wer muss da nicht an Obsoleszenz denken? Dies ist ein gutes Beispiel, wie clever Kritik an der heutigen Gesellschaft und unserem Wirtschaftssystem in diesem Fantasy-Roman untergebracht ist.
Dieser spielt in einem viktorianischen Oxford am Vorabend des Opiumkrieges - mit dem es einen ganz eigenen Verlauf geben soll. Die historische Stadt ist glaubhaft angelegt und beschrieben, wäre das Silberwerken und Babel nicht, könnte man das Buch als Histo-Roman einordnen.
Der Leser folgt Robin, der nach dem Tod seiner Mutter nach England “gerettet” wurde, und dort eine Ausbildung zum Sprachwissenschaftler erhält, erst von dem undurchsichtigen Ziehvater Lovell, dann an der Universität. Dieser Teil ist teilweise anstrengend zu lesen, denn es werden in Fußnoten immer wieder Etymologien erklärt, sowie Wortspiele, welche nur im englischen Original funktionieren. Später wenden sich die Fußnoten dem Geschehen zu, was den Lesefluss immer wieder unterbricht. Wahrscheinlich gibt es Doktorarbeiten mit weniger Fußnoten. Ein wenige sollte man allerdings auch an Literaturwissen haben, sonst gibt die Fußnote über die Verwendung der Voynich-Buchstaben wenig Sinn.
Im Laufe der Handlung kommen kritische Betrachtungsweisen über das Empire und den Rassismus der im ihm lebenden Menschen hinzu; später erfährt man, dass auch die Situation der englischen Arbeiter alles andere als rosig ist: Das Silberwerken hat die Maschinen so effizient gemacht, dass viele von ihnen arbeitslos wurden.
Vor allem punktet das Buch mit den sehr glaubhaften zwischenmenschlichen Beziehungen: Robin zweifelt an dem Hermes-Bund, und ob er mit ihm in der Widerstand gehen soll, es gibt Rückschläge in der gegenseitigen Beziehung. Auch die Beziehung der Kommilitonen, die immer enger wächst, bis sie enge Freunde sind, wird glaubhaft geschildert.