Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB 3
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
21.08.2023
Verlag
Verlag Das WunderhornSeitenzahl
320 (Printausgabe)
Dateigröße
2538 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783884237021
Georgiana Duchamp, Dobrinka Ljubic und Beatriz Lazar kommen aus verschiedenen Ecken Europas. Ihr gemeinsamer Nenner ist Wien. Dort kreuzen sich ihre Wege, als alle drei in einer gerade äusserst turbulenten Lebensphase vor existenziellen Entscheidungen stehen.
Die Traumata der drei Protagonistinnen in Tamara stajners Debütroman werden auf heitere Art und Weise zelebriert: Nachdem ihre Mutter mit dem griechischen Sternekoch Vitalis Mylonas durchgebrannt ist und ihr Vater sich in eine Psychiatrie einliefern lässt, flüchtet die Rumänin Georgiana nach Wien. Jetzt ist sie Cellistin bei den Wiener Philharmonikern, sucht ihr Glück aber in Porto. Dobrinkas Eltern schicken ihre Tochter von der behüteten kroatischen Insel LoSinj zur Korrektur ihrer in der Kindheit gebrochenen Nase in die Donaumetropole. Seither hat sie den Wunsch, sich zur medizinischen Kosmetikerin ausbilden zu lassen und einen Schönheitssalon zu betreiben. Als die junge Beatriz zuschauen muss, wie ihre Mutter in einer kleinen Küche im slowenischen Novo mesto vor dampfender Pasta tot umfällt und ihr Vater sich schon längst aus dem Staub gemacht hat, beschliesst sie, ein Leben als Pianistin in Wien aufzubauen. Sie landet im Kloster der Salesianerinnen, allerdings läuft auch das nicht ganz nach Plan.
Wem gehört ein Körper, der um viele Herkünfte weiss? Wien, Porto, Ljubljana und zwei Inseln an der ehemals jugoslawischen Adriaküste geben die Kulisse für diesen europäischen Roman, der aussergewöhnliche Antworten findet auf das, was es bedeutet, sowohl Leben zu geben als auch selbst lebendig zu sein. Auf zarte und radikale Weise zugleich werden Fragen nach Autonomie, Zugehörigkeit, Mutterschaft, Hingabe und Verlust erkundet.
Die Traumata der drei Protagonistinnen in Tamara stajners Debütroman werden auf heitere Art und Weise zelebriert: Nachdem ihre Mutter mit dem griechischen Sternekoch Vitalis Mylonas durchgebrannt ist und ihr Vater sich in eine Psychiatrie einliefern lässt, flüchtet die Rumänin Georgiana nach Wien. Jetzt ist sie Cellistin bei den Wiener Philharmonikern, sucht ihr Glück aber in Porto. Dobrinkas Eltern schicken ihre Tochter von der behüteten kroatischen Insel LoSinj zur Korrektur ihrer in der Kindheit gebrochenen Nase in die Donaumetropole. Seither hat sie den Wunsch, sich zur medizinischen Kosmetikerin ausbilden zu lassen und einen Schönheitssalon zu betreiben. Als die junge Beatriz zuschauen muss, wie ihre Mutter in einer kleinen Küche im slowenischen Novo mesto vor dampfender Pasta tot umfällt und ihr Vater sich schon längst aus dem Staub gemacht hat, beschliesst sie, ein Leben als Pianistin in Wien aufzubauen. Sie landet im Kloster der Salesianerinnen, allerdings läuft auch das nicht ganz nach Plan.
Wem gehört ein Körper, der um viele Herkünfte weiss? Wien, Porto, Ljubljana und zwei Inseln an der ehemals jugoslawischen Adriaküste geben die Kulisse für diesen europäischen Roman, der aussergewöhnliche Antworten findet auf das, was es bedeutet, sowohl Leben zu geben als auch selbst lebendig zu sein. Auf zarte und radikale Weise zugleich werden Fragen nach Autonomie, Zugehörigkeit, Mutterschaft, Hingabe und Verlust erkundet.
Kundinnen und Kunden meinen
Drei Frauen in Wien
Bewertung aus St.Pölten am 25.08.2023
Bewertungsnummer: 2007248
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
...dass ich nur ein Mittel bin und kein Zweck hat mir die schelmischte Freiheit gegeben... (Clarice Lispector "Die Henne und das Ei")
Dieses Zitat, das den Epilog von Tamara Štajners Debutroman "Raupenfell" einläutet, könnte grundsätzlich auch als Motto des Buches gelesen werden, weil es in diesem herrlich unterhaltenden und dennoch in die Tiefe gehenden Roman genau um dieses weibliche Dasein als Mittel, nicht als Zweck, geht.
Drei Frauen: Dobrinka, Georgiana und Beatriz. Obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, verbindet sie viel mehr als Dobrinkas Beauty-Salon in der Wiener Innenstadt, in dem die beiden Musikerinnen verkehren.
Dobrinka verlässt, nachdem sie von ihrem Mann vergewaltigt wird, die Wohnung, zieht in den Salon. Versteckt sich aus Angst vor weiterer Gewalt vor Max.
Georgiana, die aus Rumänien stammende Philharmonische Cellistin, lernt in der Stadt ihrer Träume Porto Luis kennen, der ihr eigentlich gar nicht gefällt, gibt sich ihm aber dennoch hin.
Beatriz, die Pianistin, die ein toxisches Verhältnis zu ihrem ehemaligen, über 40 Jahre älteren Professor pflegt, flüchtet ins Kloster.
Vereint sind sie auch in ihrem Status als Fremde in Wien, eine Tatsache, die alle drei zu spüren bekommen, und dazu sind alle drei unverhofft schwanger...
Und, na ja, mehr verrate ich an dieser Stelle nicht, nur dass es der Autorin virtuos gelingt, dieses erzählerische Spinnennetz immer straffer zu spinnen und mehr als schlüssig zu Ende zu bringen.
Wie sich dieser Roman aus diesem Spannungsverhältnis heraus über Wien und Porto entwickelt, ist erste Sahne, um in Dobrinkas Sprachduktus zu bleiben. Mehr als überzeugend auch das Vertrauen, das Štajner in ihre Figuren setzt, die teilweise so unvernünftig agieren dürfen, dass es einem die Haare zu Berge stellt (hätte man sie). Die Autorin schont niemanden, alles ist Teil eines Ganzen, es ist eine Art Metamorphose des Schmerzes, ein Variationssatz über das Frau-sein per se. Spannend bis zum Ende, wenn der starke Epilog das Geschehene in neues Licht taucht.
Große Empfehlung.