Gruppeninspektor Frank Karl wird zu einem Tatort in der Wiener Innenstadt bestellt. Der Kieberer wird jedoch unerwartet von dem Fall abgezogen, denn seinen Vorgesetzten quälen andere Sorgen: Seine Tochter liest, von ihrer Gymnasiallehrerin angeregt, obszöne Texte, die sich schnell als Zitate aus der Weltliteratur herausstellen. Frank Karl klappert die Wohnungen der empörten Eltern ab. Dabei begegnet er nicht nur einzigartigen Exemplaren der Wiener Gesellschaft, sondern stolpert auch ins Bett der Lehrerin - und über die Leiche eines prominenten Anwalts.
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Ein etwas schräger Krimi aus Wien
Gertie G. aus Wien am 02.04.2023
Bewertungsnummer: 1913587
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Autor Reinhardt Badegruber hat wieder einen etwas schrägen Krimi geschrieben. Es ist, nach „Canalettos Geheimnis“ der zweite mit dem Gruppeninspektor Frank Karl.
Frank Karl ist ein etwas desillusionierter Beamter bei der Wiener Polizei, der gerne während der Dienstzeit ein (oder mehrere) Bierchen zwitschert, was auch seinem Vorgesetzten nicht verborgen bleibt.
Ein solches genehmigt er sich gerade, als er nach einem mysteriösen Einsatz voll Blut aber ohne Leiche eine Pause braucht, und dabei erstens von seinem Chef gemaßregelt und zweitens Ohrenzeuge eines mutmaßlichen Verkehrsunfalls wird, bei dem ein Mann vor einen Kleinlaster gestoßen worden ist. Der Tote ist Rechtsanwalt Dr. Paul Kammereder, ein Strafverteidiger, der lt. Werbung jeden Unterweltler verteidigt (hat). Eine Abrechnung unter Ganoven?
Doch statt sich diesem Mord widmen zu können, muss sich Frank, der ein ausgesprochen Faible für Literatur hat, mit dem schlüpfrigen Lesestoff einer sechsten Klasse eines Gymnasiums beschäftigen.
Dabei stolpert er (sprichwörtlich) über seine eigenen Füße in das Bett eben jener Deutschprofessorin, die ihre Schülerinnen und Schüler zum Lesen sexistischer Weltliteratur angehalten hat.
Meine Meinung:
Schon das Cover deutet an, dass es hier nicht nur um Schüsse, sondern auch Sex geht - Sex & Crime also.
Die Protagonisten sind schrullig bis derb und keine richtigen Sympathieträger.
Die Neigung des Gruppeninspektors ständig Weltliteratur zu zitieren, hat mir ganz gut gefallen, seine Art mit Menschen und besonders mit Frauen umzugehen, weniger.
Etwas irritierend ist der Beginn des Krimis. Frank Karl und das Tatortteam wird zu einer Luxuswohnung gerufen, die scheinbar Ort eines Verbrechens war, denn es bietet sich zwar ein Bild des Grauens, weil das Abbild einer an die Wand geklatschten Frau und jede Menge Blut zu sehen ist. Doch die Leiche fehlt. Karl wird an die Schüttbilder des Künstlers Hermann Nitsch erinnert,
Hier wird anfangs viel Aufhebens gemacht, eine minimalistische Lösung angeboten und nie wieder darüber gesprochen.
Doch das ist nicht die einzige Irritation. Es gibt zwar, wie in einem Krimi üblich, einige Leichen, jedoch wenig Ermittlungsarbeit, denn Frank Karl beschäftigt sich viel lieber mit anderem: Mit Sex, Drugs (in dem Fall Alkohol) und statt Rock’n’roll eben Literatur. Die sexistischen und derben Sprüche sind selbst für mich als Wienerin stellenweise zu viel. Ja, es gibt sie vereinzelt, die Leute die so die solche und ähnliche Sprüche klopfen. Aber, unseren Bundespräsidenten zu zitieren: „Wir sind nicht so“.
Für Leser, die mit dem Wienerischen nicht so vertraut sind, bringen zahlreiche Fußnoten Erklärung und Übersetzung.
Reinhardt Badegruber ist gebürtiger Oberösterreicher, in Kärnten aufgewachsen und hat in Wien studiert - also ein österreichischer Kosmopolit. Er ist selbst Journalist und liebt den Wiener Dialekt. Daher ist seine Sprache rau und voll von Wiener Ausdrücken, die für viele Leser gewöhnungsbedürftig sind.
Fazit:
Wer gerne schräge Krimis mit Wiener Lokalkolorit lesen will, ist hier goldrichtig. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Geht so, habe mehr erwartet
J. Kaiser am 30.03.2023
Bewertungsnummer: 1911191
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Vom Coverbild habe ich mir einiges versprochen. Doch ich muss sagen, dass mich dieses Buch nicht so recht mitnehmen konnte. Der Tatort liegt in der Wiener Innenstadt, zu der der Gruppeninspektor Frank Karl gerufen wird. Unerwartet wird er vom Fall abgezogen. Sein Vorgesetzter hat andere Sorgen, um die er sich kümmern sollte. Seine Tochter liest obszöne Texte. Doch diese sind alles Zitate aus der Weltliteratur. Bald einmal landet er im Bett der Gymnasiallehrerin und stolpert über eine Leiche. Dieser ist ein prominenter Anwalt. Das Lesen dieses Buches stellt eine Herausforderung dar. Es ging lange bis ich in der Geschichte drin war. Der Schreibstil ist von mir aus gesehen gewöhnungsbedürftig. Eintauchen in die Geschichte, trotz den sicher sympathischen Protagonisten, konnte ich nicht. Eine Benotung zu diesem Buch werde ich nicht abgeben. Das soll jeder Käufer dieses Buches selber für sich abmachen.