Das ist bisher der, meiner Meinung nach, schwächste Kingfisher Roman. Insgesamt besticht er zwar wieder durch eine gute Story und interessante Charaktere, aber ich wurde nicht ganz so mitgenommen wie sonst. Hier kurz die Zusammenfassung der Geschichte: Cordelia wächst bei ihrer grausamen Mutter Evangeline auf, welche als Zauberin die Macht hat, die Kontrolle über Menschen und Tiere zu übernehmen. Insbesondere bei ihrer Tochter macht sie keinen Halt, so dass Cordelia in ständiger Angst lebt.
Erst die ältere Hester, welche die Schwester von Evangelines neuem männlichen Objekt der Begierde ist, sieht die Gefahr und versucht Evangeline aufzuhalten.
Ich mag an Kingfisher normalerweise, dass sie ungewöhnliche Helden erschafft. Aber bei Cordelia und Hester hat sie es etwas übertrieben. Cordelia ist so stark eingeschüchtert, dass sie sich fast das gesamte Buch lang nahezu nichts traut. Hester ist knapp 50 Jahre alt und wird wie eine 80-jährige portraitiert. Der Vater von Cordelia wird immer wieder thematisiert, bleibt aber ungeklärt. Und warum spricht niemand mit Hesters Bruder, von dem alle wissen, dass er geradezu in sein Verderben rennt? Sympathisch waren mir nur Penelope und Imogen, die beiden Freundinnen von Hester, die im Kampf gegen Evangeline unterstützen. Zuguterletzt: die Macht der Zauberer bleibt bis zum Ende ein gewisses Rätsel. Woher kommt sie, wodurch wird sie gestärkt oder weiter verfestigt, welche Rolle spielen Geister und und und.
Pluspunkt: der Schreibstil ist sehr gut und man möchte auch einfach wissen, wie es weiter geht.