Ihre erfolgreiche Ehe wird die gegensätzlichen Welten in Einklang bringen. Ihr Scheitern wird das Ende des Imperiums bedeuten.
Der berüchtigte Prinz Kiem, der unbeliebteste Enkel des Imperators, soll sich ausnahmsweise einmal nützlich machen. Er soll den Vertreter des neuesten und rebellischsten Vasallenplaneten des Imperiums heiraten. Sein zukünftiger Ehemann, Graf Jainan, ist Witwer und … Mordverdächtiger. Keiner der beiden will heiraten. Aber da sich um sie herum eine Verschwörung abspielt und das Schicksal des Imperiums auf dem Spiel steht, müssen die beiden sich durch die Dornen und Stacheln der Hofintrigen, die Machenschaften des Krieges und die langen Schatten von Jainans Vergangenheit kämpfen. Und sie müssen es gemeinsam tun. So beginnt eine legendäre Liebesgeschichte inmitten der Sterne.
Die Maschinen (Ann Leckie) trifft auf Royal Blue (Casey McQuiston)
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Der Duft von Büchern und Kaffee
4/5
09.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Interessant
Inhalt:
Prinz Kiem ist Individualist, nicht ohne exzentrisch-anarchistische Tendenzen, dafür aber mit der Eigenschaft immer alles auszusprechen, was ihm durch den Kopf geht. Vermutlich Grund genug dafür, dass er als das unbeliebteste Enkelkind des Reichsoberhauptes gilt.
Als ihre Majestät also beschließt, dass Kiem ein passender Kandidat für eine Hochzeit mit dem Diplomaten eines Vasallenstaates ist, reagiert dieser angemessen schockiert. Er stellt offen die Frage, warum er überhaupt jemanden heiraten müsse. Das Reichsoberhaupt erklärt geduldig, dass die Hochzeit ein Politikum sei. Mit dem Tod von Jainans vormaligen Ehemann, Kiems Cousin Taam, der bei einem Flug mit dem Flybug tödlich verunglückte, lebt der Abgesandte von Thea zwar in Trauer. Doch ein Aufschub der Hochzeit ist, den aktuellen politischen Verhältnissen geschuldet, nicht möglich.
Kiem sei der optimale Kandidat für diese Hochzeit. Er hat keine Kinder, ist nicht besonders religiös, offen für Monogamie, nicht auf ein bestimmtes Gender festgelegt und aktuell an niemandem interessiert. Kiem müsse auch nicht viel tun, so das Reichsoberhaupt. Er müsse lediglich am richtigen Platz stehen, ein paar Worte nachsprechen und auf Fotos mit Jainan ein vorzeigbares Paar abgeben, das keinerlei Anstoss erregt. Ein Kinderspiel.
Da Kiem kaum eine Möglichkeit hat, sich dem Befehl Ihrer Majestät zu widersetzen, fügt er sich seinem Schicksal. Er möchte, dass Jainan sich möglichst wohlfühlt. Er möchte ihm Raum geben zu trauern. Ein getrenntes Schlafzimmer würde der Presse jedoch schnell bekannt werden. Ein mobiles, aufstellbares Bett wäre vielleicht eine Lösung.
Als Jainan im Palast eintrifft, stellt sich heraus, dass der Diplomat sanftmütig und introvertiert ist. Er möchte auf keinen Fall negativ auffallen. Auch er möchte für Kiem keine Last darstellen.
Eins ums andere Mal tappen Jainan und Kiem ins Fettnäpfchen, weil Sie die Regeln des Zusammenlebens täglich neu verhandeln müssen.
Als würde die Fake-Beziehung die Beiden nicht schon genug fordern, kommt auch bald heraus, dass Taams Tod kein Zufall war. Es scheint sich um Mord zu handeln und der mutmaßliche Mörder soll Jainan sein.
Zeit für Kiem und Jainan zu ermitteln. Doch die Ermittlungen gleichen dem Stich ins Wespennest.
Meinung:
Und wieder habe ich zu einem Genre gegriffen, das mir eigentlich nicht liegt. Ich bin eine schlechte Ermittlerin und fühle mich in komplexen Krimis eigentlich eher unwohl. Umso bemerkenswerter fand ich, dass ich bereits dem Anfang der Geschichte viel abgewinnen konnte.
Gute Sprache, eine rasante Geschichte und sympathische Charaktere garantieren für eine kurzweilige und spannende Lektüre von Beginn an.
Mit „Herz des Imperiums“ schreibt Everina Maxwell einen Krimi, den sie in einer SciFi-Welt ansiedelt.
Die Bewohner der Planeten fliegen hier mit Flybugs. Jeder hat ein Armband mit dem über einen leuchtenden Bildschirm in der Luft kommuniziert werden kann. Es gibt Nahrungsspender und Schwebetische. Und doch hatte ich zeitweise das Gefühl, zu vergessen, dass ich mich nicht in unser Welt befinde. So fliegen Jainan und Kiem z.B. mit ihrem Flybug über bergige Schneewelten, landen unsanft mitten im Nirgendwo und werden von einem Bären angegriffen. Erst während des Angriffs musste ich dann an einer Textstelle nochmal nachlesen: Ja, der Bär hatte anstatt vier Beinen sechs.
Gerade zu Anfang des Buches lohnt sich die Konzentration. Politische Machenschaften/Konflikte zwischen den Völkern werden erläutert. Einige Nebencharaktere tauchen auf. Ein Glossar zu den Begrifflichkeiten und Figuren hätte ich mir daher im Anschluss des Buches für ein schnelles Nachschlagen gewünscht.
Die komplexe Beziehungsdynamik der Hauptfiguren und ihre komplizierte Suche nach Identität ist allerdings auch mitunter mühsam.
Schon in der Einleitung erwähnt die Autorin, dass dieser Roman Neopronomen nutzt, um Personen geschlechtsneutral zu bezeichnen. Gekonnt beiläufig lässt Everina Maxwell, diesen in Büchern bislang noch sehr selten verwendeten Stil, in die Geschichte einfließen. Meine Bedenken, dass ich bei der Verwendung von Wörtern wie „xier“, „xieser“ und „xiem“ aus dem Lesefluss gerissen werden könnte, wurden nicht bestätigt.
Überhaupt empfand ich die Genderdarstellung in „Herz des Imperiums“ als interessant. So erkennt man in Iskat das Gender seines Gegenübers bereits am Schmuck. Männer tragen Schmuck aus Holz, Glas oder kein Schmuck steht für nichtbinär, während Frauen Feuerstein bevorzugen.
Fazit:
Everina Maxwell hat es mit "Herz des Imperiums" geschafft, im Krimi-Genre neue, zeitgemäße Maßstäbe zu setzen.
Heiratspolitik bezeichnete in der Vergangenheit bekanntlich die planmäßige Vorgehensweise vieler hochadliger Familien ihre Herrschaft durch die gezielte Verheiratung ihrer Nachkommen abzusichern.
Das Buch verarbeitet dieses Thema , stets bemüht darum, den Zeitgeist einzufangen und um neue Aspekte zu bereichern. Das ergibt durchaus interessante Konstellationen. Everina Maxwell legt ein Buch vor, das sich durch Komplexität und Figurenvielfalt auszeichnet, das vom Leser aber auch Konzentration und vor allem den Willen mitzudenken einfordert.
lauras_garden_of_books
3/5
01.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Queere Sci-Fi mit slow-burn- Romance und Krimi-Elementen
Everina Maxwell bietet uns hier ein komplexes Setting mit vielen Planeten, politischen Strategien, Machenschaften und Intrigen.
Prinz Kiem soll den Diplomaten Jainan ehelichen, um die Allianz ihrer beiden Planeten zu sichern und weiter bestehen zu lassen. Jainan ist kürzlich verwitwet und Kiem ist unwohl dabei, Jainan in seiner Trauerphase als neuen Partner dieser Zweckehe zugeteilt zu werden. Jainan hat wiederum damit zu kämpfen, dass sein verstorbener Ehemann, der das mysteriöse Bergbauprojekt „Eisvogel“ geleitet hat, vermutlich nicht eines natürlichen Todes gestorben, sondern ermordet wurde. Da auch Jainan nun ins Kreuzfeuer gerät, versuchen die beiden auf eigene Faust mehr in Erfahrung zu bringen und lernen sich dabei weiter kennen.
Ich empfand es als sehr positiv, dass die Liebesgeschichte nicht komplett im Vordergrund steht, sie Slow-burn ist und ohne jeglichen Spice auskommt Allerdings beruht das Slow-burn sehr darauf, dass die Charaktere aneinander vorbeireden, zu viel interpretieren, was der Andere denken könnte und sich nach ihren Mutmaßungen verhalten, anstatt einfach mal Klartext zu reden. Dies hat mich hier nicht ganz so gestört, wie in manch anderen Büchern, da es hier irgendwie noch einen gewissen Charme besessen hat, dennoch wurde dieses Mittel recht lange ausgespielt, was meine Nerven dann doch ein bisschen strapazierte.
Auf der anderen Seite wird am Ende aber auch deutlich, warum einer der Charaktere so handelt, von daher gewinnt es wieder an Glaubwürdigkeit - nichtsdestotrotz bin ich nicht größter Fan dieser Verhaltensweisen.
Die Geschichte ist sehr langsam erzählt, der Krimiplot wirkt dem aber entgegen und bringt dann doch genügend Spannung hinein.
Dennoch war es Allem in Allem für mich nur ein „nettes Buch für zwischendurch“ - so richtig gefunkt hat’s mit mir, der Story und den Charakteren einfach nicht.
Trotzdem war es kurzweilig und hat es mir Spaß gemacht die Geschichte zu lesen - von mir bekommt das Buch 3,5 Sterne ⭐️
EvieSk
5/5
04.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Wer ist Freund und wer ist Feind?
Kiem und Jainan sollen heiraten, um ein Bündnis aufrechtzuerhalten. Jainans vorheriger Ehepartner Taam ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Doch war es wirklich ein Unfall? Jainan und Kiem ermitteln in dem Fall und kommen schon recht bald darauf, dass es ein Mord gewesen ist. Doch wer ist der Täter und was ist das Motiv? Hat der Täter es nun auf die beiden abgesehen?
Kiem und Jainan mochte ich sehr, sehr gerne. Die beiden sind total unterschiedlich. Jainan ist eher ruhig und in sich gekehrt, während Kiem gut mit Menschen kann und gerne im Mittelpunkt steht.
Zu Beginn gehen beide vorsichtig miteinander um, da sie nicht wissen, wie sie mit der Situation und dem anderen umgehen sollen. Doch beide fühlen sich zueinander hingezogen und nähern sich an. Mir hat es gut gefallen, wie sie sich umeinander kümmern und wie sie füreinander einstehen.
Das Buch hat einige interessante und sympathische Charaktere. Meine Lieblinge sind aber eindeutig Bel, Rakal und Gairad gewesen. Auch wenn sie mal falsch gehandelt haben, sind sie da und helfen, wo sie können, wenn Jainan und Kiem sie brauchen.
Die Handlung hat mir gut gefallen. Der Mord von Taam spielt eine große Rolle, aber auch das Aufrechterhalten des Imperiums ist ein wichtiger Aspekt. Sie wollen herausfinden, was mit Taam wirklich passiert ist, müssen aber vorsichtig sein, wem sie vertrauen können. Wenn etwas an die falschen Leute gelangt, könnte zum einen das Imperium zerfallen und zum anderen könnten Jainan und Kiem zur Zielscheibe werden. Das Buch hat einige überraschende Wendungen und ist für mich an keiner Stelle langweilig gewesen.
Der Schreibstil ist gut. Man taucht schnell in die Welt ein und kann die Gedankengänge von Jainan und Kiem gut nachvollziehen.
Das Cover gefällt mir sehr und es passt gut zur Geschichte. Ich mag die verschieden Elemente, die eingebaut wurden.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der eine spannende Boys Love Sci-Fi Geschichte lesen möchte, die auch Thriller Elemente beinhaltet. Für eine interessante Handlung ist also gesorgt. Auch die liebenswerten Charaktere sprechen für das Buch.
Cha
aus Baden-Baden
5/5
24.07.2024
eBook (ePUB 3)
Großes Sci-Fi Highlight
Ich habe es so geliebt! Das war die perfekte Sci-Fi-Geschichte mit etwas Romance. Das Worldbuildung war komplex und extrem gut gemacht, wir bekommen viel Einblick in die Politik und es hat sich wirklich angefühlt, als gäbe es all das und ich wäre mittendrin. Und auch wie dort Gender eingebaut und sehr facettenreich und divers dargestellt wurde, mochte ich sehr. Nicht zu vergessen natürlich die Slow burn Liebesgeschichte zwischen den beiden absolut bezaubernden und so tollen Figuren, die mein Herz erobert haben. Die ganze Geschichte hat sich einfach so behutsam und bedacht erzählt angefühlt und es war wirklich ganz wunderbar.
Johanna
4/5
22.11.2024
Buch (Taschenbuch)
Tolle Geschichte, tolle Charaktere, hat Spaß gemacht!
Ich bin mit relativ wenigen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, wurde aber positiv überrascht! Die Charaktere und der Plot, das Politiksystem und die ganze(n) Welt(en) haben mir richtig gut gefallen. Ich habe Tiem und Jainan total gerne auf ihrer Reise zu sich selbst und zueinander begleitet und wurde sehr gut unterhalten.
Besonders gut hat mir die Kombination aus politischen Intrigen und der achtsamen Charakter- und Beziehungsentwicklung gefallen. Beide Charaktere haben ihre Päckchen zu tragen und bringen diese mit in die Beziehung, doch genau das macht sie so liebenswert und nahbar und lässt einen bei der Entwicklung ihrer Beziehung mitfiebern. Dass damit auch Missverständnisse und Kommunikationsprobleme einhergehen, ist verständlich und für mich in diesem Fall stimmig, auch wenn ich dieses Plotdevice sonst nicht so mag.
Was den Weltenbau angeht, hätte ich mir manchmal gewünscht, früher mehr darüber zu erfahren, um früher zu kapieren, was alles auf dem Spiel steht. Teilweise wurde es aber auch etwas konfus dargestellt und beschrieben, sodass ich nicht immer ganz mitkam. Insgesamt fand ich die Idee aber super spannend und es war gelungen, wie in diesem einen Buch ein komplexes politisches System und eine tiefgehende Beziehung dargestellt wurde. An manchen Stellen wäre sicher noch Raum für mehr gewesen, aber es passt mMn trotzdem alles gut zusammen.
Was mir leider nicht so gut gefallen hat, war der Schreibstil bzw. die Übersetzung. Der bzw. die war an vielen Stellen leider holprig und hat mich aus dem Lesefluss gerissen, ein bisschen mehr Sorgfalt von allen Seiten wäre hier hilfreich gewesen. Dieser Punkt hat mir für ein Highlight leider gefehlt, ansonsten aber eine klare Leseempfehlung.. der nächsten Band liegt schon auf dem SuB, wenn auch auf Englisch (da schneidet ihr euch leider ins eigene Fleisch, liebe Verlage..).
Danke an Netgalley und CrossCult für das Rezensionsexemplar!