Martin Oswalds Flaneursgeschichte Kafka hat am Sonntag geschlossen – eine charmante Liebeserklärung an die Provinz als solche. Zugleich ergeben seine Beobachtungen und Erkundungen eine mit viel Esprit, Hintersinn, Leichtigkeit und Wärme garnierte Beschreibung unserer Welt. Feine literarische Miniaturen, die sich gelegentlich Abschweifungen ins Groteske erlauben, gen »Absurdistan« mäandern. Ein erzählerisches Meisterstück! Glücklich, wer die Lektüre noch vor sich hat …
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Frankenfrosch
4/5
29.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unterwegs mit einem Wortverzauberer
'Nebensächlichkeitsforscher bin ich', ist der erste Satz in Martin Oswalds 'Kafka hat am Sonntag geschlossen'. Und schon hatte er mich verzaubert. Ich liebe Bücher, die mit der Sprache spielen, die Atmosphäre erzeugen, mich mitnehmen, ohne viel TamTam und unglaubwürdiger Spannung. Genau das macht Martin Oswald. Er ist ein Sprachenzauberer, ein Wortjongleur, ein Atomsphärenmaler. Er bereist Orte, Orte die nicht unbedingt im Reiseführer stehen. Manche Besuche sind kurz, manche länger. Dann nimmt er sich, und gibt seinen Lesern, die Zeit, die Gegend und die Menschen kennenzulernen. Er erzählt liebevoll, manchmal mit feiner Ironie, er kommt vom Stock aufs Stöckchen und spielt dabei mit seinem Werkzeug - der Sprache. Noch nie habe ich eine so liebevoll Beschreibung über den fränkischen Dialekt gelesen. Man sollte sich Zeit beim Lesen nehmen, manche Sätze verdienen es, ein zweites oder drittes Mal gelesen zu werden. Am liebsten würde ich mit diesem Buch auf Reisen gehen, denn es macht neugierig, auf diese Art und Weise Land und Menschen kennenzulernen. Vielleicht sollte ich mir auch ein Roulette zulegen? Wer Axel Hacke liebt, muss (!) Martin Oswald lesen. Und warum Kafka ausgerechnet am Sonntag geschlossen hat, wird übrigens auch kurz erklärt.
yellowdog
4/5
15.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Merkwürdigkeiten des Alltags
Ein Mann reist, scheinbar wahllos und vom Zufall bestimmt, in einen kleinen fränkischen Ort. 30 Tage wird er sich da aufhalten und den Ort erkunden. Er sieht auf seinen Wanderungen genau hin und bemerkt die Merkwürdigkeiten des Alltags.
Lange hat mich beschäftigt, was ihn eigentlich dazu treibt. Erst am Schluss wird klar, er ist dort Stadtschreiber und Turmzeichner.
Seine Beobachtungen sind teils eine Runde gepflegte Langeweile, teilweise aber auch interessant. Insgesamt ein unspektakuläres Buch, dass man in aller Ruhe lesen sollte.