In den 1920ern einer der bekanntesten Rennfahrer Deutschlands, sorgte Adolf Rosenberger als Mitgründer und Geschäftsführer für die Finanzierung des von Ferdinand Porsche ins Leben gerufenen Konstruktionsbüros, das wesentliche Impulse für technische Innovationen und den Rennwagenbau lieferte. Als das Büro in der Weltwirtschaftskrise in eine Schieflage geriet, schied er 1933 aus der Geschäftsführung aus, blieb aber als Mitgesellschafter und „Auslandsvertreter“ weiter für Porsche tätig. Der zunehmenden Verfolgung durch die Nationalsozialisten entging der jüdische Rosenberger nicht: 1935 verlor er seine Teilhaberschaft und kam für einige Zeit in KZ-Haft. Nach der Emigration 1938 baute er sich in den USA über Jahrzehnte eine prekäre neue Existenz auf. Das von ihm angestrengte Entschädigungs- und Rückerstattungsverfahren zerschnitt die Bande zum inzwischen international renommierten Sportwagenhersteller. Auf der Basis bisher unveröffentlichter Akten schildert und analysiert dieses Buch die aussergewöhnliche und bewegte Lebensgeschichte Adolf Rosenbergers.
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Alrik Gerlach
Thalia Book Circle Community
5/5
25.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vergessen zwischen Motoren und Geschichte
Manchmal stolpert man über Geschichten, die eigentlich viel lauter erzählt werden müssten. Adolf Rosenberger ist genau so ein Fall. Rennfahrer, Unternehmer, Mitgründer und dann aus der eigenen Geschichte gedrängt. Klingt wie ein Drehbuch, ist aber Realität und genau das macht dieses Buch so packend.
Schon nach den ersten Seiten setzt dieses Gefühl ein, dass hier jemand viel zu lange übersehen wurde. Zwischen Motorenlärm, Visionen und dem Aufbau einer legendären Marke schwingt ständig diese leise Ungerechtigkeit mit. Und die trifft. Nicht mit der Brechstange, sondern eher wie ein schleichender Gedanke, der sich festsetzt.
Besonders stark sind die Momente, in denen die Geschichte kippt. Vom erfolgreichen Geschäftsmann hin zum Verfolgten im eigenen Land. Da sitzt man da, liest und denkt sich ernsthaft, wie schnell sich alles ändern kann. Genau diese Mischung aus Aufstieg, Fall und stillem Kampf macht das Ganze so intensiv.
Klar, hier und da merkt man, dass der Autor tief im Archiv gewühlt hat. Manche Passagen verlangen Konzentration. Aber genau das gibt dem Buch auch Gewicht. Es fühlt sich echt an, nicht glattgebügelt.
Unterm Strich bleibt ein ziemlich beeindruckendes Porträt. Eines Mannes, der mehr war als nur eine Fußnote. Und eines Kapitels deutscher Geschichte, das lange nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat, die es verdient.