Ökologische Landwirtschaft unter SS-Gewalt? Naturheilkunde in einem Konzentrationslager? KZ-Häftlinge, die als Wissenschaftler arbeiteten? Anne Sudrow zeigt in ihrem Buch, in welchem Zusammenhang diese auf den ersten Blick kaum miteinander zu vereinbarenden Phänomene stehen. Ort des Geschehens war der sogenannte Kräutergarten des Konzentrationslagers Dachau – die gärtnerisch-landwirtschaftlichen Versuchsgüter der SS. Hier erforschte das SS-Unternehmen „Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung“ neue Methoden der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, der alternativen Medizin sowie der Vollwert-Ernährung. Die Geschichte dieses Produktions- und Forschungsbetriebs im KZ Dachau und seiner Aussenlager wird hier erstmals umfassend untersucht und historisch eingeordnet sowie dessen wichtigste Akteure benannt. Die Studie zeigt, wie es zur Gründung dieses Unternehmens kam. Sie fragt nach dem Alltag und den Erfahrungen der KZ-Häftlinge, die dort im grössten Arbeitskommando des KZ Dachau Zwangsarbeit für die Wissenschaft leisten mussten. Welche Art von Produkten und Wissen entstand dabei? Und wie wirkten diese bis in unsere Zeit fort? Diese Studie entstand im Auftrag der KZ-Gedenkstätte Dachau.
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