„Disruption ist in Mode. Stören als kreatives Moment. In einem Familienunternehmen hat das Tradition. Da kommen die Jungen, um die Alten zu stören. Das ist der Lauf der Dinge: Schon immer wollten Töchter und Söhne die Mütter und Väter überflügeln. Das ist der Treibstoff allen Fortschritts. Die Unternehmerfamilie treibt diesen Motor also naturgemäss an. Wenn man so will mit grünem Kraftstoff: Familien denken in Generationen und damit von Natur aus nachhaltig.“Henning Strauss„Eure Kinder sind nicht eure Kinder“ (Khalil Gibran)Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf, heisst es. In Unternehmerfamilien gesellt sich eine weitere Erzieherin hinzu: die Firma.Caroline Heil, Heiko Kleve und Rena Haftlmeier-Seiffert begreifen Unternehmer- und Gesellschafterfamilien als eine Familienform, die die Erziehung der Kinder auf besondere Weise beeinflusst. Denn in diesen Familien sitzt das Unternehmen immer mit am Tisch. Unternehmereltern sollten deshalb über Kenntnisse verfügen, die über gewöhnliches Erziehungswissen hinausgehen.Entlang der acht Lebensphasen eines Menschen wird der Einfluss des Unternehmens auf das Aufwachsen der Kinder beschrieben. Fokussiert wird dabei jeweils auf spezifische Kontexte: das Wesen des Kindes, die Familie, das Unternehmen, das Eigentum und das jeweilige soziale Umfeld. Im zweiten Teil des Buches werden Themen beleuchtet, die das ganze Leben über gültig sind, z. B. Erwartungen in Bezug auf die Nachfolge, Loyalitäten und der Umgang mit Vermögen.Fragen, die zur Reflexion anregen, konkrete Tipps und besondere Hinweise machen das Buch zu einem einmaligen Begleiter für Unternehmerfamilien bei der Erziehung ihrer Kinder.Die Autor:innen:Caroline Heil, Prof. Dr.; Sozialpädagogin (B.A.) und Psychosoziale Beratung und Mediation (M.A.); Professorin für Soziale Arbeit an der IU – Internationalen Hochschule; Mitarbeiterin der opta data Zukunfts-Stiftung; Senior Research Fellow des Wittener Instituts für Familienunternehmen.Heiko Kleve, Univ.-Prof. Dr., Soziologe, Sozialpädagoge, WIFU-Stiftungslehrstuhl f. Organisation u. Entwicklung v. Unternehmerfamilien, Universität Witten/Herdecke; Systemischer Berater, Systemischer u. Lehrender Supervisor, Coach und Mediator.Rena Haftlmeier-Seiffert, Dr.; Studium der Literaturwissenschaften; als Dozentin an verschiedenen Universitäten tätig; moderiert Veränderungsprozesse in Unternehmerfamilien; seit 2006 Geschäftsführerin der EQUA-Stiftung.
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5.0/5.0
Bewertung
5/5
19.11.2025
Buch (Paperback)
Sehr lesenswertes Buch für Unternehmereltern
„Wenn die Firma mit am Tisch sitzt“ ist ein Buch, das etwas anspricht, worüber in Unternehmerfamilien selten offen gesprochen wird: Wie stark der unternehmerische Kontext das Familienleben prägt – für Eltern und für Kinder.
Besonders gelungen finde ich den klaren, wertschätzenden Blick auf die Lebenswelt von Unternehmerkindern: auf Privilegien, die ihnen Türen öffnen – und auf Situationen, die still überfordern können, weil Erwartungen, Rollen oder Vergleiche unausgesprochen im Raum stehen.
Das Buch schafft hierfür eine Sprache, ohne belehrend zu werden. Die eingebauten Reflexionsfragen sind praxisnah formuliert und helfen Eltern, sich im Alltag zu orientieren, ohne sich verbiegen zu müssen. Was mir besonders gefällt: Es geht nicht um Perfektion, sondern um bewusste Beziehungsgestaltung.
Für mich ist dieses Buch eine klare Empfehlung –
für Unternehmereltern, für Beraterinnen und Berater im Nachfolgekontext, und für alle, die verstehen wollen, warum diese Familienrealität so besonders ist.
Bewertung
5/5
15.07.2025
Buch (Paperback)
Reflexion anstatt Rezepte - ein ehrlicher Begleiter für Unternehmereltern
„Wenn die Firma mit am Tisch sitzt“ ist kein klassischer Ratgeber – es ist ein Dialogangebot. Für alle Eltern, die sich nicht nur fragen: Was braucht mein Kind?, sondern auch: Was bringt unsere Unternehmerrealität mit sich – sichtbar und unsichtbar?
Ich habe mich beim Lesen verstanden gefühlt – ohne bewertet zu werden. Und ich habe das Buch nicht mit klaren Antworten, aber mit größerer Klarheit über mich selbst als Mutter in einem unternehmerischen Umfeld aus der Hand gelegt.
Besonders wertvoll war für mich:
Die Reflexionsfragen haben mir nicht nur geholfen, über die Erziehung meines eigenen Kindes nachzudenken – sondern auch, besser zu verstehen, wie ich selbst als Unternehmerkind aufgewachsen bin.
Was davon möchte ich weitergeben? Was bewusst anders machen?
Durch das Buch wurde mir viel deutlicher, welche Haltung und Atmosphäre ich mir für mein Kind wünsche – und wie ich sie aktiv gestalten kann.
Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die sich nicht nur mit Nachfolgeplänen, Familiencharta und Governance-Regeln beschäftigen, sondern mit dem ganz normalen Alltag – in dem „die Firma mitisst“, zuhört und manchmal auch zu viel Platz einnimmt.
Ein ehrliches, leises und kraftvolles Buch – das mich nicht losgelassen hat.