Obgleich kaum eine Legislaturperiode vergeht, ohne dass neue Mindeststrafen eingeführt oder vorhandene verschärft werden, sind diese bislang kaum erforscht. Benedikt Linder untersucht deshalb gesetzliche Strafrahmenuntergrenzen aus theoretischer wie praktischer Perspektive. Ausgehend von einer rechtshistorischen und rechtsvergleichenden Bestandsaufnahme arbeitet er zunächst die verfassungsrechtliche Bedeutung und strafzumessungsrechtliche Funktion der Mindeststrafen sowie ihre Verwendung durch den Gesetzgeber heraus. Anschliessend wird anhand ausgewählter Richtervorlagen, einer umfangreichen Analyse möglicher Vermeidungsstrategien und einer Auswertung der statistisch verhängten Strafen erläutert, dass überhöhte Mindeststrafen in der Praxis nicht verhängt, sondern regelmässig korrigiert werden sollten. Mit seiner abschliessenden rechtspolitischen Bewertung verdeutlicht der Autor die zahlreichen damit einhergehenden Probleme und präsentiert mögliche Lösungsansätze.
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