Dass ein Text spannend zu sein habe, ist sicherlich die populärste Forderung, die gegenüber der Literatur erhoben wird. Dabei ist literarische Spannung ein hochstilisierter Mangelzustand: Jeder Präsenzmoment ist, was er ist, durch die Anwartschaft auf eine unbekannte Zukunft. Durch diesen, alle Handlungsstationen durchstrukturierenden, sich im laufenden Prozess schliessenden Verweiszusammenhang ist ein Spannungstext zugleich ,Text des Lebens'. Er stellt in konzentrierter Form einen Aspekt der Zeitlichkeit dar, die unsere eigene Existenz bestimmt. Der vorliegende Sammelband sondiert an verschiedenen, zum Teil weit auseinanderliegenden Punkten Methoden und Funktionen der Spannung als Form literarischer Weltbewältigung. Er ist aus zwei Workshops zum Thema hervorgegangen, die im Rahmen des DFG-Forschungsprojekts „Philologie des Abenteuers“ an der LMU München organisiert und ausgerichtet wurden.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.