Oktober 1989, ein Dorf in Brandenburg. Eine Frau wird in einer Kleingartenanlage getötet, der Mörder kann entkommen. In den nächsten Monaten bringt er vier weitere Frauen und ein Baby um. Angst und Verdächtigungen erschüttern die Dorfgemeinschaft, während fünfzig Kilometer weiter östlich die Mauer fällt. Die Polizei ist überfordert, dezimiert durch Abwanderung nach Westen und aufgeflogene Stasimitarbeiter. Die Sensationspresse scheint im wiedervereinten Deutschland ausloten zu wollen, wie weit man mit dem Leben von Menschen gehen kann, bevor die Berichterstattung selbst zum Verbrechen wird.Im Dorf leben auch die beiden Freundinnen Hedi und Gabi. Während Hedis Verlobter sie zu Hause isoliert, nimmt Gabi die Sache selbst in die Hand: Sie bewirbt sich als Reporterin bei der Bild-Zeitung und erhält so Einblick in die Ermittlungen …»Keine besonderen Auffälligkeiten« ist ein packender Kriminalroman nach einem wahren Fall, mit dem Sophie Sumburane die Mechanismen des Genres True Crime hinterfragt. Parallel zum Erscheinen des Buches wird die dreiteilige Doku »Rosa Riese« in der ARD-Serie »Crime Time« zu sehen sein, die Sophie Sumburane bei ihren Recherchen und bei Interviews vor Ort begleitet hat (verfügbar in der ARD Mediathek).
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Jürg K.
4/5
02.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Der letzte Serienmörder der DDR
Das Cover zeigt eine Kleingartenanlage, in der eine Frau getötet wurde. Der Täter konnte entkommen und in den folgenden Monaten bringt er vier weitere Frauen und ein Baby um. Ein Kriminalroman nach dem wahren Fall des letzten Serienmörders der DDR. Dieses Buch hat mich auf eine Weise getroffen, die weit über die Spannung eines klassischen Kriminalromans hinausgeht. Dieses Buch erzählt nicht nur von einer Mordserie, sondern von einer Gesellschaft im Ausnahmezustand, einem Dorf, das im Herbst 1989 zwischen Angst, Misstrauen und politischem Umbruch zerrieben wird. Beim Lesen spürt man die Unsicherheit der Menschen, die sich nicht nur vor einem Mörder fürchten, sondern auch vor dem Zusammenbruch der Ordnung, die sie kannten. Besonders eindrücklich fand ich, wie der Roman aufzeigt, wie schnell Vertrauen erodiert, wenn Angst die Oberhand gewinnt. Für mich sind Hedi und Gabi das emotionale Zentrum der Geschichte. Hedi, gefangen in einer Beziehung, die sie klein hält, und Gabi, die sich mutig in eine Welt wagt, die ihr eigentlich feindlich gesinnt ist. Besonders stark fand ich die Darstellung der Medien. Der Roman macht deutlich, wie Berichterstattung selbst zur Gewalt werden kann, wenn Menschen zu Schlagzeilen degradiert werden. Dieses Buch bleibt lange im Kopf, nicht wegen der Morde, sondern wegen der Menschen, die in diesem Chaos versuchen, sich selbst treu zu bleiben. Sehr empfehlenswert.