Produktbild: Die seltenste Frucht

Die seltenste Frucht

4

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inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

4885

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

02.02.2026

Herausgeber

Gudrun Honke

Verlag

Peter Hammer Verlag

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

20.8/12.9/2.3 cm

Gewicht

334 g

Farbe

Ozeanblau

Auflage

2

Übersetzt von

Gudrun Honke

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7795-0803-8

Beschreibung

Rezension

„Gaëlle Bélem ist eine gewiefte, effektsichere Erzählerin, die unterschiedlichste Stilmittel in einem überzeugenden Erzählkonstrukt verbindet. Ihr ist ein spannender, sinnlicher, lehrreicher und auf jeder Seite lesenswerter Roman über eine der großen Ungerechtigkeiten in der Geschichte menschlicher Entdeckungen gelungen. Diese kreolische Erzählstimme wird noch viele Leserherzen in aller Welt erobern." Julia Schröder / SWR
„Der Roman bewegt, weil er Erinnerungen zurückerobert (...) er lässt die Vanille nicht nur als Aroma, sondern als Spur von Ungerechtigkeit und menschlicher Erfindungskraft duften." Barbara Seidl-Reutz / Buchkultur

Produktdetails

Verkaufsrang

4885

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

02.02.2026

Herausgeber

Gudrun Honke

Verlag

Peter Hammer Verlag

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

20.8/12.9/2.3 cm

Gewicht

334 g

Farbe

Ozeanblau

Auflage

2

Übersetzt von

Gudrun Honke

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7795-0803-8

Herstelleradresse

Peter Hammer Verlag GmbH
Föhrenstr. 33-35
42283 Wuppertal
DE

Email: info@peter-hammer-verlag.de

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  • drawe

    aus Landau

    5/5

    26.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Lesenswert!

    Mein Lese-Eindruck: Vanillepudding, Vanillekipferl, Vanille-Eis, Bayerische Creme,Crème brûlée – Vanille-Aromen sind aus unserer Küche nicht wegzudenken. Es gibt inzwischen zwar synthetisches Vanillin, aber nichts geht über das Aroma der „echten“ Bourbon-Vanille, deren Mark man aus den schwarzen Schoten herausschabt. Wieso Bourbon-Vanille? Diese Geschichte erfahren wir in diesem Buch. Die Autorin stammt selber aus Bourbon, heute La Réunion, und hat die Geschichte des Vanille-Anbaus in ihrer Heimat erforscht. Zu Anfang des 19. Jhdts wird die Vanille, eine Pflanze aus der Gattung der Orchideen, von Frankreich aus in die Kolonie Bourbon verschifft. Der Anbau gelingt problemlos, aber es zeigen sich keine Früchte, bis schließlich – und hier beginnt die Geschichte des Protagonisten – eine besondere Technik bei der händischen Bestäubung zum Erfolg führt und die Vanille, das schwarze Gold der Azteken, wird zum teuren Exportartikel der Insel. Die Autorin verpackt die Geschichte ihres Protagonisten in Romanform. Ihre Erzählung besticht durch eine kraftvolle, streckenweise lyrische Sprache, aber vor allem durch die sorgfältige Quellenanalyse, auch wenn die Befunde eher mager sind und sie gezwungen ist, die Lücken mit Vermutungen zu füllen. Dennoch bleibt ein beeindruckendes Lebensbild zurück. Der junge Sklave Edmond wächst gegen alle Gebräuche der Zeit in großer räumlicher und persönlicher Nähe zu seinem Herrn auf und übernimmt dessen Begeisterung für die Botanik. Er ist es, der schließlich mit nur 12 Jahren die besondere Bestäubungstechnik für die Vanilleblüte entwickelt und weitergibt und damit den Grundstein eines florierenden Exports legt. Edmond lebt in einer ungewöhnlichen Zwischenrolle zwischen seinem weißen Gutsbesitzer, der ihn als seinen Ziehsohn betrachtet, und seinen schwarzen Mit-Sklaven, deren harte Lebenswelt die Autorin nicht ausspart. Diese Gegensätze sind es, von denen das Buch lebt. Die Vanille beginnt ihren Siegeszug rund um den Globus, einen Siegeszug, der bis heute anhält – und auf der anderen Seite die Biografie Edmonds, den bei der Freilassung das übliche Schicksal der ehemaligen Sklaven ereilt: der Absturz in das Prekariat. Edmonds Findigkeit, sein außerordentliches botanisches Wissen und seine Verdienste um die Vanille-Kultivierung werden zwar von seinem ehemaligen Herrn immer wieder öffentlich vorgetragen, aber das schützt ihn nicht vor einem armseligen Leben und Sterben. Damit wird dieser Roman nicht nur zu einer Biografie des Edmond, sondern auch zu einer Geschichte von Kolonialismus und Rassismus. Diese Geschichte wird mir nun immer präsent sein, wenn ich wieder eine Vanilleschote auskratze.

  • Bellis-Perennis

    aus Wien

    5/5

    20.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine klare Leseempfehlung!

    Gaëlle Bélem, die selbst von der lnsel La Réunion stammt, entführt uns in das 19. Jahrhundert, als die Insel noch La Bourbon heißt und Sklaven eine Selbstverständlichkeit zur Bewirtschaftung in der Landwirtschaft zählten. Sie erzählt, stellvertretend für alle rechtlosen Menschen, die Geschichte des Sklavenjungen Edmond Albius, der dem verwitweten und depressiven Plantagenbesitzer Ferréol Beaumont quasi als „Kuscheltier“ überbracht wird. Edmond erweist sich als neugierig und wissbegierig, heitert seinen Herrn, der sich lieber mit der Orchideenzucht als mit Menschen beschäftigt, tatsächlich auf. Als sich die jahrelangen Versuche, der Gewürzvanille eine Frucht abzutrotzen, als Fehlschlag entpuppen, versucht der damals zwölfjährige Edmond auf eigene Faust, das Geheimnis der Befruchtung zu lösen. In der Tat gelingt das Experiment und der Siegeszug des als Bourbon-Vanille bekannten Gewürzes ist nicht mehr aufzuhalten. Von den Gewinnmargen der Plantagenbesitzer und Kaufleuten, die sich mit der Frucht eine goldene Nase verdienen, hat Edmond (wie die Abertausenden Sklaven, die auf der Insel schuften) genau nichts. Ja, es ist ihm sogar verboten lesen und schreiben zu lernen. Meine Meinung: Wenn uns heute der exotische Duft von Vanille in der Nase kitzelt, denkt niemand an die Erzeugung und Herkunft dieses Gewürzes, zumal es gelungen ist, das Aroma künstlich herzustellen, um möglichst viele Süßspeisen damit zu verfeinern. Echte Bourbon-Vanille ist nach wie vor teuer, das sie händisch bestäubt werden muss. Gaëlle Bélem nimmt uns auf den Triumphzug der Vanille rund um den Globus mit. Zunächst gibt es einen kleinen Exkurs nach Mexiko, dem Ursprung der Vanillepflanze, die eine Orchidee ist. Wir besuchen Pflanzungen in Afrika und Asien, Botanische Gärten in Europa, in denen die kostbare Vanille als Zierpflanze angesehen wird, und verkosten in den zahlreichen Cafés und Adelshaushalten Torten, Eis und Schokoladegetränke. In diesem sprachgewaltigen Roman zeigt Autorin Gaëlle Bélem wie weiße Plantagenbesitzer das Wissen und die Arbeitskraft ihrer Sklaven brutal ausgenützt haben. Dabei gelingt es ihr, manchmal durchaus ironisch und humorvoll, den mühsamen Alltag der Sklaven ihren Leserinnen und Lesern nahe zu bringen. Wer nostalgisch-gediegene historische Romane, die penibel recherchiert worden sind, und in exotische welten entführt, liebt, wird hier fündig. Sprachlich ist dieser historische Roman, der auf wahren Begegebenheit beruht ein Leckerbissen. Die Abbildung der Orchidee Gewürzvanille (Vanilla planifolia) ziert das Cover und bietet einen Eindruck der Schönheit der Pflanze. Den betörenden Duft kann man leider nicht riechen. Fazit: Gerne gebe ich diesem Ausflug in die Welt der Vanille, der uns darauf hinweist, wie Wohlstand auf dem Buckel von Sklaven erwirtschaftet worden ist, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Lesepixie

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    10.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Geschichte der Vanille und der Sklaven in La Réunion

    Bei diesem Buch hat mir das Cover sofort gefallen, das schöne Blau als Grundfarbe und die Vanillepflanze mit Blüte in der Mitte. Anfangs fand ich den Schreibstil etwas anstrengend, da er sehr ungewohnt ist. Es werden Begebenheiten nicht immer in der chronologischen Reihenfolge erzählt und die Formulierungen sind teilweise ungewohnt. Bei den Formulierungen weiß ich natürlich nicht, ob die Autorin sie so gewählt hat oder ob es an der Übersetzung liegt. Je weiter ich im Buch kam, desto mehr gewöhnte ich mich daran und fand den Schreibstil zunehmend apart. Die Geschichte das Sklaven Edmond, der aber mehr wie ein Ziehsohn bei dem verwitweten weißen Grundbesitzer und Botaniker Ferréol Bellier-Beaumont aufwächst, ist von einigen Abschnitten abgesehen sehr traurig. Durch die Arbeit mit seinem Ziehvater, bei der er vieles über Pflanzen lernt, wünscht er sich selber, Botaniker zu werden. Aber als Sklaven steht ihm kein teurer Schulunterricht zu, und er kann allenfalls Gärtner werden. Und als er schließlich die Entdeckung macht, wie man die Vanille bestäuben kann, erhält er keine der erhofften Belohnungen. Während sich über die Jahrzehnte hinweg Menschen auf der ganzen Welt mit dem Verkauf der Vanille die Taschen füllen, bleibt er nahezu mittellos und hat auch nach dem Ende der Sklaverei einen steinigen Lebensweg vor sich. Der Leser erfährt einiges über die Lebensbedingungen der Schwarzen auf La Réunion zu jener Zeit, sowohl während der Sklaverei, als auch danach. Besonders faszinierend fand ich die Geschichte der Vanille, die wir heute als ganz selbstverständlich ansehen. Durch dieses Buch weiß ich nun auch endlich, warum sie Bourbon Vanille heißt. Insgesamt finde ich dieses Buch für historisch und botanisch ein wenig interessierte Menschen sehr lesenswert.

  • Ann-liest

    Thalia Book Circle Community

    3/5

    26.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Anstrengend zu lesen

    Mit diesem Buch begeben wir uns auf eine Reise ins 19. Jahrhundert auf die Insel Bourbon - heute La Réunion. Edmond, Sohn von zwei Sklaven, wächst in der Obhut des alleinstehenden Botanikers Ferréol auf und wird so selbst zu einem begeisterten Pflanzenkenner. Edmond ist es auch, dem es durch Fleiß und Hingabe gelingt, dass auf Bourbon das schwarze Gold der Azteken - die Vanille - zum Leben erwacht. Die Autorin hat die Geschichte von Edmond und Ferréol bis ins kleinste Detail recherchiert und schafft es sehr gut, die Erfolgsgeschichte der Vanille mit der bedrückenden Geschichte der Sklaverei zu verbinden. Insbesondere die Sonderstellung Edmonds, der weder von dem weißen Gutsbesitzer richtig akzeptiert und als schlauer Junge respektiert wird noch richtig zur Gruppe der Sklaven gehört, wurde gut herausgearbeitet. Inhaltlich ist das harte und traurig-tragische Leben von Edmond sehr interessant und ich konnte einiges dazulernen - nicht zuletzt über die Vanille. Leider hat mir persönlich das Buch stilistisch nicht gefallen. Mir war das Buch zu sachlich-trocken, zu den Personen ist keine emotionale Nähe entstanden. Für mich las es sich passagenweise eher wie ein Sachbuch. Das unterstützt sicherlich die faktische Korrektheit und gute Recherche der Inhalte, hat mich aber beim Lesen etwas angestrengt. Für Leser, die sich stilistisch auf das Buch einlassen oder sich diesbezüglich, wie einige andere Rezensenten, begeistern lassen können, wird dies ein ganz tolles Buch sein.

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