eine köstliche Umkehrung der Ideologie der Kolonisierung von 'weniger zivilisierten' Völkern
In diesem Buch vom Ende des 19. Jhdt. entdecken 2 deutsche Forscher, dass die Bewohner des Mars auf Grund ihrer fortgeschrittenen Technologien einen Stützpunkt am Nordpol errichtet haben und diesen als ihr Eigentum betrachten (wem soll er sonst gehören als dem ersten Staat, der dort als erster seine Flagge hisst?).
Die Marsbewohner sehen es als ihre heilige Pflicht an, die segenhaften Errungenschaften ihrer überlegenen hundertausendjährigen Kultur auch den Menschen zugänglich zu machen - sie sind die Kulturnation des Sonnensystems, alle anderen müsse mit dem Segen der höheren Kultur 'beglückt werden'.
Dass dieses Buch, das den Kolonialisten einen Spiegel vorhält, heute nicht den Bekanntheitsgrad z.B. des Zeitgenossen Jules Verne hat, das erklärt sich evt. aus der damals noch nicht mehrheitsfähigen Kritik an der europäischen Kolonialideologie (Deutschland wollte gerade auch zum Kolonialstaat werden).