Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum
10.02.2026
Verlag
Anthea VerlagSeitenzahl
320
Maße (L/B/H)
20.3/12.4/3.3 cm
Gewicht
412 g
Farbe
Marine
Auflage
1. Auflage
Übersetzt von
Mirko Kraetsch
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-89998-456-9
Ein Anruf in der Nacht. Die Rückfahrt an einen Ort, den man längst hinter sich lassen wollte. Als der Erzähler nach Přerov zurückkehrt – eine Industriestadt in Mähren, geprägt von Armut und Stillstand – öffnet sich ein Raum der Erinnerung, der zugleich vertraut und schmerzhaft fremd ist. Staubige Wohnungen, das Schweigen der Nachbarn, die Erschöpfung der Mutter, der tyrannische Grossvater: Alles kehrt zurück, Schicht um Schicht. Marek Torčík erzählt vom Aufwachsen in sozialer Enge, von einer Kindheit, in der Fürsorge und Gewalt unentwirrbar ineinandergreifen. Der Erzähler sucht seinen Weg als junger queerer Mann in einem Umfeld, das Empfindsamkeit als Schwäche liest und jede Abweichung bestraft. Mit klarer, rhythmischer, oft lyrisch verdichteter Sprache zeigt Torčík, wie sich Traumata im Körper festsetzen – und wie brüchig Erinnerung wird, je öfter man sie berührt. Aus Momentaufnahmen entstehen Bilder, die lange nachhallen: ein Blick im Schulflur, eine Geste der Mutter, ein kaum sichtbares Verschieben von Nähe und Distanz. Was die Zeit nicht nimmt ist ein vielfach ausgezeichneter Roman, der in über 25 Sprachen erscheint und als eine der kraftvollsten neuen Stimmen der tschechischen Gegenwartsliteratur gilt. Ein empathisches, kompromissloses Buch über Herkunft, Klassismus, queere Identität – und die Hoffnung auf ein anderes Leben.