Auf dem Havelberger Domberg stiess der Autor auf ein Plakat der Aktionsgemeinscha TRANSROMANICA mit einer Europakarte, die zwei Extrempunkte zeigte: im äussersten Südwesten Europas Zamora, im Nordosten Havelberg. Die beiden über 2000 Kilometer voneinander entfernten Kathedralen eint dennoch eine verwandte Physiognomie: Beide sind auf einer Höhe über dem Fluss auf hart umkämpfter Grenze errichtet. Die Untersuchung ergab, dass die Typologie der Romanik in Zamora wie in Havelberg im frühchristlichen Orient sogar eine gemeinsame Wurzel hat. Heute sind sie beide Teil eines Netzwerks, das sich von Sachsen-Anhalt über Frankreich und Spanien nach Italien und Slowenien erstreckt. In der (zu) oft als dunkel beschriebenen Zeit des Mittelalters war Europa kulturell enger vernetzt als gegenwärtig – die Romanik gewissermassen eine erste Vereinigungsform des Kontinents.
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