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Oktoberfest Ein Spaziergang auf der Wiesn | | "In Sargnagels Provokationen steckt jede Menge Herzlichkeit. Niemand beleidigt so menschenfreundlich wie diese Frau." SRF 2 Kultur

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

24049

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.08.2026

Abbildungen

Mit 3 s/w-Abb.

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

96

Maße (L/B/H)

20.7/12.7/2 cm

Gewicht

198 g

Farbe

Blau / Pastell Gelb

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00955-7

Beschreibung

Rezension

Doch bloss verächtlich ist ihr deftiger, anarchischer Blick keineswegs, vielmehr kultiviert sie die hohe Wiener Kunst der sympathischen Beleidigung. ("Neue Zürcher Zeitung")
In Sargnagels Provokationen steckt jede Menge Herzlichkeit. Niemand beleidigt so menschenfreundlich wie diese Frau. ("Saarländischer Rundfunk SR 2 Kulturradio")
Beobachten, präzise beschreiben und auf die Spitze treiben, das kann Sargnagel so gut, dass man gar nicht mehr mitbekommt, wann die Realität aufhört und die absurde Satire beginnt ... eine Freude zu lesen. ("BR24")
Enorm unterhaltsam ... selten beim Lesen so laut gelacht. ("ORF Ö1 "Ex Libris"")
Wer die Wiesn nicht mag, kann sich über das neue „Oktoberfest“-Büchlein von Stefanie Sargnagel freuen. Und wer die Wiesn mag, auch. ("Abendzeitung München")
Wenn jemand gerade der literarischen Reportage zu neuem Glanz verhilft, dann ist es Stefanie Sargnagel. ("Welt am Sonntag")
Eine vergnügliche Schrecklichkeit ("Kurier")
Deswegen so gut, weil die Autorin jedes Bayernklischee bis auf zur Absurdität überdreht ... herablassend ist der Ton dennoch nie. ("SRF 2 Kultur")
Durch die Sargnagel-Brille auf die Welt zu blicken tut zwar manchmal weh, aber ist ungemein befreiend. Die Frischluftwatschn, die wir alle brauchen. ("Bayern 2 Die Welt am Morgen")

Produktdetails

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24049

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.08.2026

Abbildungen

Mit 3 s/w-Abb.

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

96

Maße (L/B/H)

20.7/12.7/2 cm

Gewicht

198 g

Farbe

Blau / Pastell Gelb

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00955-7

Herstelleradresse

Rowohlt Verlag GmbH
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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  • Johanna

    aus München

    3/5

    10.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Mythos in der Groteske

    Weil das Oktoberfest nie auserzählt ist und das Immer-Gleiche sich in immer neuen Variationen zu einem Mythos aufgebaut hat, braucht auch die Gegenwartsliteratur einen Wiesnbesuch. Rustikal und derb darfs ruhig sein und zum Lachen aus sicherem Abstand. Gleich zu Beginn betont die Sargnagelstefe, ihr seien „Volksfeste dieser Art nicht unbekannt. […] Nationalstolz, Alkoholmissbrauch und Übergriffe kennt man in der geliebten Heimat von Kindheit an.“ Der Unterschied sei, dass kein FPÖ-Mann vorne stehe und über den Islam schimpfe. Staunen wird sie dann über das Ausmaß des Exzesses. Zwei Wochen lang stand Stefanie Sargnagel nicht nur am Wiesnrand, sondern auch im biersumpfigen Zelt, am Kotzhügel, im Flohzirkus und vor der Toilettentür und verdichtete dann das Ergebnis ihrer teilnehmenden Beobachtung des seltsamen Gebarens der hiesigen und auswärtigen Erdbewohner mit kenntnisreichem feministisch-satirischen Blick, scharf, unappetitlich, ordinär (wie sonst?). Dass die Beschreibung bei Sargnagel genauso drastisch und grotesk ausfällt wie das Geschehen da unten auf der Theresienwiese, ist für Sargnagel-Leserinnen eh selbstverständlich. Sehr treffende Beobachtungen (ins Absurde verzerrt) gelingen ihr immer wieder: zum Beispiel beim Aufmascheln der Wiesngängerinnen, denen in Friseursalons pseudobayerische Frisuren gedrechselt werden: „Kordelzöpfe, Gretchenschwänze, Kränze, Gräten, Kronen, Dutte, Bauerntaue, Wasserfälle, Schnecken. Selbst die Wimpern werden eingeflochten. Ganze Frauengruppen, bestehend aus Töchtern, Tanten und Großmüttern, lassen sich ineinander verknüpfen, bis sie sich in einen großen deutschen Zopf mit zappelnden kleinen Gliedmaßen verwandeln, der wie ein Rattenkönig Richtung Festgelände wackelt.“ Sargnagels Ausrüstung für die Expedition ist ebenso bemerkenswert. Neben dem obligatorischen Wegwerfdirndl aus Polyester wird die Berichterstatterin von einer Freundin mit „Pfefferspray, Gleitgel, Pflaster, Notrufnummern für Sexualstraftaten“ ausgestattet. Den Traumprinzen, den sie sich erhofft hat, wird sie da nicht finden. Es geht halt um den Rausch, die schnelle Nummer und eigenartige Attraktionen. Teufelsrad-Moderatoren werfen mit zotigen sexistischen Kommentaren um sich. Achtzehnjährige Polizisten-Bürscherln überbieten sich im Festnehmen, besonders von Cannabis-Konsumenten (denn Rauschgift ist hier nicht erlaubt). Irgendwann werden mir die Monstrositäten dann doch zu viel. Das Amüsement hält sich in Grenzen. Das Immer-Gleiche kann auch langweilen. Noch mehr im zweiten Teil, der ihren Besuch in Bayreuth dokumentiert. Einst (2016) im Auftrag der Zeit verfasst geht es hier um das Befremden im Angesicht der verknöcherten Wagner-Hochkultur, aber eigentlich ums pausenlose Essen, mit dem Sargnagel der Kultur ausweicht, mit der sie nichts anfangen kann (Buch-Füllstoff?). Viel besser, versponnener, geschickter ins Groteske kippend und zugespitzter ist ihre Satire „Opernball“ (2026). Auch das amerikanische Reisetagebuch „Iowa“ (2023) hat mir gefallen.

  • Bewertung

    aus Waldkraiburg

    1/5

    24.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Oktoberfestbesucher - das "abartige Wesen"

    Um es vorweg zu nehmen: Ich bin kein Spießer und selbst eher mal für anzügliche oder unpassende Kommentare unrühmlich bekannt. Aber was Frau Sprengnagel (alias Sargnagel) hier zu Papier bringt, ist jenseits jedes toleranten Geschmacks. Wer eine humorvoll überzogene Satire über Sitten und Unsitten der Wies'n erwartet wird enttäuscht. In beispiellos ordinärer, geschmackloser Weise werden auch die positivsten Seiten in den Dreck gezogen. Da wird aus jedem Wiesenbesucher, insbesondere den Bayern, ein dumpfer, besoffener, sexsüchtiger Volltrottel mit Hang zur Glorifizierung des Nationalsozialismus und ohne Kontrolle über Speichelfluss, Harn- und Stuhldrang. Polizisten werden ausnahmslos als unreife (18jährige), gewalttätige Sadisten beschrieben, die das Oktoberfest benutzen um ihre Brutalo-Phantasien straflos auszuleben. Aus dem weltberühmten Trachten- und Schützenzug, Präsentation des Brauchtums zahlreicher deutscher Regionen und internationaler Gäste, wird die Wiederauferstehung von Nazi-Aufmärschen. Die zig tausenden Zuschauer beschreibt sie als grölenden pöbelnden, die eigenen Kinder vernachlässigenden Mob. Dass es bei dieser Riesenveranstaltung negative Auswüchse gibt, ist mir, jahrzehntelang als Polizist auch auf der Wies'n im Einsatz, durchaus bewusst und (unangenehm) bekannt. Wer als unbedarfter Leser auf dieses unsägliche Werk stößt und es für bare Münze nimmt, wird sicher keinen Schritt mehr auf die Münchner Theresienwiese setzen. Frau Sargnagel konzentriert sich, wohl aus Publicity-Gründen, nur auf die übelsten denkbaren Vorkommnisse und nimmt freudig selbst daran teil. Kein Wort darüber, dass bei jährlich 6 bis 8 Millionen Besuchern über 90 Prozent einfach nur Spaß mit der Familie, Freunden, Arbeitskollegen haben wollen und auch haben. Und auch die wenigsten der zugegebenermaßen zahlreichen Betrunkenen mutieren automatisch zu kotzenden, urinierenden, "gehirnamputierten" Sexualverbrechern. Der zweite Teil des Buches, über die Bayreuther Wagner-Festspiele ,ist zwar nicht mehr so vulgär wie die Schilderung der Wiesen, zieht aber auch bar jeden Sachverstandes alles an dieser weltberühmten Veranstaltung in den Dreck. Mein (persönliches!) Fazit: Das hat nichts mit Satire oder Comedy zu tun, sondern ist eine unappetitliche Aneinanderreihung von Obszönitäten. (Ob ich noch weitere Werke der immerhin preisgekrönten Autorin, in Hoffnung auf einen anderen Stil, lesen werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht (hoffentlich) war "Oktoberfest" nur eine einmalige "Entgleisung" ...

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