Luise. Die Erprobung des Abschieds Eine polnisch-deutsche Familiengeschichte
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB 3
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
04.05.2026
Verlag
Westend VerlagSeitenzahl
208 (Printausgabe)
Dateigröße
2754 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783987911415
Zufälligkeiten und der Gang der Geschichte bestimmen unseren Lebensweg, doch wo bleibt unser Spielraum für eigene Entscheidungen? Monica Brandis schildert einfühlsam das Leben ihrer Grossmutter Luise: vom Kind in einem westpreussischen Dorf zum Lehrmädchen im Berlin der 1930er-Jahre, zur Witwe mit Baby während des Krieges und Arbeiterin im Nachkriegsdeutschland. Am Beispiel ihrer Familie nähert sie sich zwischen grossen Umbrüchen und leisen Erinnerungen der Vergangenheit an: Luises Brüder arrangieren sich mit dem Nazi-Regime, einer von ihnen landet später im Gefängnis, ihre Schwester wird 1946 mit der Familie von ihrem Hof nahe Danzig vertrieben und baut sich in Mecklenburg ein neues Leben auf. Ein Buch, das zeigt, wie sich Weltgeschichte in einzelnen Leben einschreibt - und wie die Neugier einer Enkelin diese Spuren wieder sichtbar macht.
Kundinnen und Kunden meinen
Spuren eines Familienlebens
Shilo aus Ulm am 21.05.2026
Bewertungsnummer: 3144974
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Manchmal bleibt nach einer Lektüre nicht eine große Handlung im Kopf, sondern eher ein Geflecht aus Stimmen und Erinnerungen. Genau so wirkt dieses Buch, das sich Schritt für Schritt durch eine Familiengeschichte bewegt und dabei immer wieder zwischen persönlichen Erzählungen und historischen Einschnitten wechselt.
Die Gespräche mit Luise geben dem Ganzen eine besondere Nähe. Es hat etwas Unmittelbares, wenn Erinnerungen nicht nur erzählt, sondern fast wie festgehaltene Gesprächsfetzen wirken. Dadurch entsteht das Gefühl, sehr nah an dieser Lebensgeschichte zu sein, ohne dass alles streng sortiert oder glatt wirkt.
Innerhalb der Familie zeigt sich schnell, dass jeder anders mit den Umständen umgeht. Manche fügen sich, andere brechen innerlich weg oder müssen neu anfangen. Das passiert nicht laut oder dramatisch, sondern eher still, manchmal fast nebenbei erzählt, und genau das macht es schwerer als erwartet.
Die geschichtlichen Hintergründe ziehen sich durch viele Abschnitte. Es ist viel auf einmal, manchmal auch dicht, und genau dadurch spürt man, wie eng persönliche Leben und große Ereignisse miteinander verflochten sind. Es bleibt kein leichter Lesefluss, eher ein Stück Leben, das sich in vielen kleinen Bruchstücken zusammensetzt.
Am Ende bleibt keine klare Schlussnote, sondern eher ein ruhiger Nachklang. Einige Szenen bleiben hängen, andere verschwimmen, und genau das wirkt passend zu der Art, wie hier erzählt wird. Es ist keine Geschichte, die man schnell „wegliest“, sondern eine, die sich eher im Rückblick sortiert.
4 Sterne