Die doppelte Lesbarkeit des Titels „Nach der Natur” verweist auf die zwei miteinander verschränkten thematischen Schwerpunkte der Veranstaltung. Der Ausdruck bezieht sich einerseits auf eine lange Tradition in der Kunst, die die Darstellung „nach der Natur” zum Grundsatz erhob beziehungsweise in der Ästhetik den Schaffensprozess als Naturprozess imaginierte und mit biologischen Metaphern beschrieb. Andererseits hat sich in den letzten Jahrzehnten aufgrund des übergreifenden menschlichen Eingriffs in ökologische Prozesse ein Krisenbewusstsein entwickelt, das in der ökokritischen Kulturwissenschaft zur Konstatierung eines „Post-Nature”-Zustandes unserer Welt und in Literatur, Kunst und Popkultur unter anderem zur Überwucherung von Katastrophenszenarien führte.
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