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Der gute Mensch von Sandvika Roman

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inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

7993

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.08.2026

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

20.4/12.8/2.3 cm

Gewicht

259 g

Farbe

Anthrazit / Messing

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Det gode mennesket i Sandvika

Übersetzt von

Gabriele Haefs

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397772-1

Beschreibung

Rezension

Vigdis Hjorths anrührende, bittere Geschichte (...) von der Fähigkeit des Menschen zu Barmherzigkeit und Güte. ("Frankfurter Rundschau")
Hjorths Stil ist [...] gleichsam komisch wie sprachgewandt, bildlich und atmosphärisch. ("Kölner Stadt-Anzeiger")
Ein karges Erzählmassiv voller Ecken und Kanten – mit wenigen, kunstvollen Schlägen behauen – durch das der klare Handlungsstrom leise und doch so mitreißend dahinfließt wie das Wasser im Oslofjord. ("WDR3 – Mosaik")
Ein nachdrückliches Werk von hoher Lesbarkeit und formvollendetem Minimalismus [...] ein Buch, das zum Nachdenken anregt und lange nachhallt. Ein echter Hauptgewinn. ("WDR3 – Mosaik")
Diese großartige norwegische Autorin ("Der Tagesspiegel")
[Hjorth] gehört [...] zu dem Besten, was Literatur überhaupt zu bieten hat – weit über Norwegen hinaus. ("Hamburger Abendblatt")
[...] pointierte Milieustudie, ein Porträt der kleinen Leute. ("Hamburger Abendblatt")

Produktdetails

Verkaufsrang

7993

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.08.2026

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

20.4/12.8/2.3 cm

Gewicht

259 g

Farbe

Anthrazit / Messing

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Det gode mennesket i Sandvika

Übersetzt von

Gabriele Haefs

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397772-1

Herstelleradresse

FISCHER, S.
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    05.10.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    von der Fähigkeit zu Güte und Barmherzigkeit

    Der Roman “Der gute Mensch von Sandvika” der norwegischen Schriftstellerin Vigdis Hjorth erinnert mit seinem Titel unmittelbar an Bertolt Brechts Theaterstück “Der gute Mensch von Sezuan”. Vigdis Hjorths Roman hat Anklänge einer Sozialstudie, einer Gesellschafts- und Kapitalismuskritik und tatsächlich dankt die Autorin am Ende u. a. Bertolt Brecht für die Inspiration zu ihrem Roman. Im Roman berichtet die namenlose Ich-Erzählerin, eine arrivierte und wohlhabende ältere Schriftstellerin, von ihren Erlebnissen rund um eine trostlose Kneipe in einem Osloer Vorort , die sie zwei Jahre lang besucht, um hier zu trinken und an ihren Romanen zu schreiben. In dieser Kneipe ist sie eine Ausnahmeerscheinung, denn hier versammeln sich hauptsächlich gebrochene, von Sozialhilfe lebende Menschen. Alle, die Ich-Erzählerin eingeschlossen, scheinen Alkoholiker zu sein. Eine Frau namens Ada, Anfang vierzig, dicklich, jünger aussehend, mit “mildem Antlitz”, den übrigen Kneipenbesuchern gegenüber zugewandt und mitfühlend, spielt hier still und allein vor dem Kneipenfernseher jeden Samstag Lotto. Die Ich-Erzählerin fühlt sich magisch von Ada angezogen, besonders als Ada eines Tages wirklich im Lotto gewinnt und zumindest für eine der verlorenen Seelen der Kneipe zum “Ada-Engel” wird. Doch die Geschichte gleitet in diesem Moment nicht in eine kitschige Rettungsparabel ab, sondern entfaltet sich, ganz im Geiste Brechts, zu einem Gleichnis über die Möglichkeiten und Fähigkeiten der Menschen, gut und barmherzig zu handeln in einer von der Jagd nach Geld geprägten Gesellschaft “in der es schwer sei”, so klagt Ada, “gut zu sein, die Welt sei zu schwer, und wer den Verlorenen helfen wolle, sei selbst verloren”. Letzteres gilt sowohl für Ada als auch für die namenlose Schriftstellerin. So sind die Charaktere der Figuren, insbesondere Adas und die der Ich-Erzählerin, psychologisch in ihrer existenziellen Verlorenheit fein ausgefeilt dargestellt. Sie erinnerten mich an Charaktere in Filmen von R. W. Fassbinder, dem die Autorin am Ende des Romans für die Inspiration ebenfalls dankt. Überhaupt scheinen hier sämtliche Figuren einsam und verloren, also die gesellschaftlich Abgehängten, die Verlassenen, aus welchen Gründen auch immer sie in ihre Lage kamen, geeint durch ihre Alkoholsucht. Allein die namenlose Schriftstellerin stellt sich durch ihre leicht überhebliche Art über die im Gegensatz zu ihr in prekären Verhältnissen Lebenden, erst spät realisierend, dass es ihr eigentlich nicht besser geht als den übrigen Kneipenbesuchern. Eine Atmosphäre existenzieller Trostlosigkeit durchzieht den Roman, was unterstrichen wird durch poetische Natur- und Landschaftsbeschreibungen, die lichten skandinavischen Sommernächte, die herannahenden Nebel, die in düstere Wintermonate münden. Im harten Kontrast zu den Naturbeschreibungen steht die drastische Sprache des Kneipenmilieus und auch die teils derbe, distanziert anmutende Ausdrucksweise der Ich-Erzählerin. Auf den Leser wirkt das durchaus kühl und sogar arrogant. Allerdings haben mich die Szenen zwischen Ada und dem Hund der Ich-Erzählerin, ihrem ständigen Begleiter in der Kneipe und auf der Hundewiese, als ehemalige Hundebesitzerin emotional ähnlich berührt wie eine dramatische Szene gegen Ende des Romans, auf die der Plot unaufhaltsam zusteuert. Mit dem Setting einer Kneipe, in dem hauptsächlich einsame Sozialhilfeempfänger Zuflucht suchen und in der eine wohlhabende Schriftstellerin “gut arbeitet”, habe ich zunächst etwas gefremdelt. Nach der Lektüre dieses mit nur 172 Seiten kurzen und dennoch sehr gehaltvollen Romans, stelle ich aber fest, dass die Autorin hier genau das richtige Szenario gewählt hat, um beim Leser derart tiefgründige Gedanken über Menschlichkeit, Einsamkeit, Güte , Barmherzigkeit, gesellschaftliche Prägungen, Geld und vieles mehr auszulösen, wie das bei mir und der Leserunde, in der ich den Roman lesen durfte, der Fall war. Vigdis Hjorth läßt ihre Protagonistin auf Seite 43 sagen, “….Sandvika,…., wo die Kneipe über die ich schreibe, verschwinden würde, nur noch eine alte Mär, eine Geschichte, die Geschichte, die ich schreibe.” Eine alte Mär, aber für mich viel mehr als nur das ! Ein sehr lesenswerter, tiefgründiger Roman, den ich mit 5 Sternen nur empfehlen kann.

  • begine

    aus Lemwerder

    5/5

    05.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Engel Ada

    Die norwegische Schriftstellerin Vigdis Hjorth hat wieder einen besonderen Roman geschrieben. Ich habe schon einiges von ihr gelesen und es war immer interessant. Mit, Der gute Mensch von Sandvika, ist ihr etwas gutes intelligentes gelungen. Sie lässt eine Schriftstellerin erzählen. Die geht immer in einen Gasthof und schreibt da sie ihren Krimis. Sie beobachtet die Gäste. Besonders die fünfzigjährige Ada ist ein lieber Mensch. Als die im Lotto gewonnen hat, lässt sie sich von einigen Saufkompanen ausgenutzt. Jetzt hat sie erst richtige Sorgen. Die Schriftstellerin will sie warnen, aber so richtig traut sie sich nicht. Vigdis Hjorth versteht es wunderbar die Personen zu gestalten. Das Buch ist einfach gut und sehr zu empfehlen.

  • Eva

    5/5

    27.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Menschsein in unmöglichen Zeiten

    Vigdis Hjorth schreibt mit so unmittelbarer psychologischer Tiefe, dass sich die Nervenende nach der Lektüre immer ein bißchen roher anfühlen. Unbequem ist das, was sie ans Licht befördert, verstörend eindringlich. Ihr karger Ton hat Methode, sie verdichtet, wiederholt, setzt klug platzierte, minimale Twists in die Erzählung. Die Welt erscheint hinterher ein bißchen klarer, wenn auch nicht unbedingt heller. In ihrer psychologischen Klarheit kommt sie dem elementar Menschlichen auf den Grund, hebt es ans Licht und setzt es unseren Blicken aus. In einer alten Kneipe in Sandvika, einem unansehnlichen Vorort von Oslo, treffen sich die junge Frau, die jeden Samstag Lotto spielt, ein älteres Ehepaar, Hicke-Per, der streitsuchende Schnurrbart-Mann, der Weinende und die Schriftstellerin, die beobachtet. Sie schreibt dort gut. Vor der Auszahlung der Sozialhilfe ist es leer in der Kneipe, das Geld ist begrenzt, alle trinken alleine aber in Gesellschaft. Als die junge Frau im Lotto gewinnt, bricht das Unglück durch die schlierigen Fenster. Die Schriftstellerin beobachtet, hält die anderen auf Distanz, hört zu, schreibt mit viel Empathie über die Gestrandeten und sich selbst unter ihnen. Die klaren Koordinaten der Kneipe stecken die Spielräume ab, die Herrschaftsbereiche über Nähe und Distanz sind klar definiert. Tische sind Hoheitsbereiche, macht die ansonsten unsichtbaren Trennlinien der Gesellschaft sichtbar. Vigdis Hjorth ist eine fabelhafte Erzählerin. In kargem Ton schreibt sie über ein Dilemma der menschlichen Existenz und nutzt einmal mehr das Stilmittel der prägnanten Satzwiederholung. Sie öffnet einen tiefen Blick ins Bewusstsein der Figuren, changiert zwischen Beobachtung und subjektiver Empfindung Unbarmherzig beleuchtet Vigdis Hjorth die persönlichen Glaubenssätze, die der Anteilnahme im Weg stehen, wirft einen ironischen Blick auf die moderne Klassengesellschaft, erzählt von der Tragik des Menschseins und den Fluchtmöglichkeiten aus der Tristesse. Über allem erhebt sich die Frage, wer es sich in unserer Gesellschaft leisten kann, ein guter Mensch zu sein. Das ist ganz ganz groß. Ich bleibe Fan.

  • Bewertung

    4/5

    08.10.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wieviel Verantwortung kann man für andere Menschen übernehmen

    „Der gute Mensch von Sandvika“ ist mein erster Roman der in ihrem Heimatland Norwegen sehr bekannten Schriftstellerin Vigdis Hjorth. Es dauert, bis die große Tristesse der eigentlichen Handlung die Bühne überlässt, doch im Nachhinein kann ich verstehen, dass diese Aufmerksamkeit auf das Randgeschehen notwendig war. Denn ansonsten versteht man nicht, bzw. nicht so wie es Vigdis Hjorth erzählen möchte, wie es zu dem Drama kommen konnte. „Der gute Mensch von Sandvika“ ist eine ruhige Frau, die regelmäßig eine Kneipe in Bahnhofsnähe in Sandvika, nordwestlich von Oslo gelegen, besucht. Auch die Ich-Erzählerin, eine Schriftstellerin, ist dort oft als Gast anzutreffen, weil sie vor der Geräuschkulisse des Stimmengewirrs der Gäste gut arbeiten kann. So ist die Kneipe der Schauplatz und ihre Gästen mit tragischen Geschichten bestimmen den Roman. .. aber mir fiel die junge Frau auf, ein wenig mollig, mit einem einfältigen Gesicht, fein und kindlich, obwohl ihre Augen sich ängstigen konnten, aber sie war nicht auf der Hut, nicht auf dem Sprung, saß ruhig da mit ihrem Bier, ihren Bieren, Stunde um Stunde in vollkommener Ruhe, Tag um Tag, in all den Wochen… Es dauert, bis beide Frauen ins Gespräch kommen, ohne den Hund wäre es wohl nichts geworden, und es dauert noch einiges mehr, bis ich endlich mehr über Ada Aurora Hansen erfahre. Es ist schwer zu verstehen, schwer auszuhalten und schwer zu erklären, was danach folgt. Denn es geht nicht nur um die schwere Bürde, die Ada Aurora mit ihrem kindlichen, treuherzigen Gemüt mit sich herumschleppt, sondern auch um die Ich-Erzählerin, die sich außer Stande sieht, mit Herzen zu handeln. Die kühle Distanz bleibt bis zum Ende, die Unfähigkeit des Eingreifens auch. Samstags hatte sie die Lottozettel vor sich liegen, auf eine selbstverständliche, zugleich aber diskrete Weise. Jeden Samstag sitzt sie dort in der Erwartung, dass etwas Veränderndes und Befreiendes passieren wird und das vermeintlich niemals eintreffen würde. Und tatsächlich geschieht das Unwirkliche: ein Lottogewinn mit1,5 Mio. Kronen. Völlig überrumpelt und unfähig die Situation zu meistern, tritt nun die Ich-Erzählerin in das Geschehen ein. Es beginnt eine Spirale, die sich unaufhaltsam abwärtsdreht und in einer Tragödie endet. "Ich habe beschlossen, mich nicht einzumischen, um nicht einbezogen und verantwortlich zu werden, …" Ada Aurora wird mir mit ihrem milden Antlitz und ihrer intuitiven Sensibilität, die ihr Leben unerträglich macht, im Herzen bleiben. Und die Frage, ob man für die Mitmenschen einstehen soll, sich trauen soll, zu helfen und sich einzumischen für jemanden, den man als fragil erkennt, ohne Hilfe dastehen zu lassen, bekommt mit diesem Roman die schlimmste Antwort. So soll es nicht sein. Mit dem Abriss des Gebäudes endet auch der Roman: ein Einklang zwischen Schauplatz und Menschenleben. Fazit „Der gute Mensch von Sandvika“ erzählt von gescheiterten Menschen, die sich in einer Kneipe in der Kleinstadt Sandvika treffen, um ihren Kummer im Alkohol zu ertränken, ihre Einsamkeit zu teilen oder nach einer letzten, verzweifelten Form der Erlösung zu suchen. Und mittendrin fühlt sich eine erfolgreiche Schriftstellerin sehr wohl, deren Bekanntschaft mit einer Kneipenbesucherin sie bald an ihre Grenzen bringen wird, weil ein unerwarteter Lottogewinn die arme Frau ins Unglück stürzt. Was als interessanter Plott gedacht war, hat mich schlussendlich nicht so erreicht, wie es sich die Autorin vielleicht wünschen würde.

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